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KSC zittert um Zweitliga-Lizenz – Jetzt liegt’s wieder am Gemeinderat

Karlsruhe (pm/cmk) Schlechte Nachrichten für den Karlsruher Sport-Club. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat den Ausnahmeantrag des Vereins abgelehnt, heißt: Ohne überdachte provisorische Südtribüne verstößt der Verein gegen die Auflagen für die Zweitliga-Lizenz.

Für die provisorische Nordtribüne wurde das Dach im Februar vom Gemeinderat genehmigt, gleichzeitig wurde gegen eine Überdachung der provisorischen Südtribüne gestimmt.

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Gemeinderat stimmte gegen zweites Dach

Nachdem die erste Bauphase des neuen Wildparkstadions ohne besondere Vorkommnisse nach Plan verlief und es auch sportlich beim Karlsruher SC gerade rund läuft, muss der Verein für die Zweitliga-Lizenz nachbessern. Der Grund: Der Karlsruher Gemeinderat stimmte in einer Abstimmung Ende Februar zwar für eine Überdachung der provisorischen Nordtribüne (übergangsweise die Heimat des KSC-Fanblocks), allerdings gegen eine entsprechende Überdachung der gegenüberliegenden Südtribüne. Der KSC stellte daraufhin einen Ausnahmeantrag bei der DFL, den lehnte der Verband aber ab. Im Klartext bedeutet das: Wenn der Verein nicht dafür sorgt, dass auch die provisorische Südtribüne bis zum 1. September ein Dach bekommt, verstoßen die Badener gegen die Lizenz für die Zweite Bundesliga. 

Ausnahmeantrag abgelehnt

Dass nur eine der beiden Übergangs-Tribünen ein Dach erhalten soll, widerspricht den Statuten der DFL, die eine Komplettüberdachung des Stadions vorschreiben. Der KSC musste wie berichtet darauf hoffen, dass ein von ihm zu stellender Ausnahmeantrag von der DFL anerkannt werden würde. Dieser wurde detailliert, umfangreich und fristgerecht eingereicht – trotz aller Bemühungen seitens des Vereins allerdings erfolglos.

Dauer der Bauarbeiten ein Problem

Aus dem Lizenzierungsbescheid der DFL zitiert der KSC am Dienstag: „Die beantragte Genehmigung einer Ausnahme von dem Erfordernis der Komplettüberdachung wird nicht bewilligt. […] Hierbei verkennt die DFL GmbH nicht, dass die beantragte Ausnahmegenehmigung nur vorübergehender Natur wäre und es an der Komplettüberdachung aller Tribünenbereiche des Wildparkstadions nur für die Dauer der Bauarbeiten fehlen würde. Gleichwohl beläuft sich dieser Zeitraum auf eine beträchtliche Dauer von 14 Monaten bis September 2020, würde also die gesamte Spielzeit 2019/2020 betreffen. Die fehlende Überdachung betrifft zudem nicht nur einen unwesentlichen Anteil Tribünenbereiche, sondern mehr als 27 % der Zuschauerplätze im Wildparkstadion. Hinzu kommt, dass insbesondere die Fans des jeweiligen Gastclubs die Nachteile der fehlenden Überdachung tragen würden, während der weit überwiegende Teil der für die Anhänger des Bewerbers vorgesehenen Tribünenbereiche überdacht ist. Aus diesen Gründen erscheint die Auflage Nr. 1 erforderlich und trotz der entstehenden Kosten für den Bewerber auch verhältnismäßig.“

Jetzt liegt’s wieder am Gemeinderat

„Durch die Entscheidung des Karlsruher Gemeindesrates gegen die Überdachung der provisorischen Südtribüne verschärft sich nach dem negativen Bescheid der DFL mehr denn je die Situation: Kein Dach, kein Zweitligafußball in Karlsruhe – trotz eventueller sportlicher Qualifikation“ so das gesamte KSC-Präsidium und Geschäftsführer Michael Becker. „Wir werden alles in unserer Macht Stehende tun und befinden uns bereits erneut in Gesprächen mit der Stadt, um die Auflage der Überdachung rechtzeitig erfüllen zu können. Jetzt sind wir auf eine schnelle und zustimmende Entscheidung des Karlsruher Gemeinderats angewiesen.“

Stadt äußert sich

Nachdem bekannt wurde, dass die DFL den Ausnahmeantrag ablehnte, äußerte sich nun auch die Stadt Karlsruhe in Form von Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup dazu. Man nehme die Entscheidung “mit Befremden zur Kenntnis”. In der Stellungnahme heißt es: “Es ist schade, dass es dem KSC offensichtlich nicht gelungen ist, die DFL zu überzeugen, dass dieses Tribünendach, das mit großem finanziellen Aufwand für ganze 14 Monate errichtet werden müsste, verzichtbar ist. Anderswo gab es mehrfach Ausnahmegenehmigungen, obwohl die geforderte Zuschauerkapazität nicht erreicht wurde. Wir schaffen dies mit Millionenaufwand mit zwei Provisorien, eines davon auch überdacht, jetzt will man nicht einmal akzeptieren, dass bei Vollauslastung des Stadions jeder vierte Platz ohne Dach bleiben würde, und das nur für 14 Monate. Das ist schon sehr befremdlich“, zeigt sich Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup erstaunt. Man werde das nun sehr genau prüfen, zudem habe der Gemeinderat im Mai Zeit, sich mit der Thematik zu befassen. Grundsätzlich sei die Errichtung eines Tribünendachs bis zum 1. September möglich, so der Oberbürgermeister.