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Soforthilfe Corona: So kommen Sie als Unternehmer an die finanzielle Unterstützung

Stuttgart/Karlsruhe (pm/cmk) Viele Geschäfte und Betriebe mussten aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus bereits schließen. Die Geschäfte bangen um ihre Existenz, ohne Umsatz können die meisten ihre Pacht oder Rechnungen nicht mehr bezahlen. Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg hat nun ein Soforthilfeprogramm auf den Weg gebracht, um Betrieben und Selbstständigen finanziell unter die Arme zu greifen.

Symbolbild: studio v-zwoelf / Adobe Stock

Finanzmittel aus dem Bundeshaushalt

Womit ein Unternehmer rechnen kann, hat uns Andreas Christmann, Versicherungsmakler aus Karlsdorf-Neuthard, verraten: „Für eine Anzahl von Mitarbeitern bis 5 sind es zum Beispiel maximal 9.000 Euro, wobei leider die Auszubildenden nicht zählen. Hier muss man auch noch unterscheiden sind es Vollzeit- oder Teilzeitkräfte. Nach dem Berechnungsmodus sind dann zum Beispiel fünf Teilzeitkräfte zwei oder zweieinhalb Kräfte. Man bekommt dann einmalig maximal 9.000 Euro, diese Maßnahme ist für die nächsten drei Monate vorgesehen. Das ist natürlich nur eine Hilfe und keine hundertprozentige Absicherung.“ Lange auf eine Auszahlung warten müssen die Antragssteller dabei nicht, so erklärt Christmann: „Es ist schon zugesagt, dass die Auszahlung über die L-Bank relativ schnell funktionieren soll. Also relativ schnell heißt für mich 14 Tage. In dieser Zeit sollte es möglich sein, dass das Geld auf dem Konto ist. Das Geld kommt vom Bundeshaushalt.“

Für Unternehmer in existenzbedrohender wirtschaftlichen Lage

Von Seiten des Wirtschaftsministeriums heißt es, das Soforthilfeprogramm solle Gewerblichen Unternehmen, Sozialunternehmen und Angehörigen der Freien Berufe helfen, die sich „unmittelbar infolge der Corona-Pandemie in einer existenzbedrohenden wirtschaftlichen Lage befinden und massive Liquiditätsengpässe erleiden.“ Die Unterstützung bestehe dabei in einer einmaligen Auszahlung, die nicht zurückbezahlt werden muss. Voraussichtlich werden Anträge ab Mittwoch möglich sein.

Wer wird gefördert?

Das Soforthilfeprogramm kann von

  • gewerblichen und Sozialunternehmen mit bis zu 50 Mitarbeitern (Vollzeitäquivalente)
  • Soloselbstständigen und Freiberuflern, einschließlich Künstler und Künstlerinnen / Kleinstunternehmen
    • Bei unter fünf Beschäftigten nur dann antragsberechtigt, wenn sie mit ihrer selbstständigen Tätigkeit das Haupteinkommen oder zumindest ein Drittel des Nettoeinkommens eines Haushalts bestreiten

beantragt werden. Der Hauptsitz muss in Baden-Württemberg sein und das Unternehmen darf noch keine vergleichbare Hilfe des Landes Baden-Württemberg oder eines anderen Bundeslandes für eine bestehende Betriebsstätte beantragt oder erhalten haben.

„In Anlehnung an die KMU-Definition der EU verstehen wir als Unternehmen „jede Einheit, unabhängig von ihrer Rechtsform, die eine wirtschaftliche Tätigkeit ausübt.“ Hierzu zählen auch gemeinnützige Sozialunternehmen, sofern diese aktiv am Wirtschaftsleben teilnehmen“, so heißt es in der Publikation zur Soforthilfe Corona auf der Homepage des Wirtschaftsministeriums Baden-Württemberg.

Was wird gefördert?

Mit der Finanzspritze sollen Unternehmen bei der Sicherung ihrer wirtschaftlichen Existenz und Überbrückung von akuten Liquiditätsengpässen unterstützt werden (beispielsweise für laufende Betriebskosten wie Mieten, Kredite für Betriebsräume, Leasingraten und Ähnliches). Liquiditätseinbrüche oder Umsatzeinbrüche vor dem 11. März 2020 (an diesem Tag wurde die Situation von der WHO zur Pandemie erklärt) zählen nicht.

Wie viel Geld gibt es?

Die Höhe der Soforthilfe richtet sich nach der Anzahl der Beschäftigten, diese ergibt sich aus der Vollzeitäquivalente (anhand der Regelungen der KMU-Definition der EU) und dem verursachten Liquiditätsengpass beziehungsweise dem entsprechenden Umsatzeinbruch.

Maximal wird ausbezahlt:

  • 9.000 Euro für Soloselbstständige und Antragsberechtigte mit bis zu 5 Beschäftigten,
  • 15.000 Euro für Antragsberechtigte mit bis zu 10 Beschäftigten,
  • 30.000 Euro für Antragsberechtigte mit bis zu 50 Beschäftigten

Wie funktioniert der Antrag?

Der Antrag muss vom Hauptsitz des Unternehmens in Baden-Württemberg gestellt werden. Wie das Wirtschaftsministerium auf der Homepage informiert, müssen die Antragsformulare vollständig ausgefüllt, ausgedruckt, unterschrieben, eingescannt und über das Online-Portal an die jeweilig zuständige Kammer übermittelt werden. ACHTUNG: Das Antragsdokument wird nur als pdf-Datei akzeptiert. Anträge sind voraussichtlich ab Mittwochabend (25. März 2020) möglich.

Für den Antrag sollten folgende Informationen vorhanden sein:

  • Mitgliedsnummer der Industrie- und Handelskammer oder Handwerkskammer (auch wenn Sie kein Kammermitglied sind und daher keine Mitgliedsnummer haben, werden Sie hier Ihren Antrag stellen können)
  • Kundennummer bei der L-Bank (falls zuvor ein Kontakt stattgefunden hat)
  • Handelsregisternummer (soweit vorhanden)
  • Umsatzsteuer-ID (ersatzweise Steuernummer)
  • Informationen zu Ihrer Bankverbindung
  • Informationen über ggf. bereits erhaltene De-minimis-Beihilfen
  • Informationen zu weiteren staatlichen Hilfen, die im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie ggf. schon erhalten oder beantragt wurden
  • Höhe des Liquiditätsengpasses (auf drei Monate)
  • Anzahl der Beschäftigten des Unternehmens (Vollzeitäquivalente)

(Quelle: Staatsministerium Baden-Württemberg / Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg)