Current track

Title

Artist


Foto: Loggawiggler / pixabay

Heute Urteil im Hexenkessel-Prozess um verbrühte Rheinstettenerin?

Rheinstetten / Kraichtal / Heibronn (dpa/as) Im sog. Hexenkessel-Prozess, bei dem eine junge Frau aus Rheinstetten während des Eppinger Nachtumzugs schwere Verbrühung davon getragen hat, könnte heute schon ein Urteil fallen.  Ein 33-jähriger aus einer Kraichtaler Fastnachtsgruppe soll die 18-Jährige  über einen Hexenkessel mit heißem Wasserd gehalten haben.

Schmerzhafte Behandlung und Brandnarben

Als sie von den beiden verkleideten Hexen gepackt und zum Kessel mit dem kochenden Wasser getragen wird, hält die junge Rheinstettenerin alles noch für ein üblichen Faschingsscherz. Die 18-Jährige sagte im Prozess, dass sie an Hüfte und Kniekehlen zum Kessel getragen wurde. Kurz darauf hat sie schwere Verbrennungen und liegt eine Woche auf der Intensivstation. Hautverpflanzungen und zerstörte Gefäße sind die Folge, außerdem muss sie auch zehn Monate später immer noch zu Behandlungen ins Krankenhaus und zur Physio, muss Kompressionsstrümpfe tragen und traut sich nicht mehr ins Schwimmbad. Brandnarben behält sie auf jeden Fall zurück. 

Angeklagter bestreitet die Vorwürfe

In der Verhandlung werden am Vormittag noch weitere Zeugen gehört. Gegen Mittag könnten aber die Schlussvorträge gehalten und die Entscheidung des Amtsgerichts Heilbronn verkündet werden. Angeklagt ist ein 33-Jähriger aus der Kraichtaler „Bohbrigga Hexenbroda“, der die Frau am 3. Februar schwer verbrüht haben soll. Er soll die Rheinstettenerin über  brühend heißes Wasser im Hexenkessel der Fastnachtgruppe gehalten haben. Die 18-Jährige entglitt ihm aber laut Staatsanwaltschaft und landete mit den Beinen im Kessel. Seinem Verteidiger zufolge sei der Versicherungsfachmann völlig von den Socken gewesen, dass er der Täter sein sollte.

Kann Täterschaft nachgewiesen werden?

Das Problem in dem Prozess: Keiner will’s gewesen sein. Der 33-Jährige zog mit 19 ähnlich gekleideten und kaum zu unterscheidenden Hexen durch Eppingen. Oder war es jemand ganz anderes? Der Hexenkessel war frei zugänglich. Etliche Hexen auch anderer Gruppen waren dort unterwegs. Der 33-Jährige ist wegen fahrlässiger Körperverletzung angeklagt. Das könnte mit bis zu drei Jahren Haft oder einer Geldbuße bestraft werden. Die Kraichtaler „Bohbrigga Hexenbroda“ haben sich inzwischen aufgelöst. Der Eppinger Nachtumzug fällt kommendes Jahr nach dem Vorfall aus.