LBV – die neue welle https://www.die-neue-welle.de Immer deine Lieblingsmusik. Thu, 09 Oct 2025 12:32:01 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9.4 Rebhuhn ist Vogel des Jahres 2026 https://www.die-neue-welle.de/rebhuhn-ist-vogel-des-jahres-2026-1751635/ Thu, 09 Oct 2025 12:28:14 +0000 https://www.die-neue-welle.de/?p=1751635

Region (pm/dk) – Es steht fest: Das Rebhuhn ist der Vogel des Jahres 2026. Mit überwältigender Mehrheit konnte sich der stark bedrohte Hühnervogel bei der öffentlichen Wahl des NABU und des Landesbunds für Vogel- und Naturschutz (LBV) durchsetzen. Mehr als 184.000 Menschen haben ihre Stimme abgegeben – ein neuer Rekord.

Klare Entscheidung bei der Wahl

Das Rebhuhn bekam mit 81.855 Stimmen (44,5 Prozent) fast doppelt so viele wie die zweitplatzierte Amsel (26,6 Prozent). Dahinter folgten die Waldohreule (12,7 Prozent), die Schleiereule (11,7 Prozent) und der Zwergtaucher (4,5 Prozent). „Das war eine Rekord-Wahlbeteiligung! Wir freuen uns sehr, dass Vögel und die Natur so viele Menschen bewegen“, sagte NABU-Vogelschutzexperte Martin Rümmler.

Bedroht durch intensive Landwirtschaft

Auch in Baden-Württemberg steht das Rebhuhn im Fokus des Naturschutzes. Der NABU engagiert sich hier seit zwei Jahren mit dem bundesweiten Projekt „Rebhuhn retten – Vielfalt fördern!“. Ziel ist es, dem bedrohten Hühnervogel wieder mehr zusammenhängende Lebensräume zu bieten. „Wo es artenreiche Blühbrachen oder lichte Ackerflächen, ausreichend breite Blühstreifen, gut gepflegte Niederhecken sowie Kleinstrukturen wie Feldraine oder Böschungen gibt, ist das am Boden lebende Huhn zuhause. Das Tolle an Rebhuhn-Maßnahmen ist, dass auch viele andere Arten im Offenland profitieren, von der Wildbiene bis zum Feldhasen“, erklärt NABU-Projektleiterin Dominique Aichele.

Bestandsrückgang um mehr als 80 Prozent

Einst war das Rebhuhn ein vertrauter Anblick in der Agrarlandschaft des Südwestens. Doch die Zahlen sind dramatisch: Zwischen 1995 und 2020 ging der Bestand laut Ornithologischer Gesellschaft Baden-Württemberg um 82 Prozent zurück. „In einer Agrarlandschaft, in der fast jeder Quadratmeter als Anbaufläche genutzt wird und Kleinstrukturen oder extensiver genutzte Ackerflächen fehlen, findet das Rebhuhn zu wenig Nistplätze und kaum Nahrung. Besonders schädlich: Insektizide und fehlende Blühflächen. Agrarflächen ohne Insekten sind tote Flächen für Rebhuhnküken“, so Aichele. Hoffnung macht, dass sich in Regionen wie im Landkreis Tübingen oder im Raum Fellbach – Modellgebiete des Rebhuhnprojektes – erste positive Entwicklungen zeigen.

Mehr Rückzugsräume gefordert

Damit sich die Population im Südwesten erholen kann, braucht es vor allem mehr Vielfalt auf den Feldern. „Außerhalb der Projektgebiete sind viele Feldfluren im Ländle aktuell noch rebhuhnfrei“, warnt Aichele. Studien zufolge könnte schon eine naturnahe Bewirtschaftung von zehn Prozent der Äcker ohne Pestizide einen entscheidenden Unterschied machen – nicht nur für das Rebhuhn, sondern auch für andere Feldvögel und bestäubende Insekten. Das im Landes-Biodiversitätsstärkungsgesetz vorgesehene Ziel von zehn Prozent sogenannter Refugialflächen könnte also entscheidend dazu beitragen, dass das Rebhuhn in Baden-Württemberg wieder eine Zukunft hat.

Tradition seit 1971

Die Wahl zum „Vogel des Jahres“ hat in Deutschland eine lange Tradition. Schon seit 1971 wird der Titel vergeben. Seit 2021 dürfen alle Interessierten öffentlich abstimmen – und 2025 wurde so viele Stimmen abgegeben wie nie zuvor. Ab Januar löst das Rebhuhn den aktuellen Titelträger, den Hausrotschwanz, ab.

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Ihr habt die Wahl: Wer wird Vogel des Jahres 2026? https://www.die-neue-welle.de/ihr-habt-die-wahl-wer-wird-vogel-des-jahres-2026-1683517/ Wed, 03 Sep 2025 08:42:58 +0000 https://www.die-neue-welle.de/?p=1683517 Region (pm/dk) – Ab sofort findet wieder die öffentliche Wahl zum Vogel des Jahres statt. Alle Menschen in Baden-Württemberg und bundesweit können mitentscheiden, wer 2026 die Krone der Vogelwelt tragen soll. Im Rennen sind diesmal Amsel, Rebhuhn, Schleiereule, Waldohreule und Zwergtaucher.

Jeder Vogel hat Wahlspruch

„Die Amsel kennt wohl jedes Kind, der Zwergtaucher dürfte eher nicht so geläufig sein. Mit dem Rebhuhn ist eine stark gefährdete Agrarvogelart dabei. Und dann stehen noch zwei Eulenarten zur Wahl“, sagt NABU-Vogelschutzexperte Stefan Bosch. „Jede Vogelart bringt ein wichtiges Naturschutzthema mit, das unsere Aufmerksamkeit braucht – jede der fünf hat es verdient, gewählt zu werden.“

Amsel: „Beeren statt Beton!“

Die Amsel (Turdus merula) ist einer der bekanntesten Singvögel. Ihr melodisch-melancholischer Gesang ist weithin zu hören, wenn sie abends in einem hohen Baum oder auf dem Dachfirst singt. Damit es ihr gut geht, braucht sie naturnahe Gärten mit heimischen Sträuchern als Rückzugsort und Futterquelle. Städtische Grünflächen sollten extensiv gepflegt werden und überhaupt mehr Grün in die Städte gebracht werden. Der Wahlslogan der Amsel lautet darum: „Beeren statt Beton!“ Sie ist derzeit nicht gefährdet. In den vergangenen Jahren machte ihr aber immer wieder das tödliche Usutu-Virus zu schaffen, das sich in heißen Sommern unter der Amselpopulation ausbreitet.

Rebhuhn: „Für Felder voller Leben!“

Das Rebhuhn (Perdix perdix) ist ein in Baden-Württemberg besonders stark gefährdeter Kandidat – deshalb setzt sich der NABU Baden-Württemberg mit einem eigenen Projekt für die Rückkehr ein. Um 1990 brach der Bestand des Bodenbrüters stark ein. Da der Hühnervogel auf Wiesen, Feldern und Brachflächen lebt, ist er von der intensiven Landwirtschaft betroffen. Er leidet unter großflächigen Monokulturen, wo es ihm an Verstecken und Futter mangelt. Mit dem Slogan „Für Felder voller Leben!“ fordert das Rebhuhn eine naturverträgliche Landwirtschaft: mehr ökologischen Anbau und weniger Ackergift. 1991 war das Rebhuhn schon einmal Vogel des Jahres.

Schleiereule: „Gib mir dein Dach!“

Die Schleiereule (Tyto alba) wohnt häufig in Kirchtürmen und alten Scheunen. Doch durch Sanierungen und Vergitterungen von Einfluglöchern findet sie immer weniger Brutplätze. Nur 500 bis 1.500 Paare brüten im Südwesten. „Gib mir dein Dach!“, ist darum ihr Slogan. Helfen kann man ihr durch spezielle Nistkästen, die sie gern annimmt. Viele NABU-Gruppen im Südwesten unterstützen sie damit. Die nächtliche Jägerin mit ihrem auffälligen weißen Herzgesicht wird auch durch die intensive Landnutzung bedroht, bei der häufig Rodentizide, die Mäuse dezimieren sollen, eingesetzt werden. Wühl- und Spitzmäuse sind die Hauptnahrung der Schleiereule.

Waldohreule: „Ohren auf, Vielfalt an!“

Die Waldohreule (Asio otus) brütet in weiten Teilen Baden-Württembergs mit etwa 3.000 Paaren. Sie sieht aus wie ein kleinerer, schlankerer Uhu. Ihre auffälligen „Ohren“ sind keine, sondern Federpuschel ohne Hörfunktion. Die Waldohreule lebt gern in lichten Wäldern, jagt in strukturreichen Landschaften Wühl- und Spitzmäuse – so wie die Schleiereule. Sie baut häufig nicht selbst ein Nest, sondern brütet in verlassenen Krähen- oder Greifvogelnestern. Und sie braucht alte Bäume, etwa im Wald, Park oder auf dem Friedhof. Bei der nächtlichen Jagd fliegt sie wie alle Eulenarten lautlos und ortet ihre Beute akustisch. Ihr Wahlslogan lautet: „Ohren auf, Vielfalt an!“

Zwergtaucher: „Tauchen statt Trockenlegen!“

Der Zwergtaucher (Tachybaptus ruficollis) ist unser kleinster heimischer Taucher. Er ist so zart, dass man ihn auf den ersten Blick für ein Entenküken halten könnte. Er braucht natürliche, saubere Gewässer. „Tauchen statt Trockenlegen!“ ist darum sein Wahlslogan. Der scheue Zwergtaucher baut sein Nest meist schwimmend in der Uferzone, wo er zwischen Schilf und anderen Pflanzen gut versteckt ist. Zu Gesicht bekommt man ihn nur schwer, hören kann man ihn dagegen gut. An ungestörten Flussufern im Land erklingt sein auffälliger Balztriller „bibibibibibibibi“.

Wichtige Fakten zur Wahl

Am 2. September um 10 Uhr öffnet das virtuelle Wahllokal. Bis 9. Oktober, 11 Uhr, kann abgestimmt werden und am selben Tag verkünden NABU und LBV den Sieger. Der „Vogel des Jahres“ wurde in Deutschland erstmals im Jahr 1971 gekürt. Seit 2021 wird er durch eine öffentliche Wahl bestimmt. Der aktuelle Vogel des Jahres ist der Hausrotschwanz.

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