Menschenhandel – die neue welle https://www.die-neue-welle.de Immer deine Lieblingsmusik. Tue, 07 Oct 2025 15:21:45 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9.4 Beratungsstelle warnt: Karlsruher Straßenstrich-Verbot verschärft Risiken https://www.die-neue-welle.de/beratungsstelle-warnt-strassenstrich-verbot-verschaerft-risiken-fuer-frauen-1746841/ Tue, 07 Oct 2025 15:18:09 +0000 https://www.die-neue-welle.de/?p=1746841 Bruchsal (pm/dk) – Seit März 2025 gilt in Karlsruhe ein stadtweites Verbot der Straßenprostitution. Die Stadt begründete die Entscheidung mit dem Ziel, Menschenhandel und Zwangsprostitution einzudämmen. Fünf Monate später zeigt sich jedoch: Das Verbot hat die Situation für viele betroffene Frauen nicht verbessert – im Gegenteil.

Verlagerung nach Bruchsal und neue Probleme

Nach Inkrafttreten des Karlsruher Verbots wichen zahlreiche Frauen nach Bruchsal aus. Doch auch dort untersagte die Stadt die Straßenprostitution. Einige Frauen arbeiten nun verdeckt oder in anderen Bruchsaler Straßen, wo sie schlechter geschützt sind und kaum Unterstützung finden.

Die Beratungsstelle Luise des Diakonischen Werkes Karlsruhe beschreibt die Folgen deutlich. Gerade in den ersten Monaten des Verbots hätten viele Frauen den Wunsch geäußert wieder in Karlsruhe arbeiten zu dürfen.

Schlechte Bedingungen und hohe Belastung

Der Umzug nach Bruchsal brachte erhebliche Nachteile: längere Wege, zusätzliche Kosten und schlechtere Arbeitsbedingungen. Weder Mülleimer, Toiletten noch Sitzgelegenheiten standen zur Verfügung. Schutz vor Wind und Wetter fehlte völlig, und die Arbeitsplätze lagen mitten in der Öffentlichkeit – direkt an Restaurants und belebten Straßen. Viele Frauen berichteten, dass sie sich dort schämten.

Die Situation führte zu existenziellen Problemen: Eine Frau mit Kindern verlor ihre Wohnung und wurde zeitweise obdachlos, eine andere gesundheitlich angeschlagene Frau konnte die Fahrten nicht mehr leisten und rutschte in finanzielle Not. Eine weitere Frau wich ins Ausland aus, wo die Arbeitsbedingungen aus Sicht der Beratungsstelle noch bedenklicher sind.

Beratungsarbeit erschwert

Auch die Arbeit der Beratungsstelle selbst wurde massiv erschwert. Während in Karlsruhe regelmäßig rund 15 Frauen erreicht wurden, konnten die Beraterinnen in Bruchsal nur noch vier bis sieben Frauen regelmäßig treffen. Verdachtsfälle von Menschenhandel, Gewalt oder gesundheitlichen Problemen sind dadurch schwerer erkennbar.

Bereichsleiter David Ostern macht klar: „Ein Verbot allein schützt nicht vor Ausbeutung, Zwang oder Gewalt. Im Gegenteil, es verschärft Risiken und erschwert Hilfsangebote.“ Stattdessen brauche es sichere Arbeitsbedingungen, verlässlichen Zugang zu Beratung und Unterstützung beim Ausstieg.

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Stadt Karlsruhe verbietet ab Freitag Straßenprostitution – erstmal testweise https://www.die-neue-welle.de/stadt-karlsruhe-verbietet-ab-freitag-strassenprostitution-erstmal-testweise-1360250/ Thu, 20 Mar 2025 13:26:02 +0000 https://www.die-neue-welle.de/?p=1360250 Karlsruhe (pm/svs) – Leicht bekleidete Damen, die am Straßenrand der Karlsruher Ottostraße stehen, sind erstmal Geschichte: Denn Karlsruhe verbietet Straßenprostitution und zwar ab Freitag im gesamten Stadtgebiet, erstmal für ein halbes Jahr. Die Stadt Karlsruhe setzt damit ein klares Zeichen gegen Menschenhandel und Zwangsprostitution.

Hintergrund: Ermittlungen gegen Menschenhandel

Die Entscheidung wurde auf Grundlage von Erkenntnissen des Polizeipräsidiums Karlsruhe getroffen. Diese ergaben konkrete Hinweise auf kriminelle Strukturen, die Prostituierte im Stadtgebiet ausnutzen.

Bereits im Januar 2025 führten die Staatsanwaltschaft und die Kriminalpolizei Karlsruhe in Zusammenarbeit mit ungarischen Behörden umfangreiche Maßnahmen im Kampf gegen Menschenhandel und Zwangsprostitution durch. Dabei wurden in der Nacht vom 15. auf den 16. Januar sieben Haftbefehle gegen Beschuldigte aus dem Raum Karlsruhe und Rastatt vollstreckt.

Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup begründet das Verbot mit den aktuellen Ermittlungsresultaten:
„Die vorliegenden Erkenntnisse, auch im Nachgang zu der öffentlichkeitswirksamen Polizeimaßnahme, zeigen konkrete Belege für kriminelle Organisationsstrukturen zum Nachteil von Prostituierten im Karlsruher Stadtgebiet. Das Verbot ist damit gerechtfertigt.“

Unterstützungsangebote für Betroffene

Das Verbot wurde vorab mit Fachberatungsstellen abgestimmt. Betroffenen Frauen und Männern wird somit gezielte Beratung, Schutz und Unterstützung angeboten.

Polizei und Ordnungsdienst kontrollieren Einhaltung

Die Einhaltung des Verbots wird durch Polizei und Kommunalen Ordnungsdienst (KOD) überwacht. Verstöße gegen die Allgemeinverfügung können mit entsprechenden Sanktionen geahndet werden.

Die Stadt Karlsruhe setzt mit dieser Maßnahme ein klares Zeichen gegen Menschenhandel und kriminelle Strukturen im Prostitutionsmilieu.

]]> Stadt Karlsruhe verbietet Straßenprostitution – erstmal testweise https://www.die-neue-welle.de/stadt-karlsruhe-verbietet-strassenprostitution-erstmal-testweise-1360217/ Thu, 13 Mar 2025 15:28:08 +0000 https://www.die-neue-welle.de/?p=1360217 Karlsruhe (pm/svs) – Die Stadt Karlsruhe hat ein sechsmonatiges Verbot der Straßenprostitution für das gesamte Stadtgebiet erlassen. Die entsprechende Allgemeinverfügung tritt am Freitag, 21. März 2025, in Kraft und basiert auf dem Prostituiertenschutzgesetz.

Hintergrund: Ermittlungen gegen Menschenhandel

Die Entscheidung wurde auf Grundlage von Erkenntnissen des Polizeipräsidiums Karlsruhe getroffen. Diese ergaben konkrete Hinweise auf kriminelle Strukturen, die Prostituierte im Stadtgebiet ausnutzen.

Bereits im Januar 2025 führten die Staatsanwaltschaft und die Kriminalpolizei Karlsruhe in Zusammenarbeit mit ungarischen Behörden umfangreiche Maßnahmen im Kampf gegen Menschenhandel und Zwangsprostitution durch. Dabei wurden in der Nacht vom 15. auf den 16. Januar sieben Haftbefehle gegen Beschuldigte aus dem Raum Karlsruhe und Rastatt vollstreckt.

Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup begründet das Verbot mit den aktuellen Ermittlungsresultaten:
„Die vorliegenden Erkenntnisse, auch im Nachgang zu der öffentlichkeitswirksamen Polizeimaßnahme, zeigen konkrete Belege für kriminelle Organisationsstrukturen zum Nachteil von Prostituierten im Karlsruher Stadtgebiet. Das Verbot ist damit gerechtfertigt.“

Unterstützungsangebote für Betroffene

Das Verbot wurde vorab mit Fachberatungsstellen abgestimmt. Betroffenen Frauen und Männern wird somit gezielte Beratung, Schutz und Unterstützung angeboten.

Polizei und Ordnungsdienst kontrollieren Einhaltung

Die Einhaltung des Verbots wird durch Polizei und Kommunalen Ordnungsdienst (KOD) überwacht. Verstöße gegen die Allgemeinverfügung können mit entsprechenden Sanktionen geahndet werden.

Die Stadt Karlsruhe setzt mit dieser Maßnahme ein klares Zeichen gegen Menschenhandel und kriminelle Strukturen im Prostitutionsmilieu.

]]> Die perfide Methode der „Loverboys“ – so können Mädchen geschützt werden! https://www.die-neue-welle.de/die-perfide-methode-der-loverboys-und-wie-maedchen-geschuetzt-werden-koennen-914928/ Wed, 10 Jul 2024 02:47:38 +0000 https://www.die-neue-welle.de/?p=914928 Region (dpa/dk) – Mädchen sind in der Pubertät besonders empfänglich für die Aufmerksamkeiten vermeintlicher Liebhaber. Doch die sogenannten „Loverboys“ haben alles andere im Sinn als große Gefühle. Ihr Ziel: Die jungen Frauen so abhängig zu machen, dass sie für sie arbeiten.

Die perfide Methode der „Loverboys“

„Loverboys“ nutzen emotionale Abhängigkeit und Täuschung, um Mädchen in die Prostitution zu drängen. Gesa Birkmann von der Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes erklärt: „Die Loverboys täuschen eine Liebesbeziehung vor und schaffen so ein Abhängigkeitsverhältnis. Diese Abhängigkeit nutzen sie aus, um das Mädchen sexuell und finanziell auszubeuten.“ Die jungen Männer zwischen 18 und 30 Jahren kontaktieren ihre Opfer meist über soziale Medien oder Dating-Apps, manchmal aber auch persönlich. Die Masche endet für die Mädchen meist in der Zwangsprostiution.

Gefahr und Prävention in Schulen

Der SPD-Landtagsabgeordnete Daniel Born fordert  mehr Schutz durch Aufklärung an Schulen: „Die Loverboy-Gefahr ist auch deshalb so groß, weil sie schlichtweg ignoriert wird“, betont Born. „Man kann als Klassenkamerad und Lehrer wichtige Symptome für das Abgleiten der Mädchen in die Abhängigkeit von einem Mann erkennen, wenn man um deren Strategie weiß“, erklärt Birkmann. Auch das Kultusministerium sieht in Fächern wie Ethik Anknüpfungspunkte für die Thematik.

Täterstrategien und Anzeichen

Die „Loverboys“ isolieren ihre Opfer von Familie und Freunden, um ihre Kontrolle zu verstärken. „Die Betroffenen werden oft von einem Mann zur Schule gebracht und abgeholt, tragen plötzlich teuren Schmuck und Make-up und verbringen viel Zeit am Handy“, so Birkmann. Wichtig sei, dass Lehrer, Eltern und Mitschüler auf solche Veränderungen achten und die Betroffenen ansprechen, ohne ihnen Vorwürfe zu machen.

Hohe Dunkelziffer und steigende Fallzahlen

Laut Bundeskriminalamt gab es im Jahr 2022 insgesamt 171 Verfahren mit minderjährigen Opfern wegen kommerzieller sexueller Ausbeutung. „Die aktuellen Zahlen vom Bundeskriminalamt lauten für das Jahr 2022, dass 476 Opfer ermittelt wurden, das ist ein Anstieg von über 10 % zum Vorjahr“, berichtet Birkmann. Die Dunkelziffer sei jedoch enorm hoch, da Menschenhandel zur sexuellen Ausbeutung ein Kontrolldelikt ist und viele Fälle nicht gemeldet werden.

Beratungsangebote und Unterstützung

Es gibt zahlreiche Beratungsstellen für Betroffene, die sich anonym Hilfe suchen können. Terre des Femmes bietet Webinare und Schulungen an, um Lehrer und Schüler aufzuklären. „Wir fordern ein Sexkaufverbot, das die Prostituierten entkriminalisiert und Zuhälter sowie Freier bestraft“, so Birkmann. Dies sei notwendig, um die Nachfrage zu reduzieren und die Gewalt in der Prostitution zu beenden.

Die Aufklärung über die „Loverboy“-Methode ist essenziell, um junge Mädchen und Frauen vor dieser perfiden Masche zu schützen. Nur durch Prävention und Wissen können potenzielle Opfer rechtzeitig gewarnt und geschützt werden.

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