Current track
Title Artist


Was passiert mit dem Campingplatz Rülzheim?

Rülzheim (lk/cmk) Der Campingplatz in Rülzheim erhitzt momentan die Gemüter. Viele Dauercamper sind verunsichert, da sie nicht wissen wie es weiter geht. Aufgrund von Brandschutzmängeln müssen einige Mieter ihre An- und Vorbauten wie zum Beispiel Überdachungen, Freisitze oder Geräteschuppen zurückbauen. Andere Bewohner rechnen mit einer kompletten Schließung des Platzes. Doch die Gemeinde gibt nun Entwarnung.

Foto: dnw

Camper befürchten Schließung des Platzes

Kurz vor Weihnachten vergangenen Jahres haben Dauercamper auf dem Campingplatz Rülzheim Post von der Gemeinde bekommen. Darin wurden sie aufgefordert, bis zum 29. Februar jegliche Anbauten an ihren Wohnwägen zurückzubauen. Grund dafür sind Brandschutzmängel, die der Gemeinde durchaus schon lange bekannt waren. Die baulichen Veränderungen wurden jedoch trotzdem geduldet. Doch damit soll nun Schluss sein. Von den Maßnahmen sind insgesamt 300 von 320 Dauercampern betroffen. Darum befürchten die Parzellen-Pächter das Schlimmste: eine Schließung des Campingplatzes. 

Gemeinde will Campingplatz erhalten

Entgegen der Befürchtungen der Camper will die Gemeinde den Campingplatz erhalten. Im Gespräch mit der neuen welle sagt Ortsbürgermeister Reiner Hör: "Die Gemeinde möchte ja auch den Campingplatz erhalten. Ich möchte die Camper nicht weg haben - das Gegenteil ist der Fall. [...] Und wir werden mit Sicherheit nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen, so dass wir also jemanden zwingen, Zwangsräumungsverfahren zu machen. Oder dass wir jetzt von unserer Seite aus Ersatzvornahmen durchführen - das werden wir auf keinen Fall tun, ich nicht."

Dafür muss allerdings der Brandschutz endlich umgesetzt werden. Und dazu sind sechs Maßnahmen notwendig:

  1. Es muss drei Wendeplätze für Feuerwehrfahrzeuge geben
  2. Wohnwagen müssen mobil sein und Anbauten sind zu entfernen
  3. Es muss überall eine 5 Meter breite Brandgasse geben
  4. Es muss eine bestimmte Anzahl an Feuerlöschern in bestimmten Abständen geben
  5. Es muss einen Lageplan mit Hinweisschildern geben
  6. Eine Brandschutzordnung ist zu erstellen

Trennwände und Anbauten dürfe es demnach trotzdem noch geben, diese müssen allerdings mobil und damit im Notfall bewegbar sein. Das stellt die Camper nun vor Herausforderungen. Doch die Betroffenen stehen mit den Problemen nicht alleine da. So hat beispielsweise bereits Platzwart Patrick Brechtel seine Hilfe zugesagt: "Da habe ich für jeden Camper immer ein offenes Ohr. Wenn ich dann etwas von Campern zugetragen bekomme, gehe ich im Zweifelsfall zur Bauabteilung und kläre es ab, ob es da eine Möglichkeit gibt in diese Richtung etwas zu machen. Dann wird es natürlich in Verbindung mit dem Brandschutzgesetz geklärt und wenn es dann eine Möglichkeit gibt, tun wir alles, um den Campern entgegenzukommen." 

Es gibt Hoffnung

Inzwischen hat sich allerdings herausgestellt, dass die Lage nicht so schlimm ist, wie zunächst befürchtet. So gibt es mit Umbaumaßnahmen durchaus die Möglichkeit viele Gartenhütten und Unterstände zu retten, sodass nichts "radikal abgerissen" werden müsse, so Brechtel weiter. 

Ende Februar wird es eine weitere Begehung des Campingplatzes geben. Die Gemeindeverwaltung schaut dann, was bis dahin gemacht wurde und gibt einen Bericht an die Kreisverwaltung Germersheim als Aufsichtsbehörde ab. Gemeinsam mit der Kreisverwaltung wird eine Bestandsaufnahme gemacht, um zu klären, wie weiter verfahren werden muss. Ortsbürgermeister Hör stellte bereits jetzt Umsiedlungen von Pächtern als Möglichkeit in den Raum, da es noch freie Parzellen auf dem Campingplatz gebe.


blank

Dieser Link verweist auf eine externe Seite. Bitte lesen Sie die Datenschutzerklärung des externen Anbieters.