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Karlsruher Versicherungsgruppe BGV knackt Milliarden-Grenze

Karlsruhe (pm/as) Sie  reicht zwar nicht an das Rekordjahr 2017 heran, die Bilanz für 2018 bezeichnet die Karlsruher Versicherungsgruppe BGV aber als „ordentlich“. Der neue Vorstandschef Edgar Bohn konnte erstmals in der Firmengeschichte eine Bilanzsumme von mehr als 1 Milliarde Euro verkünden. Außerdem gab es beim BGV ein doppelt so hohes Beitrags-Wachstum wie in der Branche allgemein. 1,8 Millionen Versicherungsverträge betreut die Gruppe inzwischen, unter dem Strich steht ein Jahresüberschuss von 7,3 Millionen Euro. Allerdings drückten letztes Jahr mehr Schäden auf die Bilanz.

Foto: Fabry

Marktanteil ausgebaut

Der Karlsruher Versicherer BGV blieb 2018 weiter auf Wachstumskurs. So hat die Gruppe bei Neukunden und Neuverträgen ein Plus deutlich über dem Marktniveau erreicht. Fast 368 Millionen Euro an Beiträgen wurden gebucht, 7,1 Prozent mehr als im Jahr davor, teilt das Unternehmen mit. Die Branche allgemein verzeichnete demnach durchschnittlich nur 3,3 Prozent Plus. Insgesamt hat der Konzern 1,8 Millionen Versicherungsverträge  im Haus.  “Wir konnten unseren Marktanteil deutlich ausbauen,” resumierte der neue Vorstandsvorsitzende Edgar Bohn auf der Bilanzpressekonferenz am Donnerstag. Damit seien die Erwartungen leicht übertroffen worden. Allerdings hätten auch mehr Schäden das Ergebnis gedrückt.

290 Millionen Euro für Schäden

Allein 3 Millionen Euro Schadenssumme hat der BGV nach eigenen Angaben nach einem Brand im Klinikum Konstanz im letzten Jahr ausbezahlt. Die Bruttoaufwendungen für Versicherungsfälle stiegen laut Bilanz um 14,4 Prozent auf 290,6 Mio. Euro (2017: 253,9 Mio. Euro). „Im Schadenfall zeigt sich die wahre Qualität eines Versicherers”, erklärt  Bohn. Nach Beteiligung der Rückversicherer betrugen die Aufwendungen für Versicherungsfälle für den BGV noch 248,5 Mio. Euro (2017: 216,6 Mio. Euro), das entspreche 82,2 Prozent der verdienten Beiträge.

Stabiler Jahresüberschuss

Unterm Strich erwirtschaftete der BGV laut Bericht einen Jahresüberschuss von 7,3 Mio. Euro (2017: 10,8 Mio. Euro). Die Combined Ratio (Netto), also das Verhältnis der Aufwendungen für Schadenfälle und Versicherungsbetrieb zu den Beitragseinnahmen, liege mit 97,9 Prozent etwas über dem Branchenschnitt (96 Prozent; Quelle: GDV).

Beitragsrückerstattungen dank gutem Ergebnis

Trotz der deutlich höheren Schadenaufwendungen schüttet der BGV in diesem Jahr 7,6 Mio. Euro aus, hieß es – genauso viel wie im Rekordjahr 2017. Diese Summe gehe als Rückerstattungen an die Mitglieder des Badischen Gemeinde-Versicherungs-Verbands und an die Versicherungsnehmer der BGV-Versicherung AG. „Unsere Mitglieder und Versicherungsnehmer profitieren so direkt von unserem Erfolg“, erklärte Edgar Bohn. „Eine Rückerstattung von Versicherungsbeiträgen bei gutem Geschäftsverlauf – das gibt es bei kaum einer anderen Versicherung in Deutschland.“

BGV trotzt Zinssituation 

Wegen der unverändert angespannten Lage an den Finanzmärkten muss auch die Versicherungsgruppe bei Kapitalanlagen andere Wege gehen. “Der BGV konnte seinen Kapitalanlagebestand auf 934,3 Mio. Euro ausbauen (2017: 893,2 Mio. Euro). Die Nettoverzinsung lag bei 2,1 Prozent (2017: 2,4 Prozent), die Kapitalerträge belaufen sich auf 23,5 Mio. Euro (2017: 24,4 Mio. Euro). ” So betätigt sich der Versicherer auch als Vermieter, um langfristig Einnahmen zu generieren. Auf dem eigenen Gelände entsteht derzeit ein Neubau, in den ab 2020 das Gesundheitsamt und Teile des Sozialdezernats des Landratsamtes Karlsruhe einziehen. Außerdem fungiert die Gruppe als Kreditgeber für ausgewählte Bauprojekte. 18 Millionen Euro  gibt es als Darlehen für den Stadionneubau des langjährigen Partners SC Freiburg. Beim KSC-Stadionneubau sei ein solches Engagement nicht möglich, weil die Eigentümerstruktur eine andere sei, hieß es auf neue welle-Anfrage. 

Rekordbilanzsumme in 2018

Dank des starken Beitragswachstums konnte der neue Vorstandschef erstmals in der Geschichte des BGV eine Bilanzsumme von mehr als 1 Milliarde Euro mitteilen (1.001 Mio. Euro im Vergleich zu 947 Mio. Euro im Vorjahr). Auch beim Eigenkapital legte der Konzern zu, von 177,0 Mio. Euro in 2017 auf 184,4 Mio. Euro in 2018. Das zeige, dass der BGV sehr solide und sicher aufgestellt sei, hieß es von der Unternehmensgruppe.

Zeichen weiter auf Wachstum

Die positive Entwicklung des BGV setzte sich demnach auch im ersten Quartal 2019 fort: Der Bestandsbeitrag wuchs um 7,2 Prozent auf 382,7 Mio. Euro an. Allerdings schlagen auch hier Schäden in der Kfz- und Haftpflichtversicherung zu Buche, ebenso wie die Schäden durch die beiden Sturmtiefs „Bennet“ und „Eberhard“. Als neuestes Produkt bringt der BGV jetzt mit der anstehenden Entscheidung im Bundesrat zum E-Scooter auf deutschen Straßen eine passende Versicherung auf den Markt, zum Einstieg mit einem Jahresbeitrag von 44 Euro.