ausgerottet – die neue welle https://www.die-neue-welle.de Immer deine Lieblingsmusik. Tue, 15 Apr 2025 02:38:51 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1 Seltene Fischadler brüten wieder am Oberrhein https://www.die-neue-welle.de/seltene-fischadler-brueten-wieder-am-oberrhein-1408525/ Tue, 15 Apr 2025 02:23:22 +0000 https://www.die-neue-welle.de/?p=1408525

Rastatt (dpa/tk) – Seit 1907 galten die Greifvögel im Südwesten als ausgerottet. Vor ein paar Jahren kehrten sie zurück, ein Paar bei Rastatt vermehrte sich auch. Damit es nicht das einzige bleibt, klettern Naturschützer hoch hinauf.

Weibchen wieder im Nest

Das einzige Fischadler-Paar in Baden-Württemberg brütet wieder. Seit knapp einer Woche sitzt Weibchen Chronos tief im Nest, wie Projektleiter Daniel Schmidt-Rothmund vom Nabu Baden-Württemberg erklärte. «Zuvor hat sie mit ihrem Körper darin eine Nistmulde geformt, damit die Eier gut geschützt und voll bedeckt sind. Ein erstes Ei ließ sich aber kurz auf einem Bild der Überwachungskamera erkennen.»

Wie viele Eier genau im Nest sind, könne der Nabu bisher nicht sagen, da das Weibchen sie tief versteckt ins Nest gelegt habe. «Das wird vielleicht eine Osterüberraschung.» Geht alles gut, könnte der Nachwuchs in der zweiten Maihälfte schlüpfen.

Nisthilfe in schwindelerregender Höhe

Schmidt-Rothmund hatte vor vier Jahren in der badischen Oberrheinebene bei Rastatt eine künstliche Nisthilfe in 25 Metern Höhe auf einem Baumriesen montiert. Auf solchen alles überragenden Bäumen in Wäldern könnten die Greifvögel alles überblicken, Nesträuber früh erspähen und verjagen.

2023 brüteten Chronos und das Männchen Kepler als erstes Fischadlerpaar nach mehr als 115 Jahren wieder erfolgreich in Baden-Württemberg. Dieses Jahr sei Kepler am 19. März zum Horst zurückgekehrt. Er habe diesen mit Nistmaterial wie Stöcken, Zweigen und trockenen Grasbüscheln hergerichtet. Chronos habe fünf Tage später und nach rund 5.000 Kilometern Rückflug aus dem Winterquartier südlich der Sahara das Nest erreicht, berichtete der Ornithologe und Leiter des Nabu-Vogelschutzzentrums Mössingen.

Vor über 100 Jahren ausgerottet

Die Tiere werden den Angaben zufolge rund 60 Zentimeter groß. Ihre Unterseite ist bis auf ein dunkles Brustband weiß, die Oberseite dunkelgraubraun. Ihr Kopf ist weiß mit einem dunklen Band um die Augenpartie. Sie fressen Fische und stürzen dafür manchmal einen Meter tief ins Gewässer.

Fischadler waren den Angaben zufolge im 19. Jahrhundert in Baden-Württemberg entlang von Donau, Rhein, Neckar sowie an Kocher und Jagst beheimatet. Doch Menschen jagten die Tiere, sodass der Greifvogel seit 1907 im Südwesten als ausgerottet galt. Noch heute ist die Art gefährdet – ebenso wie die in Deutschland lebenden See-, Schrei- und Steinadler.

Wächst die Population?

Nach Einschätzung des Nabu stehen die Chancen gut, dass sich bald ein oder zwei weitere Fischadler-Paare am Oberrhein, Bodensee oder an der Donau ansiedeln. Die Jungvögel aus 2023, Balbü oder Kju, könnten sesshaft werden. Mehr als 30 Plattformen habe Schmidt-Rothmund dafür im Südwesten installiert und kletternd Nistmaterial in schwindelerregende Höhen geschafft.

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Fischadler-Familie vom Oberrhein wohl ausgeflogen https://www.die-neue-welle.de/fischadler-familie-vom-oberrhein-wohl-ausgeflogen-1068756/ Sun, 15 Sep 2024 12:51:28 +0000 https://www.die-neue-welle.de/?p=1068756 Rastatt (dpa/jb) – Die seltenen Fischadler galten hierzulande lange als ausgerottet, bis es 2023 eine erfolgreiche Fischadlerbrut in der Region Rastatt gab. Nun sind sie auf ihrem gefährlichen Weg in Richtung Afrika.

Vögeln sind zum Überwintern ausgeflattert

Die seltenen Fischadler aus Baden haben aller Wahrscheinlichkeit nach die Flatter gemacht. Zumindest sind auf Bildern einer Kamera am Nest in der Region Rastatt schon seit einigen Tagen keine der Vögel mehr zu sehen, wie Ornithologe Daniel Schmidt-Rothmund vom Naturschutzbund (Nabu) Baden-Württemberg sagte. Die Eltern Chronos und Kepler sowie der diesjährige Nachwuchs – Fuchur, Artax und Luna – dürften also wie erwartet etwa Ende August in Richtung Afrika aufgebrochen sein, wo die Vögel überwintern.

Niedrige Überlebenswahrscheinlichkeit

Dass der Nachwuchs dieses Jahres sowie die beiden Jungtiere im vergangenen Jahr überlebt haben, ist nach Einschätzung von Schmidt-Rothmund etwas Besonderes. Im ersten Jahr liege die Überlebenswahrscheinlichkeit bei etwa 50 Prozent. Vor allem Uhus, die auch in Baden-Württemberg heimisch sind, plünderten gerne Fischadler-Nester.

Viele Gefahren

Doch damit ist der Fortbestand nicht automatisch gesichert. Sommer und Winter hätten jeweils ihre Tücken, sagte der Leiter des Nabu-Vogelschutzzentrums Mössingen. „Es gibt eine ganze Reihe an Unwägbarkeiten.“ Auf dem Weg über die Straße von Gibraltar könnten die Vögel gegen Windkraftanlagen stoßen. Häufig ertrinken Fischadler den Angaben zufolge, wenn sie sich in Netzen verheddern, die zum Schutz über Fischteiche gespannt werden.

Vor über 100 Jahren ausgerottet

Fischadler (Pandion haliaetus) sind als gefährdet eingestuft. 1907 waren die Greifvögel hierzulande als vermeintliche Nahrungskonkurrenten ausgerottet worden. Nach 116-jähriger Pause gab es 2023 die erste nachweislich erfolgreiche Fischadler-Brut im Landkreis Rastatt.

Population im Aufbau

Schon davor lebten Weibchen Chronos und Männchen Kepler zwei Jahre als Paar zusammen, wie Schmidt-Rothmund sagte. Daher sei damit zu rechnen, dass sie auch im kommenden Frühjahr wieder die rund 5.000 Kilometer zurücklegen und in die Oberrheinebene kommen.

Junge Fischadler sind auf sich gestellt

Ob die jungen Fischadler des Jahrgangs 2023, Balbü und Kju, nächstes oder übernächstes Jahr zurückkehren, bleibt abzuwarten. Der Nabu beringt alle Jungtiere. Aber wenn diese nicht zufällig fotografiert und die Bilder dann den Fachleuten geschickt werden, bleibt der Verbleib der Tiere unklar. Mit Sendern sei noch kein badischer Fischadler ausgestattet.

Ein weiteres Paar in Frankreich

In der Regel kommen die Männchen bis auf einige Kilometer in die Nähe des Schlupfortes zurück, wie Schmidt-Rothmund erklärte. Die Weibchen siedelten sich hingegen häufig weiter entfernt an. So werde in der Natur Inzucht vermieden. Von einer gesicherten Population in einer Region kann man laut Nabu ab ungefähr zehn Fischadler-Paaren sprechen. Am Oberrhein lebe ein zweites Paar auf französischer Seite.

Hilfe bei der Wiederansiedlung

Jenes aus Rastatt stammt aus Sachsen-Anhalt. Damit sich die Tiere auch woanders ansiedeln, hat der Nabu mit Partnern in ganz Deutschland ein Netzwerk aufgebaut und Horste installiert. So hat auch Schmidt-Rothmund neue Nisthilfen bei Offenburg organisiert.

Nicht mit Möwen verwechseln

Fischadler werden rund 60 Zentimeter groß und können wegen schmaler Flügel mit großen Möwen verwechselt werden. Ihre Unterseite ist bis auf ein dunkles Brustband weiß, die Oberseite dunkelgraubraun. Der Kopf ist weiß mit einem dunklen Band um die Augenpartie. Der Greifvogel frisst den Angaben zufolge ausschließlich Fische und stürzt dafür ins Gewässer. „Seine Jagdtechnik hat er perfektioniert, so kann er sie in bis zu einem Meter Wassertiefe noch erbeuten.“ Damit ihr Gefieder beim Tauchen nicht durchnässt, pflegen die Tiere es akribisch mit Fett aus einer vergrößerten Bürzeldrüse am Schwanz.

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Rastatt: Erster Fischadler-Nachwuchs seit 115 Jahren im Südwesten https://www.die-neue-welle.de/rastatt-erster-fischadler-nachwuchs-seit-115-jahren-im-suedwesten-391176/ Fri, 02 Jun 2023 08:01:33 +0000 https://dieneuewelle.prod.welocal.cloud/rastatt-erster-fischadler-nachwuchs-seit-115-jahren-im-suedwesten-391176/

Gesehen hat ihn noch niemand, aber Vogelfachleute vom Nabu feiern den ersten Fischadler-Nachwuchs in Baden-Württemberg nach 115 Jahren Pause. Um die Tiere bei Mössingen im Landkreis Rastatt nicht zu stören, habe Ornithologe Daniel Schmidt-Rothmund sie aus rund 300 Metern Entfernung vom Boden aus mit dem Fernglas beobachtet, teilte der Verein mit.

Küken geschlüpft

«Das Männchen hat dem am Nestrand stehenden Weibchen einen Fisch gebracht, den das Weibchen an den Nachwuchs verteilt hat, das erkennt man eindeutig an den charakteristischen Kopfbewegungen», berichtete der Leiter des Nabu-Vogelschutzzentrums laut Mitteilung. Danach sei die Vogelmutter wieder nah an ihre Küken herangerückt und habe die Flügel ganz typisch etwas hängen lassen, um für Schatten zu sorgen.

Ende Juni will Schmidt-Rothmund zum Horst in einem etwa 25 Meter hohen Baum klettern, um die Jungadler zu beringen, bevor sie flügge werden. Dann wird er wissen, wie viele es sind. Eine dort oben installierte Wildkamera ist den Angaben zufolge ausgefallen.

Drei Eier im Nest

Der Nabu hatte es schon als Erfolg gewertet, dass Mitte April das erste von drei Eiern im Nest lag. Zum ersten Mal seit mehr als 110 Jahren brüteten Fischadler nachweislich wieder in Baden-Württemberg. 1907 waren sie hierzulande ausgerottet. Naturschützer installieren seit über 30 Jahren im Südwesten Nisthilfen für die Greifvögel.

Für die Entwicklung des Nachwuchses brauche es möglichst trockenes und warmes Wetter: 20 bis 25 Grad seien ideal, damit es im Nest nicht zu feucht wird. Habichte und Uhus müssen das Nest verschonen. «Und drittens ist der jungen Familie zu wünschen, dass das Männchen keinen Unfall hat», erklärte Schmidt-Rothmund. Dieses schaffe die Nahrung herbei, während das Weibchen nahezu durchgehend am Nest bleibe.

Schön und selten

Fischadler werden nach Nabu-Angaben rund 60 Zentimeter groß und können wegen schmaler Flügel mit großen Möwen verwechselt werden. Ihre Unterseite ist bis auf ein dunkles Brustband weiß, die Oberseite dunkelgraubraun. Der Kopf ist weiß mit einem markanten, dunklen Band um die Augenpartie. Der Greifvogel frisst ausschließlich Fische. «Seine Jagdtechnik hat er perfektioniert, so kann er sie in bis zu einem Meter Wassertiefe noch erbeuten.» Den Winter verbringen die Tiere in Afrika und kommen ab Ende März in die Brutgebiete zurück.

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