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Staatsanwaltschaft Baden-Baden ermittelt: THW-Jugendbetreuer gesteht Kindesmissbrauch

Baden-Baden (as) Nach dem Pfadfinder-Skandal in Südbaden ist offenbar ein neuer Fall von sexuellem Kindesmissbrauch durch einen Jugendbetreuer ans Licht gekommen: Ein 20-jähriger THW-Mitarbeiter aus einem badischen Ortsverband hat gestanden, sich an Kindern vergriffen zu haben. Das bestätigte die Staatsanwaltschaft Baden-Baden.

Foto: Adobe Stock

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Update 10. Juli 11 Uhr

Ein Jugendbetreuer des Technischen Hilfswerks (THW) hat nach Angaben der Staatsanwaltschaft Baden-Baden den Missbrauch von mehreren Kindern gestanden. Er habe demnach zwischen März und Dezember vergangenen Jahres elf Jungen im Alter von fünf bis zwölf Jahren entweder sexuell missbraucht oder versucht, dies zu tun, teilte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit. Der Verdächtige habe ehrenamtlich Kindergruppen des THW betreut. Die Taten seien bekannt geworden, als sich ein Kind seinen Eltern offenbarte und diese die Polizei informierten. Die Ermittlungen laufen seit Dezember 2018. Der Verdächtige habe bei der Kriminalpolizei ein Geständnis abgelegt.

Stand 10. Juli 6 Uhr

Gegen den 20-jährigen Jugendbetreuer eines THW-Ortsverbands wird wegen sexuellen Kindesmissbrauchs ermittelt. Das bestätigte die Staatsanwaltschaft Baden-Baden. Der THW-Landesverband Baden-Württemberg soll einem “Stern”- Bericht zufolge den jungen Mann sofort suspendiert und Hausverbot erteilt haben, als die Anschuldigungen letzten Dezember ans Licht kamen. Eltern hatten wohl Anzeige erstattet. 

Psychologe prüft Schuldfähigkeit des Verdächtigen

Demnach sollen mindestens elf Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren von dem Mann bei Freizeiten und während Veranstaltungen missbraucht worden sein. Dafür soll er sie laut Stern von der Gruppe getrennt und in Kellerräume gebracht haben. Aktuell wird angeblich die Schuldfähigkeit des Verdächtigen geprüft. Dafür sollen die Akten bei dem Psychologen sein, so dass die Staatsanwaltschaft Baden-Baden keine weiteren Auskünfte geben konnte. Der 20-Jährige ist derzeit auf freiem Fuß. 

Was tun bei Verdacht auf Kindesmissbrauch?

Es wäre nicht der erste Jugendbetreuer, gegen den Missbrauchsvorwürfe laut werden. Erst letzten Mai wurde im südbadischen Staufen ein Fall bekannt, bei dem sich ein Pfadfinderbetreuer über Jahre an mehreren Kindern vergangen haben soll. Gegen einen zweiten Verdächtigen wird ermittelt. Laut Statistiken ist der sexuelle Missbrauch von Kindern durch Fremde vergleichsweise selten. Viel häufiger kommt es zu Übergriffen im näheren Umfeld, in der Familie, in der Schule oder im Verein. Einen absoluten Schutz vor derartigen Situationen gibt es leider nicht. Bei einem begründeten Verdacht sollten Eltern sich an eine Beratungsstelle in der Nähe wenden oder Jungendamt oder Polizei aufsuchen.