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Alarm in Karlsruher Spedition: Ätzendes Gemisch mit Salpetersäure ausgelaufen

Karlsruhe (as) Seit Dienstagabend war die Feuerwehr mit einem Großaufgebot in der Karlsruher Oststadt im Einsatz: In einer Spedition war eine ätzende Flüssigkeit ausgelaufen - offenbar ein Gemisch, möglicherweise mit Salpeter. Experten vom ABC-Zug der Feuerwehr Karlsruhe waren mit Schutzanzügen vor Ort, Gefahr für Anwohner und Umwelt besteht aber wohl nicht. Auch am Mittwochmorgen war der Einsatz noch nicht abgeschlossen.

Foto: Aron Klewer

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Update Mittwoch, 13.30 Uhr

Ein Gabelstapler-Fahrer ist schuld an dem Austritt der Säure: Er hatte beim Rangieren ein Loch in einen 20-Liter-Kanister mit dem ätzenden, hochgiftigen Gemisch gefahren. Dabei liefen mehrere Liter der Flüssigkeit aus. Ein Arbeiter erlitt leichte Augenreizungen, er kam zur ambulanten Behandlung in eine Klinik. Ein Speditionsmitarbeiter hat den Behälter mit dem Leck in eine sog. “Havarie-Wanne” umgeladen, so dass nicht noch mehr Säure auslaufen konnte. Die Berufsfeuerwehr Karlsruhe sperrte den Bereich vorsichtshalber weiträumig ab. Außerdem wurde eine Werksfeuerwehr mit Spezialkenntnissen  dazu geholt. Die übrigen Kanister mit dem Säuregemisch in dem Lager wurden in  Bergungsbehälter geladen. Jetzt muss eine Spezialfirma den Bereich reinigen, in dem die Flüssigkeit ausgelaufen war.

Stand Mittwoch, 7 Uhr

Ein großer Gefahrguteinsatz beschäftigt seit dem späten Dienstagabend ein Großaufgebot an Einsatzkräften in einer Spedition in der Karlsruher Oststadt. Ein ätzender Stoff war ausgelaufen. Gegen 21 Uhr gab es einen Alarm in die Wolfartsweierer Straße. Verletzt wurde nach ersten Informationen niemand.  Umweltschäden soll es nicht geben.

Es soll Salpeter gewesen sein

Angeblich sollen mehrere Liter des ätzenden Stoffes ausgelaufen sein. Proben davon wurden von Experten untersucht. Demnach war es ein Gemisch mit Salpeter. Wie der gefährliche Stoff ausgetreten ist und in welcher Form, ist noch nicht bekannt. Polizei und Feuerwehr wollen im Laufe des Morgens mehr Informationen geben. 

Das macht Salpeter so gefährlich

  • Salpetersäure gehört wie Salz- oder Schwefelsäure zu den Mineralsäuren und ist eine gängige Labor- oder Industriechemikalie.
  • Sie darf nur mit Genehmigung verwendet werden. Säuren wirken ätzend. Bei Salpetersäure kommt noch Oxidation hinzu, sie kann Metall auflösen – allerdings entstehen dabei giftige Dämpfe.
  • Auch in der Pyrotechnik wird Salpetersäure als Oxidationsmittel in Sprengsätzen verwendet. Besonders die niedrige Zündtemperatur macht den Stoff gefährlich. Wer damit in Berührung kommt, sollte sich umgehend die Hände waschen.