Naturschutz – die neue welle https://www.die-neue-welle.de Immer deine Lieblingsmusik. Wed, 03 Jun 2026 05:47:40 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9.4 Karlsruher Ponys helfen im Schwarzwald: Diese Tiere haben eine wichtige Aufgabe https://www.die-neue-welle.de/karlsruher-ponys-helfen-im-schwarzwald-diese-tiere-haben-eine-wichtige-aufgabe-1908684/ Wed, 03 Jun 2026 05:47:40 +0000 https://www.die-neue-welle.de/?p=1908684 Karlsruhe/Schwarzwald (dpa/dk) – Sie kommen aus Karlsruhe und leisten im Nationalpark Schwarzwald wichtige Naturschutzarbeit: Konikpferde aus einem gemeinsamen Projekt mit dem Zoo Karlsruhe weiden seit wenigen Wochen wieder auf den Heideflächen im Nationalpark. Dort halten sie die traditionellen Bergweiden frei und helfen so der Artenvielfalt.

Ponys aus Karlsruhe sind wieder im Einsatz

In den warmen Monaten ziehen die grauen Ponys in den Nationalpark Schwarzwald. Bis Ende November bleiben sie dort und fressen die Vegetation auf den Heideflächen ab.

Die Tiere sind Teil eines gemeinsamen Projekts des Nationalparks mit dem Zoo Karlsruhe. Bereits seit 2020 verbringen die Konikpferde die wärmeren Monate im Schwarzwald. Den Winter verbringen sie im Naturschutzgebiet Talebuckel bei Offenburg.

Warum die Ponys so wichtig sind

Die Bergweiden im Nationalpark wurden bereits im Mittelalter angelegt. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts werden sie aber nicht mehr landwirtschaftlich genutzt.

Ohne die Konikpferde würden diese Flächen zuwachsen. Durch das Abweiden entstehen kleine Lebensräume, die für Vögel und Insekten wichtig sind.

Mehr Artenvielfalt durch die Weidetiere

Der Einsatz der Ponys zeigt Wirkung. Laut Nationalpark nimmt die Biodiversität auf den Flächen zu.

Thomas Gamio, der im Nationalpark Schwarzwald für die Weidetierhaltung zuständig ist, sagt dazu: „Wir merken die Auswirkungen unserer Weidetiere an der Zunahme der Biodiversität: Es gibt mehr Rote-Liste-Arten und auch Arten, die es vorher nicht gab“.

Und weiter: „Wenn die Pferde am Ende der Saison einen sogenannten Golfrasen hinterlassen, sind unsere Biologen glücklich – und ich stolz auf unsere Tiere.“

Zwei Herden im Nationalpark unterwegs

Mittlerweile gibt es zwei Herden mit insgesamt 21 Tieren. Sie weiden an den Standorten Zollstock/Hilseneck sowie am Schurkopf nahe des Schliffkopfs.

Konikpferde gelten als genügsam, robust und sehr geländesicher. Deshalb werden sie seit vielen Jahren in Beweidungsprojekten für den Naturschutz eingesetzt.

Mausgrau, robust und beliebt bei Besuchern

Das Konikpferd ist eine ursprüngliche Landrasse aus Polen. Es ähnelt den früher in Europa heimischen Wildpferden.

Typisch für die Tiere sind ihre mausgraue Färbung, die dunkle Mähne und Zebrastreifen an den Fesseln. Für Besucherinnen und Besucher des Nationalparks sind die Ponys außerdem ein beliebter Anblick.

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Rinder und Ziegen pflegen wieder den Gechinger Masenwald https://www.die-neue-welle.de/rinder-und-ziegen-pflegen-wieder-den-gechinger-masenwald-1906185/ Thu, 28 May 2026 17:10:31 +0000 https://www.die-neue-welle.de/?p=1906185

Lkr. Calw (pm/ms) – Zwischen Buchen und Eichen sind im Gechinger Masenwald wieder Rinder und Ziegen unterwegs. Was nach idyllischem Waldspaziergang klingt, ist ein gezieltes Naturschutzprojekt: Die Tiere helfen dabei, besondere Lebensräume für Insekten, Fledermäuse und viele weitere Arten zu erhalten.

Tiere schaffen lichte Waldflächen

Seit vergangener Woche weiden auf der rund 8,5 Hektar großen Waldweide wieder acht Limousin-Rinder der Familie Böttinger vom Gechinger Waldhof. Dazu kommen zehn Ziegen mit Ziegenbock Gustavo der Familie Esslinger aus Dachtel.

Durch ihr Fraß- und Trittverhalten halten die Tiere die Flächen offen. So entstehen lichte Waldstrukturen mit Grasflächen, Sträuchern und alten Bäumen. Diese Mischung ist wichtig, damit sich verschiedene Pflanzen- und Tierarten ansiedeln können.

Alte Idee neu entdeckt

„Was früher selbstverständlich war, wird heute für den Naturschutz wiederentdeckt“, sagt Constanze Heck, Waldweidemanagerin und Mitarbeiterin beim Landschaftserhaltungsverband.

Früher wurden Tiere vor allem zur Nahrungssuche in den Wald getrieben. Heute werden Waldweiden gezielt und unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt. Ziel ist es, besondere Tier- und Pflanzenarten zu schützen und ihre Lebensräume zu verbessern.

Besonders wichtig für Fledermäuse

Auf der Waldweide in Gechingen spielen Fledermäuse eine zentrale Rolle. Die Fläche gehört zu den Maßnahmen zur Unterstützung lokaler Fledermauspopulationen im Umfeld der Bahnstrecke im Rahmen der Inbetriebnahme der Hermann-Hesse-Bahn.

Fast alle heimischen Fledermausarten nutzen Wälder als Jagdgebiet. Manche ziehen ihre Jungtiere in Baumhöhlen alter Bäume auf oder überwintern dort. Deshalb ist die Struktur des Waldes besonders wichtig für ihren Lebensraum.

Monitoring begleitet das Projekt

Seit Beginn der Waldweide im Jahr 2024 wird die Entwicklung der Fledermäuse wissenschaftlich begleitet. Dafür kommen akustische Erfassungsgeräte zum Einsatz. Sie zeichnen die Ultraschallrufe der Tiere auf. So kann ausgewertet werden, wie sich die Fledermauspopulation entwickelt.

In diesem Jahr untersucht außerdem eine Studentin der Hochschule Rottenburg das Insektenaufkommen auf der Waldweide. Dabei geht es auch darum, welche Bedeutung die Insekten für die dort vorkommenden Fledermäuse haben.

Zusammenarbeit für den Naturschutz

Umgesetzt wird das Projekt durch die enge Zusammenarbeit mehrerer Partner. Beteiligt sind der Zweckverband Hermann-Hesse-Bahn als Maßnahmenträger, der Landschaftserhaltungsverband Calw e. V. als koordinierende und betreuende Stelle sowie die Beweider und die wissenschaftliche Begleitung.

So soll in Gechingen ein besonderer Lebensraum entstehen, von dem langfristig zahlreiche Arten profitieren können.

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Schwalben kehren in die Region zurück – und brauchen Schutz an unseren Häusern https://www.die-neue-welle.de/schwalben-kehren-in-die-region-zurueck-und-brauchen-schutz-an-unseren-haeusern-1884600/ Sat, 18 Apr 2026 07:48:22 +0000 https://www.die-neue-welle.de/?p=1884600 Karlsruhe (pm/dk) – Sie gelten als Sommerboten, Glücksbringer und nützliche Helfer gegen Mücken und Blattläuse: Mit den wärmeren Tagen kehren auch die Schwalben zurück. Doch in Karlsruhe werden die Tiere immer seltener. Die Stadt ruft deshalb dazu auf, Nester zu schützen und Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer besser über Hilfen und Regeln zu informieren.

Schwalben gelten seit jeher als Glücksbringer

„Wenn Schwalben am Haus brüten, geht das Glück nicht verloren“ – mit diesem Satz erinnert die Stadt an die besondere Bedeutung der Vögel. Früher seien Schwalben hierzulande als Glücksbringer und Beschützer des eigenen Hauses verehrt worden.

Gleichzeitig haben sie auch ganz praktischen Nutzen: Im Sommer helfen sie dabei, Mücken- und Blattlausplagen einzudämmen. Außerdem zeigen Schwalben laut Stadt durch ihre Anwesenheit, dass die Natur in der Umgebung noch in einem vergleichsweise guten Zustand ist. Denn dort gibt es dann noch Nahrung, Nistmaterial und funktionierende ökologische Prozesse.

Auch in Karlsruhe werden Schwalben immer seltener

Nach Angaben der Stadt gehen die Bestände nicht nur in Europa und in Deutschland zurück, sondern auch in Karlsruhe. Besonders betroffen sind demnach die dörflichen Randbereiche der Stadt, Gebiete in Rheinnähe und die Höhenstadtteile.

Dort dünnen sich die letzten Vorkommen laut Stadt drastisch aus. Als Hauptgrund wird der zunehmende Verlust geeigneter Nistmöglichkeiten genannt.

Viele Nester verschwinden – obwohl das verboten ist

Ein Problem: Immer wieder werden Nester entfernt. Teilweise, weil sich Menschen am Kot der Tiere stören, teilweise bei Renovierungen und Sanierungen.

Die Stadt macht dabei deutlich, dass viele nicht wissen, dass das verboten ist. Wer Nester ersatzlos entfernt, macht sich strafbar – auch dann, wenn die Schwalben gerade nicht anwesend sind.

Es gibt Lösungen für Hausbesitzer

Dabei gibt es nach Angaben der Stadt Möglichkeiten, Schwalben und Gebäude besser miteinander zu vereinbaren. Genannt werden zum Beispiel Kotbrettchen, die Fassaden schützen können. Auch Kunstnester können helfen, wenn Renovierungen in geeigneten Zeiträumen geplant werden.

Unterstützung gibt es dabei vom Umwelt- und Arbeitsschutz sowie vom Naturschutzbund NABU.

Hier gibt es Beratung in Karlsruhe

Wer mehr über Mehlschwalben wissen möchte, kann sich an den Umwelt- und Arbeitsschutz, Fachbereich Ökologie, wenden. Erreichbar ist die Stelle telefonisch unter 0721 133-3101 oder per Mail an umwelt-arbeitsschutz(at)karlsruhe.de.

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Der Biber ist nach 175 Jahren wieder in Karlsruhe zuhause https://www.die-neue-welle.de/der-biber-ist-nach-175-jahren-wieder-in-karlsruhe-zuhause-1871775/ Tue, 31 Mar 2026 02:12:57 +0000 https://www.die-neue-welle.de/?p=1871775

Karlsruhe (ms) - Wer gerade an der Alb oder an einem Uferweg in Karlsruhe spazieren geht, merkt schnell: Hier hat sich etwas verändert. Helles Holz an Baumstämmen, abgezwickte Äste und umgefallene Bäume zeigen, dass der Biber in Karlsruhe wieder angekommen ist.

© Marco Schenk

Biber in Karlsruhe: Seine Spuren sind jetzt deutlich zu sehen

Wer gerade an der Alb oder an einem Uferweg in Karlsruhe spazieren geht, merkt schnell: Hier hat sich etwas verändert. Helles Holz an Baumstämmen, abgezwickte Äste und umgefallene Bäume zeigen, dass der Biber in Karlsruhe wieder angekommen ist. Zu sehen ist das Tier selbst meist nicht, denn es ist vor allem nachts aktiv. „Den Biber selber kann man nur in der Nacht sehen. Aber die angenagten Bäume, die umgefallenen Bäume, die kann man jetzt ganz wunderbar sehen“, sagt Michael Zacherle, ehrenamtlicher Biberberater für Stadt und Landkreis Karlsruhe.

Spuren am Ufer, der Bau bleibt verborgen

Nach Angaben von Zacherle sind an einzelnen Stellen bereits etwa ein Dutzend angenagte oder umgefallene Bäume zu sehen. Dazu kommen viele kleine Äste, die sauber abgezwickt wurden. Den Biberbau selbst sieht man dagegen nicht ohne Weiteres. Zacherle sagt, der Bau sei so gut versteckt, dass selbst sein genauer Ort nicht ohne Weiteres zu erkennen sei. Der Biber ist zudem kein kleines Tier: Er wird normalerweise bis zu 35 Kilogramm schwer, einzelne Tiere können auch noch schwerer werden.

Von der Alb bis zum Knielinger See

Der Biber ist nach Zacherles Angaben an mehreren Stellen im Raum Karlsruhe unterwegs. Er habe die ganze Alb besiedelt, von der Mündung bei Eggenstein-Leopoldshafen über das Gebiet bei der MiRO, durch Knielingen und die Günther-Klotz-Anlage bis hin zum Malscher Landgraben. Weitere Tiere gebe es in Rappenwört und im Knielinger See. Auch eine weitere Ausbreitung hält Zacherle für möglich. Er nennt dabei unter anderem Baggerseen sowie eine Entwicklung in Richtung Ettlingen, Rheinstetten und Pfinztal. Im Knielinger See könnten nach seiner Einschätzung sogar zwei Familien Platz finden.

© Marco Schenk

Warum der Biber Bäume fällt

Dass der Biber Bäume fällt, hat nach Zacherles Angaben mehrere Gründe. Im Winter frisst er Knospen und die zarte Rinde in den Baumkronen. Außerdem nutzt er Holz für den Bau von Dämmen. Der Grund: Der Biber braucht eine bestimmte Wassertiefe, um schwimmen zu können. Fehlt diese Tiefe, baut er Dämme und gestaltet damit seinen Lebensraum selbst. Ein dritter Grund ist der Schutz seiner Wohnhöhle. Wenn dort die Decke einbricht, deckt er die Öffnung wieder mit Ästen und Zweigen ab.

© Marco Schenk

Was Spaziergänger und Hundebesitzer beachten sollten

Für Menschen ist der Biber nach Zacherles Einschätzung kein Problem, trotzdem rät er zur Vorsicht mit Hunden. „Ich würde den Hund an die Leine nehmen, und zwar nicht, um den Biber zu schützen, sondern um den Hund zu schützen“, sagt er. Der Biber sei zwar Vegetarier und gehe nicht auf die Jagd. Wenn er sich und seine Familie verteidige, könne er sich aber wehren. Spaziergänger sollten deshalb Abstand halten und Spuren am Ufer einfach beobachten.

Rückkehr eines auffälligen Tieres

Für Zacherle ist die Entwicklung auch aus Sicht des Naturschutzes bemerkenswert. „Als Naturschützer bin ich natürlich begeistert“, sagt er. In Karlsruhe zeigt sich die Rückkehr des Bibers vor allem an seinen Spuren. Wer an den Gewässern unterwegs ist, bekommt das Tier selbst nur selten zu Gesicht. Seine Arbeit am Ufer ist aber inzwischen deutlich zu sehen.

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20.000 Euro für den Artenschutz: Spende hilft Eisbären in freier Wildbahn https://www.die-neue-welle.de/20-000-euro-fuer-den-artenschutz-spende-hilft-eisbaeren-in-freier-wildbahn-1842825/ Wed, 14 Jan 2026 13:13:34 +0000 https://www.die-neue-welle.de/?p=1842825 Geld geht komplett an Polar Bears International Die vollständige Spendensumme wird an Polar Bears International weitergegeben. Die Organisation setzt sich weltweit für die Erforschung und den Schutz von Eisbären ein. Die Art gilt als stark bedroht: Die Weltnaturschutzunion IUCN führt den Eisbären auf der Roten Liste als „gefährdet“. Der Bestand in freier Wildbahn wird aktuell nur noch auf 20.000 bis 25.000 Tiere geschätzt. Die Populationen sind auf verschiedene Regionen des Nordpolargebiets verteilt und stark fragmentiert.

Zoo Karlsruhe engagiert sich auf mehreren Ebenen

Zoodirektor Dr. Matthias Reinschmidt erklärt: „Der Eisbär steht wie kaum eine andere Art für das Artensterben und die Problematik des Klimawandels. Deshalb beteiligen wir uns am Erhaltungszuchtprogramm der Europäischen Zoovereinigung EAZA, unterstützen gleichzeitig Polar Bears International bei deren wichtiger Arbeit in der Natur und versuchen, eine größtmögliche Aufmerksamkeit für die Gefährdung der Art zu schaffen.“

Volksbank pur als langjähriger Partner des Zoos

Auch die Volksbank pur betont die enge Zusammenarbeit mit dem Zoo Karlsruhe. Andreas Thorwarth, Vorstandsmitglied der Volksbank pur, sagt: „Als langjährigen Partner des Zoos ist es uns ein Herzensanliegen, das großartige Engagement der Artenschutzstiftung zu unterstützen. Der Zoo hat durch Eisbärjungtier Mika viele Menschen erreicht und somit die Bedrohung der Art in den Mittelpunkt stellen können. Erforschung sowie Schutz der Eisbären sollen mit dieser Spende entscheidend unterstützt werden.“ Die Volksbank pur und der Zoo Karlsruhe arbeiten bereits seit 2016 intensiv zusammen. Im Rahmen dieser Kooperation unterstützt die Bank den Zoo jährlich mit 100.000 Euro. Die aktuelle Spende in Höhe von 20.000 Euro kommt zusätzlich zu dieser bestehenden Förderung.

Mehr als vier Millionen Euro für den Artenschutz

Seit ihrer Gründung hat die Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe bereits mehr als vier Millionen Euro für Artenschutzmaßnahmen eingesetzt. Dazu zählen eigene Projekte wie ein Biodiversitätsprojekt in Ecuador, aber auch Kooperationen mit großen Organisationen wie dem WWF oder Polar Bears International. Zusätzlich engagiert sich der Zoo auch regional, etwa bei einer Zusammenarbeit mit dem NABU in der Saalbachniederung.

Ziel: Entwicklung zum Artenschutz-Zentrum

Artenschutz-Kuratorin Sandra Dollhäupl betont die Rolle moderner Zoos: „Moderne Zoos verbinden den Artenschutz durch zahlreiche Erhaltungszuchtprojekte mit dem direkt in den Lebensräumen der bedrohten Arten. Wir wollen uns immer mehr zu einem Artenschutz-Zentrum entwickeln.“ Dabei sei externe finanzielle Unterstützung ein entscheidender Faktor für den Erfolg der Projekte.]]>
Rebhuhn ist Vogel des Jahres 2026 https://www.die-neue-welle.de/rebhuhn-ist-vogel-des-jahres-2026-1751635/ Thu, 09 Oct 2025 12:28:14 +0000 https://www.die-neue-welle.de/?p=1751635

Region (pm/dk) – Es steht fest: Das Rebhuhn ist der Vogel des Jahres 2026. Mit überwältigender Mehrheit konnte sich der stark bedrohte Hühnervogel bei der öffentlichen Wahl des NABU und des Landesbunds für Vogel- und Naturschutz (LBV) durchsetzen. Mehr als 184.000 Menschen haben ihre Stimme abgegeben – ein neuer Rekord.

Klare Entscheidung bei der Wahl

Das Rebhuhn bekam mit 81.855 Stimmen (44,5 Prozent) fast doppelt so viele wie die zweitplatzierte Amsel (26,6 Prozent). Dahinter folgten die Waldohreule (12,7 Prozent), die Schleiereule (11,7 Prozent) und der Zwergtaucher (4,5 Prozent). „Das war eine Rekord-Wahlbeteiligung! Wir freuen uns sehr, dass Vögel und die Natur so viele Menschen bewegen“, sagte NABU-Vogelschutzexperte Martin Rümmler.

Bedroht durch intensive Landwirtschaft

Auch in Baden-Württemberg steht das Rebhuhn im Fokus des Naturschutzes. Der NABU engagiert sich hier seit zwei Jahren mit dem bundesweiten Projekt „Rebhuhn retten – Vielfalt fördern!“. Ziel ist es, dem bedrohten Hühnervogel wieder mehr zusammenhängende Lebensräume zu bieten. „Wo es artenreiche Blühbrachen oder lichte Ackerflächen, ausreichend breite Blühstreifen, gut gepflegte Niederhecken sowie Kleinstrukturen wie Feldraine oder Böschungen gibt, ist das am Boden lebende Huhn zuhause. Das Tolle an Rebhuhn-Maßnahmen ist, dass auch viele andere Arten im Offenland profitieren, von der Wildbiene bis zum Feldhasen“, erklärt NABU-Projektleiterin Dominique Aichele.

Bestandsrückgang um mehr als 80 Prozent

Einst war das Rebhuhn ein vertrauter Anblick in der Agrarlandschaft des Südwestens. Doch die Zahlen sind dramatisch: Zwischen 1995 und 2020 ging der Bestand laut Ornithologischer Gesellschaft Baden-Württemberg um 82 Prozent zurück. „In einer Agrarlandschaft, in der fast jeder Quadratmeter als Anbaufläche genutzt wird und Kleinstrukturen oder extensiver genutzte Ackerflächen fehlen, findet das Rebhuhn zu wenig Nistplätze und kaum Nahrung. Besonders schädlich: Insektizide und fehlende Blühflächen. Agrarflächen ohne Insekten sind tote Flächen für Rebhuhnküken“, so Aichele. Hoffnung macht, dass sich in Regionen wie im Landkreis Tübingen oder im Raum Fellbach – Modellgebiete des Rebhuhnprojektes – erste positive Entwicklungen zeigen.

Mehr Rückzugsräume gefordert

Damit sich die Population im Südwesten erholen kann, braucht es vor allem mehr Vielfalt auf den Feldern. „Außerhalb der Projektgebiete sind viele Feldfluren im Ländle aktuell noch rebhuhnfrei“, warnt Aichele. Studien zufolge könnte schon eine naturnahe Bewirtschaftung von zehn Prozent der Äcker ohne Pestizide einen entscheidenden Unterschied machen – nicht nur für das Rebhuhn, sondern auch für andere Feldvögel und bestäubende Insekten. Das im Landes-Biodiversitätsstärkungsgesetz vorgesehene Ziel von zehn Prozent sogenannter Refugialflächen könnte also entscheidend dazu beitragen, dass das Rebhuhn in Baden-Württemberg wieder eine Zukunft hat.

Tradition seit 1971

Die Wahl zum „Vogel des Jahres“ hat in Deutschland eine lange Tradition. Schon seit 1971 wird der Titel vergeben. Seit 2021 dürfen alle Interessierten öffentlich abstimmen – und 2025 wurde so viele Stimmen abgegeben wie nie zuvor. Ab Januar löst das Rebhuhn den aktuellen Titelträger, den Hausrotschwanz, ab.

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Hornissen-Angriffe im Trifels-Gebiet – So gefährlich sind die Insekten https://www.die-neue-welle.de/hornissen-angriffe-im-trifels-gebiet-so-gefaehrlich-sind-die-insekten-1708777/ Mon, 15 Sep 2025 13:07:37 +0000 https://www.die-neue-welle.de/?p=1708777 Annweiler (pm/dk) – Ein Ausflug ins Trifels-Gebiet endete am Wochenende für zahlreiche Wanderer mit schmerzhaften Begegnungen: Mehr als 20 Personen wurden von asiatischen Hornissen gestochen. Feuerwehr und Polizei sperrten nun die betroffenen Wege rund um den Münzturm.

Mehrere Verletzte nach Attacken

Vor allem an den Zugängen von den Parkplätzen Windhof und Ahlmühle kam es zu Vorfällen. Die aggressiven Tiere griffen Wanderer an, die sich in der Nähe ihrer Nester aufhielten. Einige Betroffene mussten mit allergischen Reaktionen ins Krankenhaus gebracht werden. In einem Fall war sogar die Hilfe der Höhenrettung nötig, um eine verletzte Person aus einem steilen Waldstück zu bergen.

Hintergrund: Wie gefährlich ist die Asiatische Hornisse?

Normalerweise sind Hornissen Menschen gegenüber friedlich und jagen vor allem andere Insekten. In Nestnähe können sie jedoch massiv reagieren. „Nester der Asiatischen Hornisse können 3000 bis 4000 fliegende Tiere beinhalten“, erklärt Dr. Stephan Härtel, Referent für Hymenopterenschutz beim NABU Berlin. Solche Nester sollten niemals eigenhändig entfernt werden, sondern ausschließlich von Fachleuten.

Was tun bei einem Stich?

Ein Stich ist für die meisten Menschen zwar schmerzhaft, aber ungefährlich. Allergiker sollten dagegen sofort ihre Notfallmedikamente einsetzen und ärztliche Hilfe rufen. Im Ernstfall gilt: den Notruf 112 wählen.

Hornissen melden – Schutz für Artenvielfalt

Sichtungen von Asiatischen Hornissen oder ihren Nestern sollten immer der örtlichen Naturschutzbehörde gemeldet werden. „Alle bekannten Nester müssen schnell entfernt werden, um eine weitere Ausbreitung abzubremsen“, so Härtel. Denn die Art stellt eine Gefahr für die Biodiversität dar: Bienen, Wespen, Fliegen und sogar Spinnen gehören zu ihrem Beutespektrum. Zudem könnten sie mit einheimischen Hornissen oder Vögeln um Nistplätze konkurrieren.

Die Forstverwaltung übernimmt nun die weiteren Maßnahmen im Trifels-Gebiet, um Wanderer zu schützen und eine weitere Ausbreitung der invasiven Art einzudämmen.

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Ihr habt die Wahl: Wer wird Vogel des Jahres 2026? https://www.die-neue-welle.de/ihr-habt-die-wahl-wer-wird-vogel-des-jahres-2026-1683517/ Wed, 03 Sep 2025 08:42:58 +0000 https://www.die-neue-welle.de/?p=1683517 Region (pm/dk) – Ab sofort findet wieder die öffentliche Wahl zum Vogel des Jahres statt. Alle Menschen in Baden-Württemberg und bundesweit können mitentscheiden, wer 2026 die Krone der Vogelwelt tragen soll. Im Rennen sind diesmal Amsel, Rebhuhn, Schleiereule, Waldohreule und Zwergtaucher.

Jeder Vogel hat Wahlspruch

„Die Amsel kennt wohl jedes Kind, der Zwergtaucher dürfte eher nicht so geläufig sein. Mit dem Rebhuhn ist eine stark gefährdete Agrarvogelart dabei. Und dann stehen noch zwei Eulenarten zur Wahl“, sagt NABU-Vogelschutzexperte Stefan Bosch. „Jede Vogelart bringt ein wichtiges Naturschutzthema mit, das unsere Aufmerksamkeit braucht – jede der fünf hat es verdient, gewählt zu werden.“

Amsel: „Beeren statt Beton!“

Die Amsel (Turdus merula) ist einer der bekanntesten Singvögel. Ihr melodisch-melancholischer Gesang ist weithin zu hören, wenn sie abends in einem hohen Baum oder auf dem Dachfirst singt. Damit es ihr gut geht, braucht sie naturnahe Gärten mit heimischen Sträuchern als Rückzugsort und Futterquelle. Städtische Grünflächen sollten extensiv gepflegt werden und überhaupt mehr Grün in die Städte gebracht werden. Der Wahlslogan der Amsel lautet darum: „Beeren statt Beton!“ Sie ist derzeit nicht gefährdet. In den vergangenen Jahren machte ihr aber immer wieder das tödliche Usutu-Virus zu schaffen, das sich in heißen Sommern unter der Amselpopulation ausbreitet.

Rebhuhn: „Für Felder voller Leben!“

Das Rebhuhn (Perdix perdix) ist ein in Baden-Württemberg besonders stark gefährdeter Kandidat – deshalb setzt sich der NABU Baden-Württemberg mit einem eigenen Projekt für die Rückkehr ein. Um 1990 brach der Bestand des Bodenbrüters stark ein. Da der Hühnervogel auf Wiesen, Feldern und Brachflächen lebt, ist er von der intensiven Landwirtschaft betroffen. Er leidet unter großflächigen Monokulturen, wo es ihm an Verstecken und Futter mangelt. Mit dem Slogan „Für Felder voller Leben!“ fordert das Rebhuhn eine naturverträgliche Landwirtschaft: mehr ökologischen Anbau und weniger Ackergift. 1991 war das Rebhuhn schon einmal Vogel des Jahres.

Schleiereule: „Gib mir dein Dach!“

Die Schleiereule (Tyto alba) wohnt häufig in Kirchtürmen und alten Scheunen. Doch durch Sanierungen und Vergitterungen von Einfluglöchern findet sie immer weniger Brutplätze. Nur 500 bis 1.500 Paare brüten im Südwesten. „Gib mir dein Dach!“, ist darum ihr Slogan. Helfen kann man ihr durch spezielle Nistkästen, die sie gern annimmt. Viele NABU-Gruppen im Südwesten unterstützen sie damit. Die nächtliche Jägerin mit ihrem auffälligen weißen Herzgesicht wird auch durch die intensive Landnutzung bedroht, bei der häufig Rodentizide, die Mäuse dezimieren sollen, eingesetzt werden. Wühl- und Spitzmäuse sind die Hauptnahrung der Schleiereule.

Waldohreule: „Ohren auf, Vielfalt an!“

Die Waldohreule (Asio otus) brütet in weiten Teilen Baden-Württembergs mit etwa 3.000 Paaren. Sie sieht aus wie ein kleinerer, schlankerer Uhu. Ihre auffälligen „Ohren“ sind keine, sondern Federpuschel ohne Hörfunktion. Die Waldohreule lebt gern in lichten Wäldern, jagt in strukturreichen Landschaften Wühl- und Spitzmäuse – so wie die Schleiereule. Sie baut häufig nicht selbst ein Nest, sondern brütet in verlassenen Krähen- oder Greifvogelnestern. Und sie braucht alte Bäume, etwa im Wald, Park oder auf dem Friedhof. Bei der nächtlichen Jagd fliegt sie wie alle Eulenarten lautlos und ortet ihre Beute akustisch. Ihr Wahlslogan lautet: „Ohren auf, Vielfalt an!“

Zwergtaucher: „Tauchen statt Trockenlegen!“

Der Zwergtaucher (Tachybaptus ruficollis) ist unser kleinster heimischer Taucher. Er ist so zart, dass man ihn auf den ersten Blick für ein Entenküken halten könnte. Er braucht natürliche, saubere Gewässer. „Tauchen statt Trockenlegen!“ ist darum sein Wahlslogan. Der scheue Zwergtaucher baut sein Nest meist schwimmend in der Uferzone, wo er zwischen Schilf und anderen Pflanzen gut versteckt ist. Zu Gesicht bekommt man ihn nur schwer, hören kann man ihn dagegen gut. An ungestörten Flussufern im Land erklingt sein auffälliger Balztriller „bibibibibibibibi“.

Wichtige Fakten zur Wahl

Am 2. September um 10 Uhr öffnet das virtuelle Wahllokal. Bis 9. Oktober, 11 Uhr, kann abgestimmt werden und am selben Tag verkünden NABU und LBV den Sieger. Der „Vogel des Jahres“ wurde in Deutschland erstmals im Jahr 1971 gekürt. Seit 2021 wird er durch eine öffentliche Wahl bestimmt. Der aktuelle Vogel des Jahres ist der Hausrotschwanz.

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Klettern am Battertfelsen in Baden-Baden nicht mehr das ganze Jahr verboten https://www.die-neue-welle.de/klettern-am-battertfelsen-in-baden-baden-nicht-mehr-das-ganze-jahr-verboten-1628638/ Wed, 30 Jul 2025 12:50:17 +0000 https://www.die-neue-welle.de/?p=1628638 Baden-Baden (pm/svs) – Der jahrelange Streit um die Nutzung der Badener Wand am Battert in Baden-Baden ist beigelegt. Das Verwaltungsgericht Karlsruhe hat die Argumente des Deutschen Alpenvereins (DAV) anerkannt und die ganzjährige Sperrung des traditionsreichen Kletterfelsens für unverhältnismäßig erklärt. Somit gilt nun wieder das zeitlich befristete Betretungsverbot der Badener Wand vom 15. Januar bis zum 31. Juli.

Gericht sieht menschliche Störung nicht als Hauptursache

Das Gericht bestätigte, dass der geringe Bruterfolg des Wanderfalken an der Badener Wand nicht ausschließlich auf menschliche Aktivitäten zurückzuführen ist. Laut einem vom DAV in Auftrag gegebenen Gutachten beeinflussen auch andere Faktoren die Brut, etwa der am Battert nachgewiesene Uhu – ein natürlicher Feind des Wanderfalken.

„Wir sind extrem erleichtert, dass dieser kräftezehrende Streit ein glimpfliches Ende gefunden hat“, so DAV-Vizepräsident Wolfgang Arnoldt nach der Verhandlung. Auch Michelle Müssig, stellvertretende Vorsitzende des DAV-Landesverbands Baden-Württemberg, zeigt sich zuversichtlich: „Jetzt können wir auch an der Badener Wand zu sinnvollen Maßnahmen für den Schutz von Felsbrütern zurückkehren und gleichzeitig dieses traditionsreiche Klettergebiet erhalten.“

Erfolgsmodell befristete Sperrungen

Seit über 30 Jahren setzt der DAV auf lokal abgestimmte Kletterkonzeptionen mit befristeten Sperrungen während sensibler Brutzeiten. Diese seien in der Kletterszene akzeptiert und hätten sich deutschlandweit bewährt, betont Marc Stannartz, zuständig für Kletterkonzeptionen beim DAV. Ein Beispiel: Am Gelben Fels in Baden-Württemberg flogen 2024 und 2025 insgesamt sieben Jungvögel aus – dank gezielter Sperrzeiten.

Kritik an ganzjähriger Sperrung

Die Entscheidung des Regierungspräsidiums Karlsruhe im Jahr 2022, die Badener Wand dauerhaft zu sperren und Infrastruktur wie Haken zu entfernen, hatte für massiven Widerstand gesorgt. Neben dem DAV protestierte auch die Bürgerinitiative „100 % Battert“. Der Vorwurf: Die Maßnahme sei überzogen, naturfachlich nicht ausreichend begründet und gefährde den Zugang zu weiteren Klettergebieten.

Das Verwaltungsgericht stellte sich nun auf die Seite der Kläger und bestätigte damit auch die Wirksamkeit der bestehenden Kletterkonzepte. „Das Urteil ist nun auch eine rechtliche Bestätigung, dass unsere Kletterkonzeptionen wirken, dass wir es schaffen, Naturschutz und Sport zusammenzubringen“, so Stannartz.

Blick nach vorn: Runder Tisch soll Regelung erarbeiten

Der DAV sieht im Urteil nicht nur einen Sieg, sondern auch einen Auftrag. Die Zusammenarbeit im Rahmen des „Runden Tisch Battert“ soll wieder aufgenommen werden, um künftig gemeinsam tragfähige Lösungen zu erarbeiten. „Die Entscheidung ist für uns ein Ansporn, auch weiterhin Naturschutz und Klettersport am Battert in Einklang zu bringen“, betont der Landesverband.

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Aufwachen ohne Gesang – weniger Vögel in heimischen Gärten https://www.die-neue-welle.de/aufwachen-ohne-gesang-weniger-voegel-in-heimischen-gaerten-1484707/ Mon, 26 May 2025 02:28:26 +0000 https://www.die-neue-welle.de/?p=1484707
In den vergangenen 20 Jahren hat die Zahl der Vögel in Gärten stetig abgenommen. Der Artenschwund ist eine dauerhafte Entwicklung, die sich aktuell weiter fortsetzt, wie der Landesverband Baden-Württemberg des Naturschutzbunds (Nabu) mitteilte.

Zählaktion «Stunde der Gartenvögel»

Wie in jedem Jahr rief der Nabu und sein bayerischer Partner, der Landesbund für Natur- und Vogelschutz, am zweiten Maiwochenende wieder Freiwillige dazu auf Vögel, zu zählen. An der «Stunde der Gartenvögel» nahmen dieses Jahr rund 6.000 Menschen teil. Sie haben etwa 110.000 Vögel in ihren Gärten im Südwesten beobachtet. Am häufigsten tauchte in Baden-Württemberg der Haussperling auf. Doch auch er wurde weniger gesichtet als in den vergangenen Jahren. «In 20 Jahren haben wir im Schnitt acht Vögel je Garten verloren und dieses Jahr mit 26,8 Vögeln einen Tiefpunkt erreicht», sagte Nabu-Ornithologe Stefan Bosch. Dank der Laufzeit sei der Nabu in der Lage, Langzeittrends aus den Zählungen abzuleiten. Die Daten sind trotz der Zählung durch Laien belastbar. Nach Angaben des Nabu Baden-Württemberg stimmen die Daten weitgehend mit professionellen Monitorringprogrammen überein.

Problemzone Stadt

Grund für die stetig abnehmende Zahl der Vögel sei die schwindende Artenvielfalt in Gärten. Für den Nabu gehören besonders versiegelte Flächen oder Schottergärten zu Problemflächen. Allgemein sei das Leben für Vögel in Städten schwieriger. «Die Zahl der Häuser, an denen Spatzen oder Hausrotschwänze etwa in Stuttgart oder Heilbronn unter losen Dachziegeln Nischen zum Brüten finden, nimmt konstant ab», sagte Nabu-Artenschutzreferentin Alexandra Ickes. Bei der Sanierung von Gebäuden werde außerdem nicht darauf geachtet, dass Ersatzbrutplätze zur Verfügung gestellt werden. Die Forderungen des Nabu richten sich deswegen nicht nur an Privatpersonen, sondern auch an Kommunen und Städte. «Wir brauchen einen Biodiversitäts-Turbo, denn schwindende Vogelbestände sind eine Mahnung, dass auch unsere Lebensgrundlagen in Gefahr sind.», teilte Stefan Bosch mit. Landschaft dürfe nicht nur bedenkenlos nutz- und umgestaltbare Verfügungsmasse sein.

Garten und Balkon sind ein Lebensraum

Einzelpersonen könnten auch etwas gegen die schwinden Plätze für Vögel tun. Nicht nur im Garten, sondern auch auf dem Balkon. Für Vögel ist es gut, wenn viele verschiedene Lebewesen im Garten vorkommen. «Ohne Vegetation keine Insekten und Kleintiere und ohne diese keine Vögel und Säugetiere. […] Ideal sind wilde, unordentliche Gartenecken», so die Beschreibung von Bosch. Der Garten kann auch aktiv zum Vorteil von Vögeln gestaltet werden. Nisthilfen und Wasserstellen zum Trinken und Baden seien von Vorteil. Katzen sollten außerdem während der Brutzeit der Tiere drinnen Gehalten werden. Sie könnten ausgeflogene Jungvögel leicht erbeuten. Allgemein seinen Katzen aber keine große Gefahr für Tiere.
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