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Vom Traumurlaub zum Alptraum - Junge Frau aus Baden-Baden wegen Corona auf Mauritius "gestrandet"

Baden-Baden (cmk) Die Bundesregierung hatte vergangene Woche angekündigt, dass sie alle Deutschen, die gerade Urlaub im Ausland machen, zurückholen werden. Doch dass das kein einfaches Unterfangen ist zeigt der Fall von Lisa K. aus Baden-Baden. Die junge Frau freute sich auf einen Urlaub im Paradies, doch nun sitzt sie unter schlimmen Bedingungen auf Mauritius fest. Tage voller Hoffnung und Verzweiflung vergingen, bis sie am Mittwoch endlich die erlösende Nachricht bekam.

Das Paradies - eigentlich. Foto: privat

Sofortige Ausgangssperre verhängt

Lisa flog am 14. März von Frankfurt aus ins Paradies - nach Mauritius. Es sollte ein erholsamer Urlaub mit Freunden werden. Beim Abflug hieß es noch, dass eine Einreise in Mauritius unbedenklich wäre und es keinen Grund zur Sorge gebe. Doch schon nach drei Tagen auf der Insel entwickelte sich der Traumurlaub zum absoluten Alptraum. Mauritius verhängt eine sofortige Ausgangssperre. "Wir haben schon nach wenigen Tagen gemerkt, dass sich auch hier die Lage einfach wahnsinnig zuspitzt. Wir haben dann versucht die Flüge vor zu verschieben aber hatten einfach garkeine Möglichkeit nachhause zu kommen. Die Grundversorgung wurde hier einfach komplett eingestellt. Die Supermärkte haben zu, Leute sind zum Teil aus den Hotels raus und haben keine Unterkunft. Sie haben kein Essen, haben kein Trinken.“ Glück im Unglück für Lisa: Ihre Unterkunft hat nicht geschlossen.

Foto: privat

Sonderflüge reichten nicht für alle Deutschen

Der erste Hoffnungsschimmer war eine E-Mail der Deutschen Botschaft aus Südafrika, dass die Urlauber am 23., 24. und 25. März mit Sonderflügen von Condor abgeholt werden. Darin stand, dass sich die Urlauber um 6 Uhr morgens am Flughafen einfinden sollen, um einen Platz zu ergattern. Auch Lisa und ihre Freunde machten sich um 3 Uhr morgens auf den Weg zum Flughafen - vergebens. Sie konnten sich keinen Platz im Sonderflug sichern. Auch am nächsten Tag fuhren sie erfolglos zum Flughafen. So ruhte also jede Hoffnung auf dem letzten Sonderflug. "Wir kamen am Flughafen an, ich weiß gar nicht wie viele Personen dort waren. Es war sehr unübersichtlich. Wir haben dann gehört, dass insgesamt 10 Plätze frei sind. Gerade in der Situation, in der die Ansteckungsgefahr enorm ist, schicken sie uns alle an den Flughafen für 10 Plätze", erzählt die junge Frau aus Baden-Baden, "die Leute sind teilweise in Tränen ausgebrochen, weil sie einfach fix und fertig waren. Kinder haben auf Koffern geschlafen, die Eltern haben wirklich alles versucht, um irgendwie noch Tickets zu ergattern. Aber es war einfach nichts mehr möglich. Wir waren glaube ich alle am Boden zerstört. Das war eine furchtbare Situation, wir waren alle den Tränen nah. Man hat so ein bisschen in eine aussichtslose Zukunft geschaut. Wir wussten nicht wann wir hier endlich rauskommen.“ Nach Angaben von Lisa saßen zu diesem Zeitpunkt noch etwa 90 Deutsche auf der Insel fest.

Die Situation am Flughafen. Foto: privat

Flughafen ab Samstag geschlossen

Nachdem das letzte Flugzeug weg war, kam die nächste Hiobsbotschaft für die gestrandeten Urlauber: Der Flughafen soll ab Samstag (28. März) geschlossen bleiben. Die Freunde aus Baden-Baden gaben nicht auf, Tag und Nacht versuchten sie, etwas über das Auswärtige Amt zu erreichen. Doch das gestaltete sich nicht gerade einfach, dazu erzählt Lisa: „Es ist sehr schwierig sich mit dem Auswärtigen Amt auseinanderzusetzen. Teilweise ist es gar nicht mehr möglich durchzukommen." Am Mittwoch erreichte die junge Frau dann endlich die erlösende Nachricht von der Deutschen Botschaft. Am Freitag soll nun ein Flugzeug kommen, das die verbleibenden Deutschen auf Mauritius abholen und über Zürich nach München bringen soll.