Wildkatze – die neue welle https://www.die-neue-welle.de Immer deine Lieblingsmusik. Tue, 16 Jul 2024 11:10:35 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9 Die Wildkatze kehrt in den Enzkreis zurück https://www.die-neue-welle.de/die-wildkatze-kehrt-in-den-enzkreis-zurueck-938091/ Tue, 16 Jul 2024 11:10:35 +0000 https://www.die-neue-welle.de/?p=938091 Enzkreis (pm/dk) – Nach fast 100 Jahren Abwesenheit ist die Wildkatze wieder im Enzkreis heimisch geworden. Besonders im Raum Stromberg/Heuchelberg gibt es vermehrte Sichtungen. Ein Treffen vor Ort bestätigte dies anhand von Fotofallen und DNA-Analysen.

Wildkatze im Enzkreis heimisch

Die Europäische Wildkatze (Felis silvestris) hat sich nach fast 100 Jahren Abwesenheit wieder im Enzkreis angesiedelt. Vor allem in den Gebieten rund um Stromberg und Heuchelberg wurden in letzter Zeit vermehrt Wildkatzen gesichtet und bestätigt. Um sich ein Bild von der Verbreitung und Häufigkeit zu machen, trafen sich Holger Nickel, der Enzkreis-Dezernent für Landwirtschaft, Forsten und öffentliche Ordnung, und der Wildtierbeauftragte Bernhard Brenneis mit dem Wildkatzen-Freund und Jäger Jürgen Schwarz im Jagdrevier Dietlingen. Schwarz erklärte: „Wissenschaftlich begleitet von der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt in Freiburg haben wir ein Monitoring durchgeführt. Dabei gab es immer wieder Sichtungen dieser streng geschützten Art. Eindeutige Nachweise sind aber letztlich nur durch DNA-Analysen möglich.“

Gefahr durch Hybridisierung und Straßenverkehr

Die Untersuchung zeigte, dass im Raum Stromberg/Heuchelberg bis zu 50 Prozent der Tiere Hybrid-Wildkatzen sind, also Kreuzungen zwischen Haus- und Wildkatzen. Brenneis empfiehlt daher eine Kastrationspflicht für freilaufende Katzen in diesen Gebieten. Nickel wies zudem auf den Straßenverkehr als weitere Gefährdung hin. Grünbrücken, wie die bei Wurmberg und die geplante bei Darmsbach, sollen den Wildtieren eine sichere Überquerung ermöglichen.

Lockstock-Methode für genetische Untersuchungen

Für genetische Untersuchungen wird die sogenannte Lockstock-Methode verwendet. Sägerauhe Holzlatten werden mit Baldrian beträufelt, um Katzen während der Paarungszeit anzulocken. Die an den Latten hängenbleibenden Haare werden dann analysiert. Diese Methode wurde auch im Revier Keltern-Dietlingen angewendet, jedoch ohne Erfolg.

Die Wiederansiedlung der Wildkatze im Enzkreis ist ein wichtiger Schritt für den Artenschutz und zeigt, dass Naturschutzmaßnahmen erfolgreich sein können.

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Streng geschützte Wildkatze verbreitet sich im Südwesten weiter https://www.die-neue-welle.de/streng-geschuetzte-wildkatze-verbreitet-sich-im-suedwesten-weiter-587161/ Mon, 20 Nov 2023 05:24:38 +0000 https://www.die-neue-welle.de/?p=587161 Schätzungsweise mehrere Hundert der streng geschützten Wildkatzen leben in Baden-Württemberg und ihre Zahl nimmt zu. «Mittlerweile besiedeln sie die gesamte Rheinebene, von dort breitet sich diese Wildtierart verstärkt Richtung Osten aus», sagte eine Sprecherin der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) Baden-Württemberg.

Milde Winter und mehr Lebensraum

Seit 2018 gebe es zunehmend Hinweise darauf, dass die Wildkatzen auch am Hochrhein leben; ebenso seien sie inzwischen im Norden Baden-Württembergs auf dem Vormarsch. Die Tiere profitierten dabei von milden Wintern – «sie sichern das Überleben der Wildkatze sowohl aufgrund der guten Nahrungsverfügbarkeit als auch durch bessere Aufzuchtbedingungen für die Jungen im Frühjahr», sagte die Sprecherin. Auch Freiflächen, die durch Trockenheit oder beispielsweise dadurch entstehen, dass Bäume wegen Stürmen oder wegen Schädlingen fallen, begünstigten das Überleben der Tiere. «Sie brauchen sogenanntes Offenland und viel Raum für Bewegung», hieß es.

Hauskatzen verwässern ursprüngliche Art

Gefahr drohe der einst vom Aussterben bedrohten Art von vielbefahrenen Straßen und durch Infrastruktur zerschnittenen Lebensräumen – und vor allem von Hauskatzen. Wenn Wildkatzen sich mit ihnen paaren, entstehen sogenannte hybride Arten, also Mischarten – ein ernstzunehmendes Problem vor allem im Südwesten, wie es weiter hieß. Auch der Naturschutzbund (Nabu) Baden-Württemberg fordert daher schon lange, freilaufende Katzen kastrieren zu lassen, um Wildkatzen zu schützen.

Wichtig sei, Wälder als Lebensräume der Wildkatze zu erhalten, damit sie möglichst nicht in die Nähe von Siedlungen kämen, so die FVA-Sprecherin weiter. In Wäldern träfen Wildkatzen wesentlich seltener auf Hauskatzen. Ob die Vermischung von Katze und Wildkatze fortschreitet, sei unklar. Die Entwicklung müsse in den nächsten Jahren intensiv beobachtet werden.

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