Großbrand in Hotel in Baden-Baden - Ermittlungen wegen Brandstiftung

Baden-Baden (pol/dpa/tk/lk) - Großbrand mitten in Baden-Baden: Bei dem Feuer im Luxushotel "Badischer Hof" sind in der Nacht zum Donnerstag rund 160 Gäste evakuiert und in Sicherheit gebracht worden. Verletzte gibt es glücklicherweise keine zu beklagen. Nach ersten Schätzungen entstand ein Schaden in zweistelliger Millionenhöhe. Die Polizei hat Ermittlungen wegen des Verdachts der Brandstiftung eingeleitet.

Foto: Berthold Wagner

160 Gäste aus Hotel evakuiert

Zu einem Brandausbruch am Altbau des Hotels "Badischer Hof" in der Lange Straße ist es am frühen Donnerstagmorgen gegen 2.45 Uhr gekommen. Die Flammen schlugen zwischenzeitlich lichterloh aus dem Dachstuhl des Gebäudes heraus. In Bademänteln und Schlafanzügen standen Hotelgäste zunächst auf der Straße, sie wurden vom Roten Kreuz betreut. Die rund 160 Gäste und Mitarbeiter des Hotels sind erst in Bussen der Verkehrsbetriebe der Stadt Baden-Baden und später in Hotels in der Innenstadt untergebracht worden. Für Angehörige und Betroffene hat das Hotel die Hotline-Rufnummer 0800/2012011 eingerichtet.

Keine Verletzten zu beklagen

Die Feuerwehren aus den umliegenden Orten waren mit etwa 150 Einsatzkräften zur Brandbekämpfung vor Ort. Eine Frau wurde mit Verdacht auf Rauchvergiftung in das Klinikum Mittelbaden eingeliefert. Sie wurde inzwischen ohne Verletzungen wieder entlassen. Am Vormittag war der Großbrand gelöscht, aber die Löscharbeiten liefen noch bis zum Nachmittag weiter, weil es mehrere kleine Brand- und Glutnester im Dachstuhl zu löschen galt. Für das gesamte Oostal wurde schon früh eine Warnung ausgesprochen: Wegen "der erheblichen Rauchentwicklung" sollten Türen und Fenster geschlossen bleiben. Auch Lüftungs- und Klimaanlagen sollten ausgeschaltet werden.

Ermittlungen wegen Brandstiftung

Unklar war bislang, aus welchem Grund das Feuer in der Nacht ausbrechen konnte. Kriminaltechniker ermitteln nun, ob möglicherweise eine Brandstiftung zu dem Feuer geführt haben könnte. In diesem Zusammenhang wird unter anderem eine Vielzahl von Gästen und Mitarbeitern befragt. Es liegen Erkenntnisse vor, dass es im Verlauf des frühen Donnerstagmorgens an zwei unterschiedlichen Stellen im Gebäude zu brennen begonnen haben soll. Konkrete Hinweise auf eine technische Ursache, die zu den Feuern geführt haben könnte, liegen nicht vor.

Schaden im Millionenbereich

Der Brand hat den Dachstuhl völlig zerstört. Durch das Löschwasser sind zudem große Teile des in den vergangenen Jahren aufwändig sanierten Hotels in Mitleidenschaft gezogen worden. Seit Mittag sind ein Architekt und ein Statiker im Hotel, um die Standsicherheit zu überprüfen. Da das Gebäude als einsturzgefährdet gilt, kann es aktuell nicht mehr gefahrlos betreten werden. Die Ermittler schätzen den durch den Brand entstandenen Schaden auf einen zweistelligen Millionenbetrag.

Innenstadt komplett abgesperrt

Die Innenstadt war bis zum späten Nachmittag um den Hindenburgplatz, zwischen Festspielhaus und Wilhelmsbrücke, komplett gesperrt. Der Autoverkehr wurde über die Schlossbergtangente und den Michaelstunnel geleitet. Dabei kam es zu Rückstaus. Die Zufahrt zur Wagener Parkgarage war über die Schützenstraße gewährleistet. Die städtischen Linienbusse fuhren während der Sperrung durch den Michaelstunnel. Der Fahrplan war nicht mehr einzuhalten. Die Verkehrsbetriebe bitten die Fahrgäste um Verständnis.

Tiefe Betroffenheit

"Ich bin noch immer schockiert", sagte Hoteldirektor Benjamin Eichner den BNN. Er sei in der Nacht gar nicht im Hotel gewesen und habe den Anruf gegen 3.30 Uhr erhalten. Stunden danach kann er das Schadensausmaß noch nicht ermessen. "Was ich sehe, ist so furchtbar", sagte er. Ballsaal, Restaurants und die Spa-Abteilung seien zerstört. Nach Angaben Eichners war der "Badische Hof" in der Nacht zum Donnerstag nicht komplett belegt, aber für das kommende Wochenende so gut wie ausgebucht. Jetzt gehe es in erster Linie darum, diesen Gästen abzusagen. "Zudem müssen wir schauen, dass alle ein Dach über den Kopf bekommen." Der wirtschaftliche Schaden angesichts der Schließung des Hotels lasse sich derzeit noch nicht abschätzen.

Oberbürgermeisterin Margret Mergen, die sich gemeinsam mit Erstem Bürgermeister Alexander Uhlig bereits am frühen Morgen ein Bild vom Brandort machte, hofft, dass der Wiederaufbau des renommierten Hotels möglichst bald beginnen kann: "Wir brauchen die Hotelkapazitäten des Badischen Hofs, gerade dann, wenn hoffentlich bald wieder Kongresse und Großveranstaltungen in der Stadt möglich sind. Das Hotel hat einen guten Ruf und ist wegen seiner Innenstadtnähe gut nachgefragt. "

Hotel mit langer Tradition

Das Hotel Badischer Hof in Baden-Baden ist das älteste Palasthotel in Deutschland. Viele große Persönlichkeiten waren dort schon zu Gast. Es entstand zwischen den Jahren 1807 und 1810 und zog damals in die Gebäude des vormaligen Kapuzinerklosters ein. Der "Badische Hof" gilt vielen als Zeugnis für die glanzvolle Ära Baden-Badens als Fürstenbad und Treffpunkt des europäischen Hochadels. Als einziges Haus in der Region verfügt es über einen eigenen Thermalwasseranschluss. Im Laufe des 19. und frühen 20. Jahrhunderts wurde der Badische Hof mehrfach umgestaltet. 1980/81 wurde der nördliche Trakt abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Bereits 1949 stand das Hotelgebäude bei einem Großbrand in Flammen. Das Hotel war nach der Übernahme durch eine Hotelgruppe in den zurückliegenden Monaten renoviert und Mitte Juli wiedereröffnet worden.


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