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Tierquälerei auf Bio-Bauernhof in Ettlingen? PETA sieht Karlsruher Veterinäramt als tierfeindlich an

Karlsruhe/Ettlingen/Malsch (pm/cmk) „Das Veterinäramt Landkreis Karlsruhe befindet sich unter den tierfeindlichsten Ämtern 2018“, das behauptet die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. in einem aktuellen Artikel. Grund des Ärgers sind offenbar gravierende Missstände auf einem Bio-Bauernhof in Ettlingen/Malsch. Das Veterinäramt soll nach Auffassung von PETA nichts gegen die Zustände getan haben – zumindest nicht ausreichend kontrolliert und sanktioniert haben. Nun meldet sich das Landratsamt Karlsruhe zu Wort.

Dieses Foto wurde nach Angaben von PETA Deutschland e.V. im Februar 2018 auf dem Bio-Bauernhof in Ettlingen aufgenommen. Foto: PETA Deutschland e.V.

Verschimmelte Strohballen und entkräftete Tiere

So sagt PETA: „Die beiden Betreiber eines Bio-Bauernhofs hatten seit Juli 2017 zwei Kühe, einen Bullen und sieben Esel auf einer Koppel im benachbarten Malsch-Völkersbach eingesperrt, ohne sie ausreichend zu versorgen.“ Hier ist unter anderem die Rede von verschimmelten Strohballen, fehlenden Unterständen und einem Bach unterhalb eines steilen Hanges, den die Tiere kaum herunter kommen würden.  Zudem berichtet PETA von einem vernachlässigten Esel, der bei Minustemperaturen entkräftet auf dem Boden gelegen sei und von Passantinnen notdürftig mit einer Decke zugedeckt werden musste.

Tierquälerei durch Unterlassen?

Der herbeigerufene Amtsveterinär stieg nach Angaben der Tierrechtsorganisation lediglich kurz aus dem Auto aus, sah sich die Koppel von außen an und sagte der Zustand der Kuh und des Bullen sei „noch okay“. „Jedoch lagen die Kühe auf dem Hof der Landwirte in Ettlingen Zeugen zufolge bereits auf ihren sich hochtürmenden Ausscheidungen“, so PETA. Die Organisation hat den Leiter des Veterinäramts Landkreis Karlsruhe und einen weiteren Amtsveterinär wegen Tierquälerei durch Unterlassen angezeigt.

Mehrere Anzeigen gegen Veterinäramt

Doch was sagen die Beschuldigten dazu? Auf Nachfrage von die neue welle nahm Martin Zawichowski, Pressesprecher des Landratsamtes Karlsruhe, Stellung zu den Vorwürfen. Es sei demnach richtig, dass die Tierrechtsorganisation im Zusammenhang mit dem Bio-Bauernhof in Ettlingen/Malsch auch gegen das Veterinäramt in Person des Amtsleiters und weiterer Mitarbeiter Strafanzeige erstattet hat. „Wir haben gegenüber der Staatsanwaltschaft minutiös dargelegt, dass der Betrieb in den Jahren 2016 bis 2018 über 20 Kontrollen unterzogen wurde. Es ging um Mängel in der Pensionspferdehaltung (Einstreu, Entmistung), die die jeweiligen Eigentümer der Pferde betraf und von diesen auch abgestellt wurden. Mängel im Bereich der landwirtschaftlichen Tierhaltung (Witterungsschutz, Wasserversorgung, Hufpflege) zogen Ordnungsverfügungen nach sich, parallel dazu wurden Ordnungswidrigkeitenanzeigen erstellt“, so Zawichowski.

Esel- und Rinderhaltung aufgelöst

Weiter heißt es: „Den Strafanzeigen des PETA Deutschland e.V. wurden per Verfügung der Staatsanwaltschaft Karlsruhe vom 13.06.2018 keine Folge geleistet. Wir leiten daraus ab, dass es von unserer Seite kein Fehlverhalten gegeben hat. Dass wir dennoch als “tierfeindlich” geführt werden, bedauern wir.“ Inzwischen wurde an dem besagten Bio-Bauernhof in Ettlingen/Malsch die Esel- und Rinderhaltung eingestellt und der Betrieb würde nach Aussage des Sprechers weiterhin kontrolliert werden.