Pilze – die neue welle https://www.die-neue-welle.de Immer deine Lieblingsmusik. Mon, 27 Apr 2026 02:46:17 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9.4 40 Jahre Tschernobyl: Wo strahlt es noch im Südwesten? https://www.die-neue-welle.de/40-jahre-tschernobyl-wo-strahlt-es-noch-im-suedwesten-1886289/ Sun, 26 Apr 2026 11:42:11 +0000 https://www.die-neue-welle.de/?p=1886289

Baden-Württemberg (dpa/tk) – Die Älteren erinnern sich noch: Auf einmal durften Kinder nicht mehr in die Sandkästen, Obst aus dem Garten war tabu und die Angst vor Langzeitfolgen allgegenwärtig. Am 26. April 1986 ereignete sich der Reaktorunfall in Tschernobyl in der damaligen Sowjetunion – die Aufregung ist inzwischen verflogen. Doch gibt es heute noch Folgen für das Leben in Baden-Württemberg?

Wo strahlt es heute noch vermehrt?

Laut dem Landesumweltministerium sind vor allem die Gebiete belastet, in denen durch den Regen kurz nach der Katastrophe radioaktive Partikel aus Tschernobyl in die Böden gelangten. Solche Regenfälle habe es vor allem im Süden Deutschlands gegeben. Am stärksten sei Bayern betroffen gewesen, aber auch in Baden-Württemberg habe es nach der Katastrophe sogenannte Fallouts gegeben. Laut dem Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) Freiburg sind deshalb insbesondere Oberschwaben und der Schwarzwald stärker belastet.

Wer sich näher für die aktuelle Strahlenbelastung in seiner Region interessiert, kann sich hier durch eine Karte des Bundesamts für Strahlenschutz klicken.

Ist das gesundheitsschädlich?

Nein. Die durch den Reaktorunfall in Tschernobyl entstandene Strahlenbelastung bewegt sich in Deutschland laut dem Bundesamt für Strahlenschutz im Bereich von weniger als einem Prozent der natürlichen Strahlenbelastung. Auch für Personen in den stärker vom Tschernobyl-Fallout betroffenen Gebieten sei sie daher radiologisch nicht mehr relevant.

Von den damals freigesetzten radioaktiven Stoffen sei heute nur noch Cäsium-137 von Bedeutung, wie das Landesumweltministerium mitteilte. Das Cäsium habe sich im Boden abgelagert und sei mit einer Halbwertszeit von etwa 30 Jahren erst zu rund 60 Prozent zerfallen. In Ackerböden ist Cäsium-137 nach Angaben des Umweltministeriums fest gebunden, Pflanzen könnten den Stoff dort nur geringfügig aufnehmen. In Waldböden sei das anders, hier sei der Stoff weniger gebunden und werde stärker von Mikroorganismen, Pflanzen und Pilzen aufgenommen.

Was ist Cäsium-137?

Cäsium-137 ist ein radioaktives Isotop, das nicht natürlich vorkommt, sondern bei der Kernspaltung entsteht, wie das Bundesamt für Strahlenschutz erklärt. In Deutschland ist es nicht erlaubt, Lebensmittel mit mehr als 600 Becquerel Cäsium-137 pro Kilogramm in den Verkauf zu bringen. Die Maßeinheit gibt an, wie aktiv ein radioaktiver Stoff ist.

Gibt es Lebensmittel, die noch verstärkt belastet sind?

Wildpilze und Wildschweinfleisch weisen auch heute noch Belastungen auf. Die Pilze sind dabei weniger stark betroffen. Zwar können sie unter bestimmten Bedingungen stark belastet sein, das CVUA Freiburg gibt jedoch an, dass alle Wildpilze, die dort oder im CVUA Stuttgart in den vergangenen Jahren getestet wurden, weit unter dem erlaubten Höchstwert gelegen hätten. Außerdem teilte das Bundesamt für Strahlenschutz letztes Jahr mit, dass es einen maßvollen Verzehr von Speisepilzen inzwischen für unbedenklich hält.

Bei Wildschweinfleisch sieht das anders aus, so erklärte eine Sprecherin des Landesumweltministeriums: «Bei den Messungen in Baden-Württemberg gab es Überschreitungen des Grenzwerts bei Wildschweinen im Schwarzwald und Südosten Baden-Württembergs.»

Warum sind Wildschweine strahlenbelastet?

Wildschweine fressen laut dem Landesumweltministerium gerne Pilze, darunter auch den hoch belasteten, für Menschen ungenießbaren Hirschtrüffel. Dieser Pilz reichert Cäsium besonders stark an und weist so teilweise Strahlenbelastungen weit über dem Grenzwert auf, teilt das CVUA mit. Das Isotop gelange so in das Fleisch der Tiere und werde dort mit der Zeit angereichert.

Kann man dennoch Wildschweinfleisch essen?

Die Landesregierung hat 2006 zusammen mit dem Landesjagdverband ein Überwachungssystem für Wildschweinfleisch eingeführt. In stark betroffenen Gebieten müsse seither jedes geschossene Wildschwein kontrolliert werden, so das CVUA.

Zusätzlich würden die Chemischen und Veterinäruntersuchungsämter im Südwesten Stichproben von Fleisch aus angrenzenden Landkreisen sowie aus Gaststätten und Metzgereien im Südwesten testen. Fleisch, das den Grenzwert überschreite, werde entsorgt und dürfe nicht in den Handel kommen. Wer also das Fleisch im Supermarkt kauft, hat nichts zu befürchten.

Was muss man bei Wildpilzen beachten?

Wildpilze dürfen in Baden-Württemberg nur für den Eigenbedarf gesammelt und nicht verkauft werden. Wer im Supermarkt Pilze kauft, hat also nichts zu befürchten. Zuchtpilze sind dem Bundesamt für Strahlenschutz nach unbedenklich. Sie werden generell wenig Cäsium-137 enthalten.

Was sollten Pilzsammler beachten?

Das Bundesumweltministerium empfiehlt, nicht mehr als 250 Gramm Wildpilze pro Woche zu essen – insbesondere, wenn man regelmäßig Wildpilze isst. Diese Verzehrempfehlung gebe es aber nicht nur wegen der Radioaktivität, Pilze reicherten auch Schwermetalle an, erklärt Dennis Regul von der Pilzschule Regul in Ulm.

Hobbypilzsammler sollten sich an die Verzehrempfehlung halten, denn leider könne man es den Pilzen nicht ansehen, wie stark sie belastet seien. Stark anreichernde Pilze sind laut Regul Maronenröhrlinge, Trompetenpfifferlinge und Semmelstoppelpilze, aber auch Pfifferlinge und Steinpilze.

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Pilzberatung am Naturkundemuseum Karlsruhe https://www.die-neue-welle.de/pilzberatung-am-naturkundemuseum-karlsruhe-1072690/ Mon, 20 Oct 2025 04:00:47 +0000 https://www.die-neue-welle.de/?p=1072690 Karlsruhe (pm/tk) – Jetzt im (Fast-)Herbst sprießen sie wieder in den Wäldern: Pilze! Delikatessen wie Pfifferlinge oder Steinpilze – aber natürlich auch giftige Exemplare. Damit Pilzsammler keine bösen Überraschungen erleben, bietet das Naturkundemuseum Karlsruhe wieder Pilzberatungen an.

Pilzberatung in Karlsruhe

Wie jedes Jahr in der Pilzsaison bietet das Naturkundemuseum Karlsruhe in Zusammenarbeit mit der AG Pilze des Naturwissenschaftlichen Vereins Karlsruhe e. V. (PiNK) eine wöchentliche Pilzberatung an. Die Pilzfachleute bestimmen gesammelte Pilze, informieren über deren Speisewert und ihre Giftigkeit, ihre Bestimmungsmerkmale, Häufigkeit und vieles mehr. Immer montags von 17 bis 19 Uhr am Seiteneingang des Pavillons im Nymphengarten hinter dem Naturkundemuseum. Die Beratung ist kostenlos!

Ausserdem gibt es überall in der Region Pilz-Sachvertsändige, die bereit sind, sich eure gesammelten Pilze anzuschauen oder Euch zu beraten. Diese Sachverständigen findet Ihr über die Webseite der Deutschen Gesellschaft für Mykologie (www.dgfm-ev.de)

Steinpilz, Pfifferling, Hexenröhrling

Die Bedingungen etwa für Sommersteinpilze, Pfifferlinge und Hexenröhrlinge seien in diesen Tagen sehr gut, sagt die Pilzsachverständige Nadja Frotscher von der Deutschen Gesellschaft für Mykologie. Besonders hoch ist die Wahrscheinlichkeit für den Fund von Steinpilzen und Pfifferlingen unter Bäumen und auf sauren Böden – also beispielsweise dort, wo Heidelbeeren oder Sauerklee wachsen, wie Frotscher erklärte.

Vorsicht vor Giftpilzen

Die guten Wachstumsbedingungen für Speisepilze treiben auch giftige Pilze aus dem Boden. Besonders achtgeben sollten Pilzsammler vor dem Grünen Knollenblätterpilz und dem Pantherpilz. Beide seien bei Verzehr potenziell tödlich. Vor allem unerfahrenen Pilzsuchern rät die Pilzfachfrau, bekannte von unbekannten Sorten in unterschiedlichen Körben getrennt zu sammeln. Zudem sei es sinnvoll, die Pilze aus dem Boden herauszudrehen, statt sie abzuschneiden. Denn viele Pilze ließen sich nur bestimmen, wenn der gesamte Stiel intakt sei.

Pilze immer garen

Gesammelte Pilze sollten vor dem Essen in jedem Fall für 15 Minuten bei mindestens 60 Grad erhitzt werden, rät Frotscher. Denn es gebe viele Speisepilze, die erst durch das Kochen genießbar werden. Dazu zählten der Parasol (Gemeiner Riesenschirmling) sowie der Austernseitling.

Dem Naturschutzbund zufolge gibt es in Baden-Württemberg rund 3000 unterschiedliche Großpilze, etwa 150 davon sind Speisepilze und ungefähr 150 sind giftig. Zehn dieser Arten sind sogar tödlich giftig. Den Angaben nach sind 90 Prozent der tödlichen Pilzvergiftungen auf den Grünen Knollenblätterpilz und dessen weißhütige Variante zurückzuführen. Sie würden immer wieder mit Champignons verwechselt.

 

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Gefährliche psychoaktive Pilze – Experten warnen vor Konsum https://www.die-neue-welle.de/gefaehrliche-psychoaktive-pilze-experten-warnen-vor-konsum-1711723/ Wed, 17 Sep 2025 02:19:55 +0000 https://www.die-neue-welle.de/?p=1711723
Nach einem schweren Fall von Pantherpilz-Vergiftung in Karlsruhe warnen Experten eindringlich vor dem Konsum von psychoaktiven Pilzen. Dabei gehe es nicht nur um die Gefahr von Verwechslungen, teilten das Naturkundemuseum Karlsruhe und das Städtische Klinikum Karlsruhe mit. Die Pilze könnten zu schweren gesundheitlichen Schäden führen.

Pantherpilz und demolierte Wohnung

Der Fall: In Karlsruhe war Ende August eine Frau in die Notaufnahme des Städtischen Klinikums gebracht worden. Sie hatte den Angaben zufolge seit drei Tagen halluziniert und im Wahn die Wohnung verwüstet. Wegen einer Psychose mit akuter Eigengefährdung wurde die Patientin mehrere Tage auf der Intensivstation behandelt und kam anschließend in die Psychiatrie.

Die Frau hatte laut Mitteilung zuvor bewusst Pilze konsumiert, die sie für Fliegenpilze hielt. Sie will im Internet bei Tiktok erfahren haben, die Pilze würden «gut tun» und hätten eine stimmungsaufhellende bis euphorische Wirkung.

Gefährlicher Pilzrausch

Tatsächlich können Fliegenpilze zu einem rausch- bis euphorieartigen Zustand führen – aber auch zu Bewusstlosigkeit und Kreislaufversagen. Vom Konsum werde daher dringend abgeraten, betonen Fachleute. In dem Fall hatte die Frau zudem nicht Fliegenpilze, sondern die optisch ähnlichen Pantherpilze konsumiert. Erstere haben in der Regel orangefarbene bis rote, letztere eine braune Huthaut. Besonders blasse Exemplare sind sich zum Verwechseln ähnlich.

Die typischen Vergiftungssymptome vom Pantherpilz sind jedoch deutlich stärker als beim Fliegenpilz: Sie ähneln demnach einem starken Alkoholrausch mit Verwirrung, Sprach- und Sehstörungen sowie Mattigkeit. Der Konsum kann Angstgefühle, Toben, Depressionen oder extreme Euphorie hervorrufen. In der Regel ende das Syndrom meist mit einem tiefen Schlaf nach 10 bis 15 Stunden. Die lange Dauer im Karlsruher Fall sei ungewöhnlich, sagte Simon Hauser, behandelnder Oberarzt am Integrierten Notfallzentrum des Klinikums.

Vorsicht beim Pilzesammeln gilt für alle

Pilzsammler sollten generell vor dem Verzehr ihre Funde sicherheitshalber von Fachleuten überprüfen lassen. Das Naturkundemuseum weist etwa auf die Pilzberatung der Arbeitsgruppe Pilze im Naturwissenschaftlichen Verein (PiNK) am Museum hin, die von Mitte August bis Mitte November immer montags von 17.00 bis 19.00 Uhr an der Westseite des Pavillons im Nymphengarten stattfindet. Pilzfachleute helfen dabei kostenlos bei der Bestimmung der Pilze, informieren über Speisewert und Merkmale.

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Pilze sammeln im Südwesten – wo es jetzt möglich ist https://www.die-neue-welle.de/pilze-sammeln-im-suedwesten-wo-es-jetzt-moeglich-ist-1635403/ Tue, 05 Aug 2025 02:00:18 +0000 https://www.die-neue-welle.de/?p=1635403

Regenwetter gut für Pilzsammler

Der Herbst gilt als klassische Pilzsammelzeit. Doch auch im Sommer könnten Pilzbegeisterte ihrem Hobby nachgehen – besonders, wenn der Sommer feucht sei, sagt Katharina Krieglsteiner. Sie ist Ausbilderin bei der Deutschen Gesellschaft für Mykologie.

Chancen auf Pilzfunde gibt es insbesondere in den zuletzt regnerischen Regionen im Land. Liss Hoffmann vom BUND empfiehlt in Laub- und Mischwäldern und dort an Wegen und Waldrändern zu suchen. Wälder mit alten Bäumen und Totholz seien besonders pilzreich.

Stinkmorchel ist im Sommer genießbar

Pfifferlinge, Sommer-Steinpilze, Röhrlinge und Täublinge sowie Bovisten und Birkenpilze sind bereits im Spätsommer essbar. Auch Krause Glucken, Schopftintlinge, Große Schmierlinge und Wiesenchampignons sind schon in den heimischen Wäldern zu finden. Durch die Regengüsse gebe es zudem schon Fichtenpilze, sagt Hoffmann. Da die Stinkmorchel im Sommer noch jung sei, sei sie dann ebenfalls genießbar. Erfahrene Sammler finden auch Perlpilze und Scheidenstreiflinge, die jedoch giftige Doppelgänger haben.

In Naturschutzgebieten, Nationalparks und Aufforstungsflächen ist das Sammeln verboten. Einige essbare Pilzarten wie Schwarzhütige Steinpilze, Kaiserlinge, Schafporlinge und Tuber-Trüffel dürfen nicht gepflückt werden.

Nie unbekannte Pilze pflücken

Sammler sollten nur ihnen bekannte und verzehrbar aussehende Pilze pflücken. Anderenfalls kann es zu Vergiftungen oder Unverträglichkeiten kommen.

Es dürfen nur geringe Mengen gepflückt werden. „In Baden-Württemberg hat sich bei Pilzen die Angabe von einem Kilogramm pro Person etabliert“, sagt Hoffmann. Als Faustregel empfiehlt sie die „Handstraußregel“. Die erlaubte Menge ist demnach jene, die gut in der Hand zu transportieren ist.

Wer sich unsicher ist, kann sich an Pilzsachverständige der Deutschen Gesellschaft für Mykologie oder – im Falle einer Vergiftung – an die Giftnotrufzentrale wenden. Hoffmann warnte davor, Pilze durch Apps, Fotos oder Videos zu bestimmen.

Nach dem Pflücken müssen Pilzen kühl und luftig gelagert werden. Plastiktüten sind tabu. Sie sollten rasch zubereitet und in nicht zu großen Mengen gegessen werden, so Krieglsteiner.

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Für Pilzsammler – Beratung am Naturkundemuseum Karlsruhe https://www.die-neue-welle.de/fuer-pilzsammler-beratung-am-naturkundemuseum-karlsruhe-426723/ Tue, 08 Aug 2023 03:24:56 +0000 https://www.die-neue-welle.de/?p=426723 Karlsruhe (pm/tk) – Nach den feucht-warmen Tagen der letzten Wochen sprießen sie wieder überall aus dem Boden: Pilze! Delikatessen wie Pfifferlinge oder Steinpilze – aber natürlich auch giftige Exemplare. Damit Pilzsammler keine bösen Überraschungen erleben, bietet das Naturkundemuseum Karlsruhe wieder Pilzberatungen an.

Pilzberatung ab Montag

Wie jedes Jahr in der Pilzsaison bietet das Naturkundemuseum Karlsruhe in Zusammenarbeit mit der AG Pilze des Naturwissenschaftlichen Vereins Karlsruhe e. V. (PiNK) eine wöchentliche Pilzberatung an. Die Pilzfachleute bestimmen gesammelte Pilze, informieren über deren Speisewert und ihre Giftigkeit, ihre Bestimmungsmerkmale, Häufigkeit und vieles mehr. Start ist am komemnden Montag, den 14.08.2023.  Die Pilzberatung findet von August bis Anfang November jeweils montags von 17 bis 19 Uhr am Seiteneingang des Pavillons im Nymphengarten hinter dem Naturkundemuseum statt. Letzter Termin ist voraussichtlich am 6. November (bei günstigem Wetter ist eine Verlängerung möglich). Die Beratung ist kostenlos!

Steinpilz, Pfifferling, Hexenröhrling

Die Bedingungen etwa für Sommersteinpilze, Pfifferlinge und Hexenröhrlinge seien in diesen Tagen sehr gut, sagt die Pilzsachverständige Nadja Frotscher von der Deutschen Gesellschaft für Mykologie. Besonders hoch ist die Wahrscheinlichkeit für den Fund von Steinpilzen und Pfifferlingen unter Bäumen und auf sauren Böden – also beispielsweise dort, wo Heidelbeeren oder Sauerklee wachsen, wie Frotscher erklärte.

Vorsicht vor Giftpilzen

Die guten Wachstumsbedingungen für Speisepilze treiben auch giftige Pilze aus dem Boden. Besonders achtgeben sollten Pilzsammler vor dem Grünen Knollenblätterpilz und dem Pantherpilz. Beide seien bei Verzehr potenziell tödlich. Vor allem unerfahrenen Pilzsuchern rät die Pilzfachfrau, bekannte von unbekannten Sorten in unterschiedlichen Körben getrennt zu sammeln. Zudem sei es sinnvoll, die Pilze aus dem Boden herauszudrehen, statt sie abzuschneiden. Denn viele Pilze ließen sich nur bestimmen, wenn der gesamte Stiel intakt sei.

Pilze immer garen

Gesammelte Pilze sollten vor dem Essen in jedem Fall für 15 Minuten bei mindestens 60 Grad erhitzt werden, rät Frotscher. Denn es gebe viele Speisepilze, die erst durch das Kochen genießbar werden. Dazu zählten der Parasol (Gemeiner Riesenschirmling) sowie der Austernseitling.

Dem Naturschutzbund zufolge gibt es in Baden-Württemberg rund 3000 unterschiedliche Großpilze, etwa 150 davon sind Speisepilze und ungefähr 150 sind giftig. Zehn dieser Arten sind sogar tödlich giftig. Den Angaben nach sind 90 Prozent der tödlichen Pilzvergiftungen auf den Grünen Knollenblätterpilz und dessen weißhütige Variante zurückzuführen. Sie würden immer wieder mit Champignons verwechselt.

 

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Pilzsaison beginnt – Pfifferlinge und Steinpilze wachsen https://www.die-neue-welle.de/pilzsaison-beginnt-pfifferlinge-und-steinpilze-wachsen-421395/ Sat, 05 Aug 2023 04:00:18 +0000 https://www.die-neue-welle.de/?p=421395

Badenweiler (dpa/lsw) – Nahezu überall im Südwesten hat es in den vergangenen Tagen ordentlich geregnet. Zusammen mit den einigermaßen warmen Temperaturen eine gute Grundlage für das Wachstum von Speisepilzen. Viele können schon gesammelt werden.

Pilze kommen empor

Die Bedingungen etwa für Sommersteinpilze, Pfifferlinge und Hexenröhrlinge seien in diesen Tagen sehr gut, sagte die Pilzsachverständige Nadja Frotscher von der Deutschen Gesellschaft für Mykologie im südbadischen Badenweiler. Aus vielen Ecken des Landes habe die Expertin zuletzt Meldungen zu Entdeckungen dieser Pilze erhalten. Besonders hoch ist die Wahrscheinlichkeit für den Fund von Steinpilzen und Pfifferlingen unter Bäumen und auf sauren Böden – also beispielsweise dort, wo Heidelbeeren oder Sauerklee wachsen, wie Frotscher erklärte.

Vorsicht vor Giftpilzen

Die guten Wachstumsbedingungen für Speisepilze treiben auch giftige Pilze aus dem Boden. Besonders achtgeben sollten Pilzsammler der Expertin zufolge vor dem Grünen Knollenblätterpilz und dem Pantherpilz. Beide seien bei Verzehr potenziell tödlich. Vor allem unerfahrenen Pilzsuchern rät die Pilzfachfrau, bekannte von unbekannten Sorten in unterschiedlichen Körben getrennt zu sammeln. Zudem sei es sinnvoll, die Pilze aus dem Boden herauszudrehen, statt sie abzuschneiden. Denn viele Pilze ließen sich nur bestimmen, wenn der gesamte Stiel intakt sei. Wer sich bei seinen Funden unsicher ist, kann seine Pilze von Pilzsachverständige der Deutschen Gesellschaft für Mykologie begutachten lassen. Auf der Internetseite des Vereins finden sich Kontaktdaten von Expertinnen und Experten bundesweit.

Pilze immer garen

Wer sich in den nächsten Tagen zum Pilzesammeln in den Wald aufmacht, sollte luftige Körbchen mitnehmen und die Funde darin transportieren, wie Frotscher empfahl. In Plastiktüten oder Brotdosen verkämen Pilze dagegen schnell. Gesammelte Pilze sollten vor dem Essen in jedem Fall für 15 Minuten bei mindestens 60 Grad erhitzt werden, rät Frotscher. Denn es gebe viele Speisepilze, die erst durch das Kochen genießbar werden. Dazu zählten der Parasol (Gemeiner Riesenschirmling) sowie der Austernseitling.

Dem Naturschutzbund zufolge gibt es in Baden-Württemberg rund 3000 unterschiedliche Großpilze, etwa 150 davon sind Speisepilze und ungefähr 150 sind giftig. Zehn dieser Arten sind sogar tödlich giftig. Den Angaben nach sind 90 Prozent der tödlichen Pilzvergiftungen auf den Grünen Knollenblätterpilz und dessen weißhütige Variante zurückzuführen. Sie würden immer wieder mit Champignons verwechselt.

 

 

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