Klimawetter – die neue welle https://www.die-neue-welle.de Immer deine Lieblingsmusik. Mon, 31 Aug 2026 11:56:21 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1 Rekordhitze im Südwesten: Sommer 2026 so warm wie nie zuvor https://www.die-neue-welle.de/rekordhitze-im-suedwesten-sommer-2026-so-warm-wie-nie-zuvor-1962627/ Mon, 31 Aug 2026 11:56:21 +0000 https://www.die-neue-welle.de/?p=1962627 Baden-Württemberg (dpa/dk) – Hitze, Trockenheit und außergewöhnlich viele Sonnentage: Baden-Württemberg hat nach vorläufigen Daten des Deutschen Wetterdienstes den wohl wärmsten Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen erlebt. Ein neuer landesweiter Hitzerekord wurde dabei ausgerechnet in der Region Karlsruhe gemessen.

41,4 Grad in Waghäusel-Kirrlach

Am 27. Juni kletterte das Thermometer in Waghäusel-Kirrlach nördlich von Karlsruhe auf 41,4 Grad. Nach vorläufigen Angaben des Deutschen Wetterdienstes ist das ein neuer Hitzerekord für Baden-Württemberg.

Im landesweiten Durchschnitt lag die Temperatur in diesem Sommer bei 21,1 Grad. Das sind 4,9 Grad mehr als der Referenzwert.

Schon der zweitwärmste Juni und der drittwärmste Juli hatten für außergewöhnlich hohe Temperaturen gesorgt. Die ersten Augustwochen trieben die Werte noch einmal weiter nach oben.

Mehr als 50 heiße Tage am Oberrhein

Landesweit wurden in den vergangenen drei Monaten durchschnittlich rund 35 heiße Tage mit mindestens 30 Grad gezählt. Am Hoch- und Oberrhein waren es stellenweise sogar mehr als 50.

An zehn Tagen stiegen die Temperaturen auf mehr als 35 Grad. In Rheinfelden war das sogar an 24 Tagen der Fall.

Gleichzeitig gehörte der Sommer zu den trockensten seit Beginn der entsprechenden Aufzeichnungen. Laut DWD dürfte er als einer der fünf trockensten Sommer seit 1881 in die Statistik eingehen.

Mit rund 866 Sonnenstunden wurde zudem der zweithöchste Sommerwert seit 1951 erreicht.

Mehr als 3.600 Hitzetote im Land

Die extreme Hitze hatte auch gesundheitliche Folgen. Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts sind in Baden-Württemberg mehr als 3.600 Menschen an den Folgen extremer Hitze gestorben.

Damit liegt Baden-Württemberg laut RKI bundesweit an der Spitze. Allein in den ersten beiden Augustwochen soll sich die Zahl der Hitzetoten verdoppelt haben.

Besonders betroffen waren Menschen ab 85 Jahren. Zudem starben mehr Frauen als Männer. Das RKI weist darauf hin, dass es sich um konservative Schätzungen handelt und die tatsächliche Zahl höher liegen könnte.

Landwirtschaft leidet unter der Dürre

Auch auf Feldern und Weiden sind die Folgen des Sommers deutlich sichtbar. Große Flächen sind ausgetrocknet, Böden zeigen Trockenrisse und auch die Ernten haben gelitten.

Kartoffeln fielen in diesem Jahr deutlich kleiner aus, die Maisernte war schlechter als üblich.

„Die Dürre trifft unsere Landwirtschaft mit voller Wucht“, sagt Joachim Rukwied, Präsident des Landesbauernverbands Baden-Württemberg. Auf vielen Betrieben fehle bereits seit Monaten Wasser.

Auch die Wälder sind geschädigt

Die Trockenheit hinterlässt ebenfalls Spuren in den Wäldern.

„Den Wald hat’s schwer getroffen“, sagt Alexander Abt von ForstBW.

Selbst Bäume, die bislang als vergleichsweise klimastabil galten, zeigen Schäden. Viele werfen Blätter ab oder bilden keine Früchte mehr. Teilweise sterben Äste ab und brechen aus den Baumkronen heraus. Laut Abt ist keine Baumart wirklich gut durch den Sommer gekommen.

Niedrige Wasserstände in Flüssen und Seen

Die anhaltende Trockenheit wirkt sich zudem auf Flüsse und Seen aus. Der Bodensee erreichte im August seinen bislang niedrigsten Wasserstand des Jahres.

Ungewöhnlich ist dabei auch der Zeitpunkt. Normalerweise wird der niedrigste Stand erst im Februar oder März gemessen.

Der Sommer 2026 geht damit in Baden-Württemberg nicht nur wegen seiner außergewöhnlich hohen Temperaturen in die Wetterbilanz ein. Auch Trockenheit, niedrige Wasserstände und die gesundheitlichen Folgen der Hitze prägen die vergangenen Monate.

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