veruntreuung – die neue welle https://www.die-neue-welle.de Immer deine Lieblingsmusik. Thu, 13 Nov 2025 14:02:18 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9.4 Karlsruher Behördenmitarbeiter veruntreut Steuergelder für private Hausrenovierung https://www.die-neue-welle.de/karlsruher-behoerdenmitarbeiter-veruntreut-steuergelder-fuer-private-hausrenovierung-1805707/ Thu, 13 Nov 2025 14:01:35 +0000 https://www.die-neue-welle.de/?p=1805707 Karlsruhe (pm/dk) – Ein erschütternder Fall von Amtsmissbrauch sorgt derzeit in Karlsruhe für Aufsehen: Ein 57-jähriger Mitarbeiter des Regierungspräsidiums wurde wegen Veruntreuung großer Steuersummen verurteilt. Durch gefälschte Rechnungen und manipulierte Beauftragungen verursachte er zwischen 2016 und 2019 einen Schaden von 370.000 Euro – und ließ sich damit unter anderem sein eigenes Haus renovieren.

Bewährungsstrafe nach Geständnis

Das Schöffengericht in Karlsruhe sprach den Mann schuldig und verhängte eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten. Grundlage war ein zuvor ausgehandelter Deal, dem der Angeklagte zustimmte. Er legte ein umfassendes Geständnis ab, wie eine Gerichtssprecherin bestätigte.

Der Mann war als Wassermeister beim Landesbetrieb Gewässer tätig und beauftragte dort Firmen für Arbeiten an Gewässeranlagen. In zahlreichen Fällen deklarierte er gefälschte Rechnungen als korrekt.

Aufgeflogen am Hochwasserwehr

Der Betrug flog erst auf, als Vorgesetzte eine angebliche Sofortmaßnahme an einem Hochwasserwehr besichtigen wollten. Vor Ort zeigte sich: Es hatte nie Arbeiten gegeben.

Die entsprechende Rechnung war zuvor von einem Kollegen gegengezeichnet worden – einem Mitarbeiter aus dem Fahrzeugwesen, der ebenfalls in die Vorgänge verwickelt sein soll. Dieser separate Fall wird in einem eigenen Verfahren verhandelt. Laut Ermittlungen soll er unter anderem Rechnungen eingereicht haben, nach denen an einem einzigen Auto angeblich fünfmal die Windschutzscheibe ersetzt wurde.

Handwerker renovierten sein privates Haus

Während sein mutmaßlicher Komplize laut eigener Aussage keinen privaten Vorteil gehabt haben soll, profitierte der 57-Jährige erheblich:
Handwerksbetriebe, deren Rechnungen er als echt bestätigte, führten Arbeiten in seinem privaten Wohnhaus aus – darunter Elektro- und Heizungsinstallationen. Gezahlt wurde dafür nicht.

Gegen zwei beteiligte Unternehmer, die gefälschte Rechnungen ausgestellt haben sollen, laufen ebenfalls Verfahren.

Gesamtschaden wohl deutlich höher

Das Regierungspräsidium geht inzwischen von einem Gesamtschaden in Millionenhöhe aus. Viele ältere Taten seien jedoch verjährt, weshalb nur der Zeitraum von 2016 bis 2019 zur Anklage kam.

Frühere Abläufe machten den Betrug möglich: Rechnungen von Drittfirmen konnten mit nur zwei Unterschriften freigegeben werden. Laut Zeugenaussagen aus der Behörde wurden inzwischen neue Sicherheitsmechanismen eingeführt. Rund 6.000 Rechnungen müssen dort jedes Jahr geprüft werden.

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Falsche Lehrerin arbeitet jahrelang an Schulen https://www.die-neue-welle.de/falsche-lehrerin-arbeitet-jahrelang-an-schulen-1728598/ Fri, 26 Sep 2025 04:55:54 +0000 https://www.die-neue-welle.de/?p=1728598

Heidelberg (dpa/tk) – Mit gefälschten Zeugnisse unterrichtet eine Frau jahrelang als Lehrerin an Privatschulen. Nun sitzt sie in Untersuchungshaft.

Lehrerin ohne Ausbildung

Eine Frau soll in mehreren Bundesländern ohne die entsprechende Qualifikation als Lehrerin gearbeitet haben. Mehrfach habe sie dafür entsprechende Zeugnisse gefälscht, teilten die Staatsanwaltschaft Heidelberg und das Polizeipräsidium Mannheim mit. Ein Verkehrsunfall wurde ihr schließlich zum Verhängnis: Als sie diesen bei der Polizei anzeigen wollte, wurde die mutmaßliche Betrügerin am Donnerstag festgenommen. Gegen sie lag ein Haftbefehl vor.

Aufgeflogen sei die Frau, als sie im Oktober 2024 ein Darlehen in Höhe von 25.000 Euro bei einer Bank beantragt hatte – mit gefälschten Gehaltsnachweisen. Ihr Gehalt war demnach als zu hoch angegeben. Die Bank erstattete Anzeige gegen die damals 40-Jährige, die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen ein. In den Gehaltsnachweisen war eine Privatschule als Arbeitgeber angegeben.

Geld von Schülern veruntreut

An der Privatschule in der Region Heidelberg sei sie von 2021 bis 2024 als Lehrerin beschäftigt gewesen, ohne über die erforderliche Qualifikation zu verfügen, hieß es weiter. Ihr Gehalt sowie die Beiträge zur Sozialversicherung summierten sich den Ermittlern zufolge auf 143.000 Euro. Ihre Anstellung endete, weil ihr vorgeworfen wurde, Krankmeldungen gefälscht und Geld der Schüler veruntreut zu haben.

Die Beschuldigte zog daraufhin ins Saarland und arbeitete dort seit Januar 2025 an einer Privatschule. Dort hatte sie gefälschte Zeugnisse vorgelegt. Wenige Monate später, im April, wurde ihre fehlende Qualifikation entdeckt und sie wurde fristlos gekündigt. An dieser Schule soll die Frau über 7000 Euro Gehalt erschlichen haben.

Bereits zu Bewährungsstrafe verurteilt

Bei weiteren Ermittlungen kam obendrein heraus, dass die Frau bereits 2021 in Rheinland-Pfalz zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden war. Sie hatte sich mit gefälschten Universitätsabschlüssen Zugang zum Referendariat erschlichen. Ende 2023 war sie zudem in Heidelberg zu einer weiteren Bewährungsstrafe wegen Urkundenfälschung verurteilt worden.

Der Haftbefehl wegen Flucht- und Wiederholungsgefahr beim Amtsgericht Heidelberg wurde Mitte September erlassen. Nun sitzt sie hinter Gittern. Welche Abschlüsse oder Ausbildung die Frau tatsächlich hat, teilten die Ermittler nicht mit.

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