Brut – die neue welle https://www.die-neue-welle.de Immer deine Lieblingsmusik. Fri, 15 Aug 2025 02:24:33 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9 Rückschlag für Fischadler – Eierdieb in 30 Metern Höhe https://www.die-neue-welle.de/rueckschlag-fuer-fischadler-eierdieb-in-30-metern-hoehe-1656397/ Fri, 15 Aug 2025 02:24:33 +0000 https://www.die-neue-welle.de/?p=1656397

Rastatt (dpa/tk) – Mitten in der Nacht verliert das Fischadler-Paar Chronos und Kepler seine Brut. Was die Wildkamera im entscheidenden Moment festhielt – und was nicht.

Nabu vermutet Baummarder

Ein Eierdieb hat die diesjährige Brut des einzigen Fischadler-Paars im Südwesten zunichtegemacht. Projektleiter Daniel Schmidt-Rothmund vom Nabu Baden-Württemberg geht davon aus, dass wahrscheinlich ein Baummarder den Horst auf 30 Metern Höhe geplündert hat.
Ende April sei die Fischadler-Welt von Weibchen Chronos und Männchen Kepler noch in Ordnung gewesen, sagte er laut Mitteilung. Ein Foto einer Wildkamera zeige vier Eier im Nest. «Doch mitten in der Nacht ändert sich alles», beschrieb Schmidt-Rothmund. «Das letzte Bild zeigt eine aufgebrachte Vogelmutter über ihren Eiern in Abwehrhaltung. Das erkennt man an ihrem weit aufgestellten Gefieder, dem drohend zum Horst-Rand gerichteten Schnabel.» Im entscheidenden Augenblick habe die Kamera leider kein Foto geschossen.

Projekt zur Wiederansiedlung um ein ganzes Jahr zurückgeworfen

Der Eierdieb müsse das Nest erklommen, den Vogel vertrieben und die Eier angefressen haben, erklärte der Ornithologe und Leiter des Nabu-Vogelschutzzentrums Mössingen. Er war Ende Juli mit einem kleinen Team am Horstbaum in der badischen Oberrheinebene bei Rastatt, um nach Schalenresten und Eiern zu suchen. Doch dort fand sich keine Spur des nächtlichen Raubes mehr. Nach dem Vorfall sei das Paar noch einige Zeit auf dem Nest geblieben – aber die Eier seien dahin gewesen.

«Dass Nester geplündert werden, ist Teil der Natur – wirft das Projekt zur Wiederansiedlung des Fischadlers im Land aber um ein ganzes Jahr zurück», teilte der Nabu mit.

Der rund 60 Zentimeter große Greifvogel mit weiß gefiedertem Kopf samt dunklem Band um die Augenpartie galt seit 1907 in Baden-Württemberg als ausgerottet. Noch heute ist die Art gefährdet – ebenso wie die in Deutschland lebenden See-, Schrei- und Steinadler.

Wo brüten sie nächstes Jahr?

2023 brüteten Chronos und das Kepler als erstes Fischadler-Paar nach mehr als 115 Jahren erfolgreich im Südwesten. Sie stammen aus Sachsen-Anhalt. Im ersten Jahr flogen Balbü und Kju aus, im zweiten Fuchur, Artax und Luna.

Schmidt-Rothmund hat inzwischen viele Nisthilfen im Südwesten installiert und kletternd Nistmaterial in schwindelerregende Höhen geschafft. Vielleicht versucht das Fischadler-Paar 2026 an einer der Plattformen sein Glück.

Mitte Juni kehrten Chronos und Kepler laut Nabu zu dem geplünderten Nest zurück und besserten es aus. Kurz darauf seien sie an zwei anderen Horsten aufgetaucht: erst in 7 Kilometern Entfernung, dann 20 Kilometer weiter im Elsass. Im Juli hätten sie gemeinsam in der Nähe des Horstes eine zweite Nisthilfe in Baden-Württemberg mehrfach und über viele Stunden inspiziert.

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Beginn der Brutzeit: Felsen im Pfälzerwald zum Schutz der Vögel gesperrt https://www.die-neue-welle.de/beginn-der-brutzeit-felsen-im-pfaelzerwald-zum-schutz-der-voegel-gesperrt-1298579/ Sat, 01 Feb 2025 08:55:14 +0000 https://www.die-neue-welle.de/?p=1298579 SÜW (pm/tk) – Im Pfälzerwald lässt sich gut Wandern, Biken oder Klettern. Doch Achtung, bald beginnt auch die Brutzeit von Wanderfalken, Uhu und Kolkrabe. Daher sind einige Felsen gesperrt.

Vögel ziehen Nachwuchs groß

Die Vogelarten kümmern sich in breiten Nischen und felsigen Überhängen der Buntsandsteinfelsen um ihren Nachwuchs. Von 1. Februar bis 30. Juni sind daher bestimmte Felsformationen im Pfälzerwald gesperrt – manche zum Teil, andere komplett, inklusive Zugängen. Darauf weisen die Kreisverwaltungen Südliche Weinstraße und Südwestpfalz gemeinsam hin.

Folgende Felsen nicht betreten

Bereich der Verbandsgemeinde Landau-Land:

  1. Eußerthaler Krappenfels
  2. Has/Münzfels

Bereich der Verbandsgemeinde Annweiler am Trifels:

  1. Asselstein
  2. Hundsfels
  3. Stein Nadel
  4. Leberstein
  5. Buchholzfels
  6. Drei Felsen (Mittel- und Ostpfeiler)
  7. Rödelstein

Bereich der Verbandsgemeinde Dahner Felsenland:

  1. Bruchweiler Geierstein
  2. Buhlsteinpfeiler
  3. Durstigfelsen: Ludwigshafener Turm, Landauer Turm
  4. Dürrensteine
  5. Fladensteine: Bundenthaler Turm
  6. Hirtsfels
  7. Kastellfels (Rumbachtalplatte)
  8. Krähenstein
  9. Kumbdtfelsgrat
  10. Pferchfeldfelsen
  11. Rabensteine: Falk
  12. Rappenwand
  13. Retschelfels
  14. Pfaffenfels

Bereich der Verbandsgemeinde Hauenstein:

  1. Backelstein
  2. Bavaria
  3. Burghaldefels Ostseite
  4. Freischbachwand
  5. Haselstein
  6. Hülsenfels
  7. Luger Friedrich Südwand
  8. Spirkelbacher Rauhfels
  9. Stephanstürme

Schilder beachten

Vor Ort sind in der Nähe der betreffenden Felsen Beschilderungen angebracht, die konkret auf den Umfang der Sperrung am jeweiligen Felsen hinweisen. Wer diese ignoriert und damit gegen die artenschutzrechtlichen Bestimmungen verstößt, kann mit einem Bußgeld belegt und strafrechtlich verfolgt werden.

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NABU in guter Hoffnung: Fischadler brütet wieder im Rheintal https://www.die-neue-welle.de/nabu-in-guter-hoffnung-fischadler-bruetet-wieder-im-rheintal-765870/ Wed, 17 Apr 2024 08:09:30 +0000 https://www.die-neue-welle.de/?p=765870 Mössingen (pm/tk) – Auf dieses Foto hat sich NABU-Ornithologe Daniel Schmidt-Rothmund lange gefreut: „Sie brüten wieder. Es ist der Wahnsinn, ich bin froh und dankbar, dass das Weibchen Chronos und ihr Gatte wohlbehalten zurück am Nest in Baden-Württemberg sind.“ Chronos liegt nun ausdauernd flach im Nest. Laut dem NABU-Experten ein sicheres Zeichen für das erste Ei.

Bald wieder kleine Fischadler?

„Jetzt hoffen wir jeden Tag auf ein Foto, das zeigt, wie viele Eier im Horst liegen“, erklärt Schmidt-Rothmund, der Leiter des NABU-Vogelschutzzentrums Mössingen im Kreis Rastatt. Sollte die Brut erneut erfolgreich sein, wäre es erst die zweite in Baden-Württemberg seit mehr als 115 Jahren.

Jungvögel schlüpfen Mitte Mai

Das Rastatter Paar hat 2023 erstmals zwei Küken erfolgreich aufgezogen. Baden-Württembergs einzige Fischadler-Familie war im September zum Langstreckenflug gen Süden aufgebrochen, das Männchen kehrte am 21. März als erstes zum Horst zurück und richtete diesen her, das Weibchen folgte acht Tage später. Bei ihrem gut und gerne 5.000 Kilometer langen Rückflug überqueren sie die Sahara, das Mittelmeer und die Pyrenäen und sind dabei vielen Gefahren ausgesetzt, wie Wilderern, Unwettern oder Plastikmüll, indem sie sich verfangen können. Am oberrheinischen Brutplatz gilt jetzt umso mehr: Daumen drücken und hoffen, dass alles gut geht und die Fischadler-Jungen Mitte Mai schlüpfen.

Vielleicht mehr Fischadler

Die Jungvögel vom letzten Jahr, Balbü und Kju, vagabundieren noch zwei bis drei Jahre umher, bevor sie sesshaft werden. Dann stehen die Chancen gut, dass sich das junge Männchen Kju in der Nähe seines Geburtsortes am Oberrhein ansiedelt, denn Fischadler sind heimattreu und nisten gerne in der Nähe anderer Paare ihrer Art. Zur Wahl stehen dort mehrere weitere Plattformen auf hohen Bäumen.

Glücksgriff am Oberrhein

Die künstliche Nisthilfe bei Rastatt hatte NABU-Ornithologe Schmidt-Rothmund erst vor drei Jahren in der badischen Oberrheinebene montiert: „Offenbar ist dieser Standort ein echter Glücksgriff. Fischadler sind wählerisch, sie lieben Wälder mit einzelnen, alles überragenden Baumriesen. Doch die sind selten. Von hoch oben können sie alles überblicken und Nesträuber rechtzeitig erspähen.“ Dass ein solcher Baumriese gefunden wurde, das Fischadler-Paar den Platz entdeckt und akzeptiert hat, war kein Zufall: Mehr als 30 Fischadler-Plattformen hat Schmidt-Rothmund bereits auf hohen Bäumen im Land installiert, Nistmaterial hochgeschafft und die Standorte regelmäßig besucht – mit Hilfe eines großen Netzes aus Ehrenamtlichen sowie vogelbegeisterten Spenderinnen und Spendern und mit Unterstützung von Forst BW, Gemeinden und Privatwaldbesitzenden, die ihre Flächen zur Verfügung stellen.

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