IG Metall – die neue welle https://www.die-neue-welle.de Immer deine Lieblingsmusik. Wed, 07 Oct 2026 08:45:25 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.3 Metaller-Tarifgespräche in NRW und Baden-Württemberg – Lohn im Fokus https://www.die-neue-welle.de/metaller-tarifgespraeche-in-nrw-und-baden-wuerttemberg-lohn-im-fokus-1980891/ Wed, 07 Oct 2026 02:42:23 +0000 https://www.die-neue-welle.de/?p=1980891
IG Metall und Arbeitgeber starten in die aktuellen Lohnverhandlungen. Kampfbereitschaft und Forderungen treffen auf Sorgen um Arbeitsplätze.

Gewerkschaft fordert 5 Prozent mehr Geld

Die ersten regionalen Verhandlungen in der deutschen Metall- und Elektroindustrie starten heute in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Die IG Metall geht mit einer Forderung nach 5 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von zwölf Monaten in die Gespräche. Ein Ausgleich der zuletzt stark angestiegenen Inflation gilt als Mindestziel. Betroffen sind bundesweit rund 3,7 Millionen Beschäftigte in so unterschiedlichen Branchen wie Auto, Maschinenbau, Elektrotechnik oder Rüstungsgüter.

Auto, Maschinenbau, Elektrotechnik, Waffen

In der Branche sind in Baden-Württemberg etwa 900.000 Personen beschäftigt. Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall sieht keinen Verteilungsspielraum für eine üppige Lohnerhöhung und verweist auf die verschärfte Deindustrialisierung mit dem Verlust hunderttausender Arbeitsplätze in den vergangenen Jahren. Einer von mehreren Gründen dafür seien die hohen Lohnkosten.

Abschied von der 35-Stunden-Woche?

In Baden-Württemberg hatte im Vorfeld Mercedes-Benz noch eine Diskussion über die Arbeitszeit angestoßen und eine Rückkehr zu 40 Stunden Wochenarbeitszeit ohne Lohnausgleich ins Gespräch gebracht. Die 35-Stunden-Woche ist im Manteltarifvertrag geregelt. Dieser steht in der laufenden Tarifrunde aber nicht auf der Tagesordnung, weil er nicht gekündigt worden ist. Die aktuelle Runde ist eine reine Lohnrunde.

IG Metall fordert Arbeitgeberangebot

Die baden-württembergische IG Metall-Bezirksleiterin Barbara Resch forderte den regionalen Arbeitgeberverband Südwestmetall im Vorfeld zur Vorlage eines Angebots zum Verhandlungsauftakt auf. «In dieser Tarifrunde geht es um Anerkennung und sichere Arbeitsplätze zugleich.» Arbeitgeber-Verhandlungsführer Peter Krause sagte, die Industrie stehe unter gewaltigem Druck.

Sowohl in Baden-Württemberg als auch in NRW hatte die IG Metall im Vorfeld ihre Entschlossenheit betont. Die Friedenspflicht endet mit Ablauf des 31. Oktobers. Ab dann sind Warnstreiks möglich.

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Arbeitgeberverband: Längeres Arbeiten darf kein Tabu sein https://www.die-neue-welle.de/arbeitgeberverband-laengeres-arbeiten-darf-kein-tabu-sein-1972242/ Tue, 22 Sep 2026 12:19:44 +0000 https://www.die-neue-welle.de/?p=1972242

Baden-Württemberg (dpa/tk) – Für das gleiche Geld länger arbeiten – das sieht der Arbeitgeberverband Südwestmetall als weniger schmerzhafte Krisenlösung für Beschäftigte. Verhandlungen darüber dürfe man nicht tabuisieren. Demnächst starten neue Tarifverhandlungen.

Kostensenkung, um Standort zu stabilisieren

Der Chef des Arbeitgeberverbands Südwestmetall hat von der Gewerkschaft IG Metall gefordert, in der kommenden Tarifrunde für die Metall- und Elektroindustrie auch über längere Arbeitszeiten zu verhandeln. «Wir brauchen Kostensenkung, um den Produktionsstandort zu stabilisieren», sagte Peter Sebastian Krause in einem Interview mit der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung». «Längere Arbeitszeiten dürfen da keine Tabuzone sein.»

Krause forderte keine pauschale Abkehr von der 35-Stunden-Woche. Man müsse im Tarifvertrag aber «Lösungsräume schaffen, die es den Unternehmen erlauben, Kosten zu senken, wo das nötig ist». Dies gelte besonders dann, wenn andernfalls Investitionen in Deutschland nicht möglich seien. Längere Arbeitszeiten ohne Lohneinbußen könnten auch aus Sicht der Beschäftigten zu den weniger schmerzhaften Lösungen gehören, so Krause.

Alte Grundsatzdebatte um Arbeitszeiten neu entfacht

Die Führungsriege des Autoherstellers Mercedes hatte im August eine alte Grundsatzdebatte um Arbeitszeiten neu entfacht. Aufsichtsratschef Martin Brudermüller regte in einem Interview mit dem «Handelsblatt» die Rückkehr zur 40-Stunden-Woche an – für dasselbe Gehalt. In der deutschen Autoindustrie ist bei den tarifgebundenen Unternehmen die 35-Stunden-Woche Standard – auch bei Mercedes-Benz. Gesetzlich verpflichtend ist sie nicht.

Die IG Metall hatte als Reaktion auf den Vorstoß des Mercedes-Vorstands im August bundesweit zu Protesten bei dem Autobauer aufgerufen. Am Mittwoch möchte sie nun über ihre Forderungen für die kommende Tarifrunde entscheiden. Ein Aufweichen der 35-Stunden-Woche lehnt die Gewerkschaft bisher ab.

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„Zukunft statt Kahlschlag“ – Beschäftigte der Autoindustrie protestieren am Montag in Gaggenau und Rastatt https://www.die-neue-welle.de/zukunft-statt-kahlschlag-beschaeftigte-der-autoindustrie-protestieren-am-montag-in-gaggenau-und-rastatt-1970622/ Sun, 20 Sep 2026 05:30:10 +0000 https://www.die-neue-welle.de/?p=1970622 Rastatt/Gaggenau (pm/tk) – Es gibt Proteste bei Daimler Truck in Gaggenau und Mercedes-Benz in Rastatt – die IG Metall fordert Investitionen, Zukunftsprodukte und sichere Arbeitsplätze. Bundesweit sind am Montag insgesamt weit über 200 Aktionen im Bereich von rund 80 IG Metall Geschäftsstellen geplant.

Bundesweiter Protesttag

Unter dem Motto „Zukunft statt Kahlschlag – Zusammenhalt ist unsere stärkste Marke” werden deutschlandweit über Hunderttausend Beschäftigte von Autoherstellern und Zulieferern ein Protestzeichen setzen für die Zukunft der Automobilindustrie in Deutschland.

Bundesweit sind am Montag insgesamt weit über 200 Aktionen im Bereich von rund 80 IG Metall Geschäftsstellen geplant – teils auf dem Betriebsgelände, teils vor den Werkstoren. Die Beschäftigten kritisieren damit die aus ihrer Sicht falschen Krisenkonzepte der Unternehmen und fordern stattdessen Investitionen.

Aktionen in Gaggenau und Rastatt

Der Aktionstag findet am Montag, 21. September, statt. Auch die IG Metall Gaggenau beteiligt sich an den Protesten. Bei Daimler Truck Gaggenau sind die Beschäftigten um 11.00 Uhr an Tor 1 zu einer betrieblichen Aktion aufgerufen.

Eine weitere Aktion findet um 13.30 Uhr am Tor 6 des Mercedes-Benz Werks Rastatt statt. Dort werden mehr als 2.000 Beschäftigte aus den Werken Rastatt und Kuppenheim erwartet.

Die Botschaft der Beschäftigten ist klar: Zukunftsprodukte für unsere Werke – Investitionen in Standorte statt kurzfristiger Renditeorientierung – Industrielle Wertschöpfung und gute Arbeit in Deutschland sichern – Transformation aktiv gestalten statt Arbeitsplätze abbauen.

Autoindustrie vor großen Herausforderungen

Bodo Seiler, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Gaggenau, erklärt: „Die Automobilindustrie steht vor großen Herausforderungen. Die Antwort darauf darf aber nicht Verlagerung, Personalabbau oder Kahlschlag sein. Unsere Region lebt von einer starken Industrie. Tausende Arbeitsplätze hängen direkt oder indirekt an den Standorten in Rastatt und Gaggenau.“

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IG Metall ruft zu Protesten bei Mercedes-Benz in Rastatt und Kuppenhem auf https://www.die-neue-welle.de/ig-metall-ruft-zu-protesten-bei-mercedes-benz-in-rastatt-und-kuppenhem-auf-1927665/ Thu, 02 Jul 2026 14:39:50 +0000 https://www.die-neue-welle.de/?p=1927665 Rastatt/Kuppenheim (pm/dk) – Die IG Metall ruft am Freitag, 3. Juli 2026, zu bundesweiten Protestkundgebungen an den Standorten von Mercedes-Benz auf. Anlass ist die vom Vorstand angekündigte „Produktivitätsoffensive für Deutschland“ und die damit verbundenen Sparmaßnahmen. Aus Sicht der Gewerkschaft richten sich diese Maßnahmen einseitig gegen die Beschäftigten. Außerdem würden zentrale tarifliche Errungenschaften infrage gestellt. Betroffen sind unter anderem die Mercedes-Benz-Standorte in Kuppenheim, Rastatt, Sindelfingen und Stuttgart-Untertürkheim.

Darum geht es bei den Protesten

Im Fokus der Protestaktionen stehen laut IG Metall vor allem:

  • der Schutz tariflicher Sozialstandards
  • die Verteidigung der 35-Stunden-Woche
  • der Erhalt von Sonderzahlungen
  • die Sicherung von Arbeitsplätzen und Standorten

Darüber hinaus fordert die IG Metall:

  • gute Arbeitsbedingungen in der Transformation
  • sichere Industrie-Arbeitsplätze
  • verbindliche Investitionen in die deutschen Standorte
  • eine aktive Industriepolitik mit Zukunftsperspektive
  • den Erhalt von Produktion und Know-how

Kritik an Debatte über Arbeitszeiten und Leistungen

Ergun Lümali, Betriebsratsvorsitzender am Mercedes-Benz Standort Sindelfingen, kritisiert die aktuelle Debatte deutlich.

Er sagt: „Die Zukunft von Mercedes-Benz entscheidet sich nicht über längere Arbeitszeiten oder gekürzte Leistungen. Diese Debatte jetzt auf dem Rücken der Beschäftigten zu führen, ist einfallslos und ein falsches Signal. Um den Industriestandort Deutschland und seine Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, muss es jetzt vielmehr um Innovation, Investitionen, schnelle Entscheidungswege und verlässliche politische Rahmenbedingungen gehen.“

Aktionen an mehreren Mercedes-Benz-Standorten

Die Protestaktionen sollen am Freitag bundesweit an Mercedes-Benz-Standorten stattfinden. Die IG Metall will mit den Aktionen ein Zeichen gegen das Sparprogramm und gegen aus ihrer Sicht drohende Angriffe auf Arbeitsbedingungen setzen.

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Massiver Stellenabbau bei Witzenmann in Pforzheim https://www.die-neue-welle.de/massiver-stellenabbau-bei-witzenmann-in-pforzheim-1853289/ Tue, 03 Feb 2026 08:44:23 +0000 https://www.die-neue-welle.de/?p=1853289 Pforzheim (pm/tk) – Die Wirtschaftskrise in der Metallindustrie trifft einen großen Arbeitgeber im Enzkreis: Die Witzenmann-Gruppe streicht Hunderte Jobs.

Stellenstreichungen im Enzkreis

Die Witzenmann-Gruppe mit Sitz in Pforzheim hat angekündigt, 230 Stellen an ihren drei Standorten in der neue welle-Region abzubauen. Das Unternehmen reagiert laut einer Pressemitteilung damit auf die anhaltende Konjunkturschwäche im europäischen Heimatmarkt und einen spürbaren Umsatzrückgang.

Nach Angaben des Unternehmens habe man sich „nach langen und intensiven Verhandlungen“ zwischen dem Verband Südwestmetall und der Gewerkschaft IG Metall auf ein Maßnahmenpaket geeinigt. Ziel sei es, betriebsbedingte Kündigungen möglichst zu vermeiden. Grundlage dafür sei ein Ergänzungstarifvertrag, der einen sozial verträglichen Stellenabbau ermöglichen soll. Der Abbau soll laut Pressemitteilung über ein Freiwilligenprogramm erfolgen. Vorgesehen seien unter anderem Altersteilzeit, Vorruhestandsregelungen und Abfindungen.

Freiwilligenprogramm für sozialverträglichen Abbau

Die Witzenmann GmbH ist auf die Verarbeitung von Metall spezialisiert, etwa für Metallschläuche, Kompensatoren und Bauteile für Verbrennungsmotoren. Weltweit beschäftigt die Unternehmensgruppe rund 4.400 Menschen.

Nach einem Bericht der „Badischen Neuesten Nachrichten“ sind am Stammsitz Pforzheim derzeit rund 1.650 Beschäftigte tätig. Der Abbau von 230 Stellen entspreche damit fast 14 Prozent der Belegschaft. Betroffen seien neben dem Hauptsitz in Pforzheim auch die Standorte in Kieselbronn und Remchingen im Enzkreis.

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Protest mit Menschenkette vor dem Neff-Werk in Bretten https://www.die-neue-welle.de/protest-mit-menschenkette-vor-dem-neff-werk-in-bretten-1851786/ Fri, 30 Jan 2026 04:15:27 +0000 https://www.die-neue-welle.de/?p=1851786 Bretten (tk) – Am Neff-Werk in Bretten ist heute großer Protest: Mit einer Menschenkette wollen die Beschäftigten gegen die geplante Schließung demonstrieren. Auch der Bürgermeister will kommen.

Protest vor den Werkstoren

Um 17 Uhr vor den Werkstoren von Neff in Bretten erwartet die Gewerkschaft IG Metall bis zu 2.000 Teilnehmer. Nicht nur die Beschäftigten selber, auch Angehörige der angegliederte Logistik (HSN) sowie Brettens Bürgermeister Nico Morast, weitere Vertreter aus Politik und Wirtschaft, Vereine und Kirchen wollen sich dem Protest anschließen. Davon haben die „Badischen Neuesten Nachrichten“ berichtet.

Standort soll geschlossen werden

Die BSH/Bosch-Gruppe – zu der Neff in Bretten mittlerweile gehört – hatte angekündigt, den Standort im Frühjahr 2028 aus Gründen der Wirtschaftlichkeit schließen zu wollen. 980 Arbeitsplätze würden wegfallen.

Die geplante Schließung hätte auch Auswirkungen auf die gesamte Region, betont die IG Metall. „Der umliegende Einzelhandel muss mit Umsatzeinbußen rechnen, aber auch Firmen, die bei und für Neff arbeiten, sind betroffen“, schreibt sie in einer Pressemitteilung.

Verhandlungen mit Konzernleitung

Am Freitag gibt es erste Gespräche der Gewerkschaft mit der Unternehmensführung, über einen möglichen Sozialplan für die betroffenen Mitarbeiter. Wobei IG Metall und Betriebsrat mit einer klaren Haltung in die Verhandlungen gehen: Die Schließung der Fabrik für Backöfen und Dunstabzugshauben zu verhindern.

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IG Metall demonstriert gegen Bosch-Kahlschlag in Bühl https://www.die-neue-welle.de/ig-metall-demonstriert-gegen-bosch-kahlschlag-in-buehl-1815234/ Wed, 26 Nov 2025 11:15:46 +0000 https://www.die-neue-welle.de/?p=1815234 Bühl (pm/tk) – Viele Autofahrer werden es heute im Feierabendverkehr spüren: Die IG Metall will in Bühl gegen den geplanten Stellenabbau bei Bosch protestieren.

Demo in der Kernstadt

Die Gewerkschaft ruft zwischen 16.30 Uhr und 18.00 Uhr zu einer Großdemonstration auf. Laut IG Metall werden rund 2.000 Teilnehmer erwartet. In der Bühler Kernstadt kann es zu erheblichen Einschränkungen im Berufsverkehr kommen, wie die Stadt mitteilte.

Die Demonstration für den Erhalt der Arbeitsplätze bei Bosch wird am Werk starten und über die Behelfsausfahrt folgenden Weg nehmen: K3749 bis zum Jägerkreisel, Hauptstraße bis zum Kreisverkehr an der Schwanenstraße, Eisenbahnstraße, Europaplatz. Die Stadtverwaltung bittet, wenn möglich, die Bühler Innenstadt in diesem Zeitraum weiträumig zu umfahren.

Jede zweite Stelle betroffen

Das Bosch-Werk in Bühl ist massiv vom geplanten Stellenabbau des Konzerns betroffen. Rund 1.500 Stellen sollen wegfallen – bei derzeit etwa 3.000 Beschäftigten wäre das die Hälfte der Belegschaft. Die IG Metall spricht sogar von 1.700 gefährdeten Arbeitsplätzen, bei Einberechnung von Teilzeitstellen.

Bosch begründet die Streichungspläne mit der Krise in der Automobilindustrie. Seit Anfang Oktober laufen Gespräche zwischen Konzern-Führung, Betriebsrat und der Gewerkschaft. Bühls Oberbürgermeister Matthias Bauernfeind fordert rasche Klarheit für die Beschäftigten.

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13.000 weitere Stellen: Massiver Jobabbau bei Bosch geplant – auch Bühl betroffen https://www.die-neue-welle.de/13-000-weitere-stellen-massiver-jobabbau-bei-bosch-geplant-auch-buehl-betroffen-1727776/ Thu, 25 Sep 2025 17:02:52 +0000 https://www.die-neue-welle.de/?p=1727776

Bühl /Gerlingen (dpa/svs) – Der Autozulieferer Bosch verschärft seine Sparmaßnahmen. Etwa 13.000 weitere Stellen sollen in Deutschland abgebaut werden. Der Betriebsrat will «kämpfen wie ein Löwe». Auch die Standorte in Bühl und Bühlertal sind betroffen. 1.550 Stellen sollen bis bis Ende 2030 weg fallen.

Krise in der Automobilindustrie

Der Zulieferer Bosch reagiert auf die Krise in der Automobilindustrie und hat drastische Einschnitte beim Personal in Deutschland angekündigt. Um Kosten zu sparen, sollen – neben weiteren Maßnahmen – etwa 13.000 weitere Stellen abgebaut werden, vor allem an deutschen Standorten der Zuliefersparte Mobility. Die Maßnahmen sollten bis Ende 2030 abgeschlossen sein, teilte das Unternehmen aus Gerlingen bei Stuttgart mit. Zuvor hatte das «Handelsblatt» berichtet.

Welche Standorte besonders stark betroffen sind

Besonders hart trifft es Mobility-Standorte in Baden-Württemberg. Im Stuttgarter Stadtteil Feuerbach sollen bis Ende 2030 rund 3.500 Stellen abgebaut werden. In Schwieberdingen bei Stuttgart sollen rund 1.750 Stellen bis Ende 2030 wegfallen. In Waiblingen, ebenfalls nicht weit entfernt von Stuttgart, plane das Unternehmen, die Produktion für Verbindungstechnik mit derzeit rund 560 Mitarbeitenden bis Ende 2028 auslaufen zu lassen, hieß es laut Mitteilung.

In Bühl und Bühlertal im Landkreis Rastatt will Bosch bis Ende 2030 rund 1.550 Stellen wegfallen lassen. Betroffen sind demnach der Vertrieb, der Einkauf, die Verwaltung, die Entwicklung und die Fertigung. An dem Standort werden laut Bosch elektrische Kleinantriebe entwickelt und gefertigt.

Warum Bosch Stellen abbaut

In der deutschen Autoindustrie läuft es gerade alles andere als rund. Die Hersteller haben mit sinkenden Absatzzahlen und teils drastischen Gewinneinbrüchen zu kämpfen. Das wirkt sich auch auf deren Zulieferer aus. So brach etwa der Gewinn von Bosch unter dem Strich im vergangenen Jahr um die Hälfte ein.

Ende 2024 hatte der Konzern weltweit insgesamt fast 417.900 Beschäftigte – und damit rund 11.600 weniger als ein Jahr zuvor. In Deutschland sank die Mitarbeiterzahl um gut 4.500 auf mehr als 129.600 (minus 3,4 Prozent). In der Mobility-Sparte in Deutschland arbeiteten zuletzt etwas über 70.000 Menschen, wie Bosch-Arbeitsdirektor Stefan Grosch sagte. Der größte Bosch-Geschäftsbereich macht mehr als 60 Prozent des Gesamtumsatzes von gut 90 Milliarden Euro aus.

Wie Bosch bislang reagiert hat

Bereits seit Ende 2023 gibt es bei Bosch eine ganze Reihe von Stellenabbauprogrammen. Vor allem die Zuliefersparte Mobility ist davon betroffen gewesen, aber auch die Hausgeräte-Tochter BSH oder die Werkzeugsparte. Bosch habe seit Anfang vergangenen Jahres einen Abbaubedarf von 9.000 Stellen in Deutschland beim Unternehmensbereich Mobility kommuniziert, teilte eine Sprecherin auf Anfrage mit. Insgesamt summierte sich der angekündigte Stellenabbau zuletzt auf fast 15.000 Jobs weltweit.

Warum der Stellenabbau nun verschärft wird

Das wirtschaftliche Umfeld und die Marktbedingungen bei Bosch Mobility seien zuletzt noch deutlich anspruchsvoller geworden, hieß es laut Mitteilung. Demnach gebe es eine Kostenlücke von weltweit jährlich rund 2,5 Milliarden Euro, die es zu schließen gelte.

«Wir müssen dringend an der Wettbewerbsfähigkeit im Mobility-Bereich arbeiten und unsere Kosten weiter dauerhaft senken. Dazu setzen wir viele Hebel in Bewegung», sagte Arbeitsdirektor Grosch. Und: «Bedauerlicherweise kommen wir dabei auch nicht um einen weiteren Stellenabbau über das bereits kommunizierte Maß herum. Das schmerzt uns sehr, doch es führt leider kein Weg daran vorbei.»

Mit den Arbeitnehmervertretungen wolle Bosch an den einzelnen Standorten rasch über erforderliche Maßnahmen sprechen und möglichst sozialverträgliche Lösungen vereinbaren. «Der Zeitdruck ist groß», sagte Grosch.

Wie der Betriebsrat reagiert

«Es steht außer Frage, dass die Situation in der deutschen und europäischen Automobil- und Zulieferindustrie sehr angespannt ist», sagte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende des Geschäftssektors Mobility, Frank Sell, einer Mitteilung zufolge. «Einen Personalabbau dieser historischen Größenordnung – ohne gleichzeitige Zusagen zur Sicherung unserer Standorte in Deutschland – lehnen wir jedoch entschieden ab!» Bosch verspiele damit Vertrauen und sorge für «einen sozialen Kahlschlag in vielen Regionen», kritisierte Sell.

In einer Pressekonferenz sagte Sell, es stehe ein extrem heißer Herbst bevor. Man werde «kämpfen wie ein Löwe». Der Betriebsrats-Chef gab auch einen Einblick in die Gefühlswelt der Belegschaft. Am Stuttgarter Standort Feuerbach sei es beim Verkünden der Maßnahmen am Donnerstag «mucksmäuschenstill» gewesen. Die Leute seien Sell zufolge «völlig geschockt» gewesen, viele Mitarbeiter hätten geweint.

Was die IG Metall dazu sagt

Die Gewerkschaft IG Metall reagierte empört. «Nach Ihren jüngsten Ankündigungen würde Robert Bosch im Grab rotieren!», warf Christiane Benner, Erste Vorsitzende der IG Metall, dem Management des Unternehmens in einer Mitteilung vor. «Sie treten die Werte mit Füßen, die Bosch erfolgreich gemacht haben: Zuverlässigkeit, Verantwortung und ein faires Miteinander.»

Die IG Metall kündigte Widerstand gegen die Maßnahmen an. «Wir werden uns als IG Metall wehren. Es geht um viele tausend Beschäftigte von Bosch, die ihren Arbeitsplatz verlieren, es geht um deren Familien und es geht um Regionen, die Perspektive, Kaufkraft und Steuereinnahmen verlieren», sagte Benner. Es gehe aber auch um den Industriestandort als Ganzes.

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Industrie von Zugängen in Arbeitslosigkeit stärker betroffen https://www.die-neue-welle.de/industrie-von-zugaengen-in-arbeitslosigkeit-staerker-betroffen-1417261/ Sun, 20 Apr 2025 09:30:17 +0000 https://www.die-neue-welle.de/?p=1417261 In der Industrie werden gerade deutlich mehr Menschen arbeitslos als in anderen Branchen. Einen neuen Job in der Branche zu finden, ist gar nicht so einfach. Anderswo gibt es aber auch Chancen.

Aktuelle Statistiken der BGA

In der Industrie im Südwesten ist der Anstieg bei den Zugängen in die Arbeitslosigkeit zuletzt besonders stark ausgefallen. Im ersten Quartal dieses Jahres wurden in dieser Branche 12 Prozent mehr Menschen arbeitslos als im Vorjahresquartal. Über alle Wirtschaftszweige hinweg fiel der Anstieg in Baden-Württemberg mit 6,5 Prozent deutlich geringer aus. Das geht aus einer Sonderauswertung der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit hervor.

Die Industrie sei nicht nur von der Konjunkturschwäche, sondern auch von der Transformation betroffen, teilte die Regionaldirektion mit. Die Industrie biete aber noch immer viele gute, hoch bezahlte Jobs. Nur für diejenigen, die von Stellenabbau betroffen sind oder aus der Arbeitslosigkeit heraus wieder in der Industrie starten möchten, werde es schwieriger. Unter ihnen werbe die Regionaldirektion für berufliche Mobilität und Qualifizierung. Oder sie helfe mit der sogenannten Arbeitsmarktdrehscheibe, wo abbauende Unternehmen mit Unternehmen zusammengebracht werden, die Fachkräfte suchen.

Zudem gebe es auch Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Bestimmte Branchen wüchsen, vor allem die öffentliche Verwaltung, Erziehung und Unterricht sowie das Gesundheits- und Sozialwesen. Zudem herrschten in zahlreichen Berufen Fachkräfteengpässe. Entsprechend könnte hier die Beschäftigung noch stärker wachsen.

IG Metall: „Die Lage ist sehr angespannt“

„Die Lage ist sehr angespannt, und die Einstellungsbereitschaft sinkt“, teilte die IG Metall Baden-Württemberg mit. Mit Sorge blicke die Gewerkschaft auch auf den Ausbildungsmarkt, wo es vermehrt zu Problemen bei der Übernahme, Weiterbeschäftigung und Anträgen zur Verkürzung der Ausbildungszeit komme.

Der Arbeitgeberverband Südwestmetall beobachtet „seit Monaten mit wachsender Sorge, dass sich der Beschäftigungsabbau in unserer Industrie verfestigt“. Die Gründe seien vielfältig, neben konjunkturellen Faktoren und Auswirkungen der Transformation sehe der Verband zunehmend auch eine strukturelle Krise. Der Industriestandort habe in den vergangenen Jahren bei den allgemeinen Rahmenbedingungen und den Kosten deutlich an Wettbewerbsfähigkeit eingebüßt.

Der Arbeitsmarkt im Südwesten kam zuletzt nicht in Schwung. Im März war die Arbeitslosenquote zwar leicht auf 4,5 Prozent gesunken, die sonst übliche Frühjahrsbelebung blieb bislang aber weitgehend aus, hieß es von der Regionaldirektion.

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IG Metall setzt Warnstreiks fort – auch in Rastatt, Straubenhardt und Pforzheim https://www.die-neue-welle.de/ig-metall-setzt-warnstreiks-fort-auch-in-rastatt-straubenhardt-und-pforzheim-1182956/ Mon, 04 Nov 2024 11:05:53 +0000 https://www.die-neue-welle.de/?p=1182956

Region (dpa/tk) – Die IG Metall startet mit weiteren Warnstreiks in die neue Woche. Damit soll der Druck auf die Arbeitgeber steigen, ein besseres Angebot für Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie vorzulegen.

Streiks in Straubenhardt

Nachdem vergangene Woche bereits bei Porsche und Bosch gestreikt wurde, geht der Arbeitskampf im Südwesten weiter. Heute treten die Beschäftigten der Firma nVent Schroff GmbH sowie der Firma Harmann Becker Automotive Systems GmbH in Straubenhardt in Streik. Morgen früh ist eine Menschenkette der Mitarbeiter der Witzenmann Gmbh und Gebrüder Saacke in Pforzheim geplant.

Kundgebung in Rastatt

Ebenfalls am morgigen Dienstag findet eine große Kundgebung am Kundencenter Mercedes-Benz in Rastatt statt. Die IG Metall wird um 12.30 Uhr einen Sternmarsch zum Kundencenter machen. Dazu hat die ewerkschaft die Beschäftigten von Mercedes-Benz Kuppenheim, Siemens und Maquet aufgerufen. Im Anschluß ist noch eine Kundgebung vor dem Kundencenter Mercedes Benz Rastatt geplant.

7 Prozent mehr Lohn

Die IG Metall ruft zudem zu Warnstreiks in Bayern bei Linde in Aschaffenburg und MAN Energy Solutions in Augsburg auf. Auch in Sachsen und Sachsen-Anhalt sind für heute Kundgebungen geplant.

Die Gewerkschaft fordert bundesweit für die 3,9 Millionen Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie sieben Prozent mehr Lohn bei einer Vertragslaufzeit von einem Jahr. Die Arbeitgeber bieten bislang nach neun Nullmonaten ab Juli 2025 eine Tariferhöhung um 1,7 Prozent und ab Juli 2026 um weitere 1,9 Prozent an, bei einer Vertragslaufzeit von 27 Monaten.

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