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Bonpflicht

Stuttgart/Karlsruhe (cmk) Die Mitglieder des Wirtschaftsausschusses des Landtages Baden-Württemberg staunten wohl nicht schlecht, als sie am Mittwoch am Landtagsgebäude ankamen. Dort wurden sie nämlich von mehreren Bäckern aus dem Enzkreis, Vertretern eines Entsorgungsunternehmens aus Pforzheim, dem FDP-Landtagsabgeordneten Prof. Dr. Erik Schweickert und rund 500.000 Kassenbons erwartet. Ziel der Aktion war es, den Antrag auf eine Bagatellgrenze der FDP-Fraktion zu unterstützen.
Martin Reinhardt sorgte vor rund zwei Wochen für Aufsehen in der Region. Der Bäcker aus Knittlingen sammelte in seinen eigenen vier Bäckereifilialen die Kassenbons, um sie dann an FDP-Politiker Prof. Dr. Erik Schweickert weiterzugeben. Damit wollte er auf die Problematik der Belegpflicht in der Praxis aufmerksam machen. Eine andere Sichtweise auf das Gesetz, das bereits 2016 erlassen wurde, hat Meri Uhlig, Beisitzerin im Landesvorstand der SPD. Bei die neue welle KLARTEXT traf die Integrationsbeauftragte der Stadt Karlsruhe nun auf den Landesinnungsmeister für das Bäckerhandwerk. Während Meri Uhlig die Belegpflicht dabei als „Gebot der Vernunft und Solidarität“ bezeichnete, blieb Martin Reinhardt bei seiner Auffassung: „Die Belegpflicht ist für uns in dieser Form eine Zumutung!“
Egal ob für Kaffee, ein Brötchen oder eine Brezel: Die Händler müssen seit Jahresbeginn jedem Kunden einen Kassenbon ausdrucken. Die Bonpflicht ist bereits nach wenigen Tagen im neuen Jahr für viele ein Aufregerthema, für Händler und Kunden gleichermaßen. Auch die Bäckerei Reinhardt in Knittlingen hat die Nase voll von den Papierbergen und hat die Belege kurzerhand an die Politik weitergeleitet. Innerhalb von 17 Arbeitstagen kamen in den vier Filialen rund 20.500 Kassenbons zusammen. Umgerechnet entspricht das einer Papierlänge von etwa 4,5 Kilometern.