Asiatische Tigermücke – die neue welle https://www.die-neue-welle.de Immer deine Lieblingsmusik. Fri, 22 May 2026 13:19:12 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.2 Keine Schnakenplage erwartet – aber Tigermücke bleibt ein Problem https://www.die-neue-welle.de/keine-schnakenplage-erwartet-aber-tigermuecke-bleibt-ein-problem-1903224/ Sat, 23 May 2026 12:16:38 +0000 https://www.die-neue-welle.de/?p=1903224 Region (pm/dk) – Grillen, draußen sitzen, Feiertage genießen: Entlang des Rheins dürfte das Pfingstwochenende in diesem Jahr weitgehend ohne lästige Stechmücken ablaufen. Die Stechmückenjäger der Kabs rechnen wegen des trockenen Frühjahrs nicht mit einer großen Schnakenplage. Ein Thema bleibt aber die Asiatische Tigermücke.

Trockenes Frühjahr sorgt für Entspannung

Die Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage, kurz Kabs, erwartet entlang des Rheins ein ruhiges Pfingstwochenende. Der Grund: Im trockenen Frühjahr ist ein größeres Hochwasser ausgeblieben.

Gerade Hochwasser sorgt sonst häufig dafür, dass sich Auwaldstechmücken stark vermehren. Trotz einiger Niederschläge ist der Rhein aber nicht über die Ufer getreten. Deshalb waren größere Bekämpfungseinsätze in den Rheinauen bislang nicht nötig.

Bisher nur kleinere Einsätze

Laut Kabs verläuft das Jahr bisher vergleichsweise entspannt. Nach einem überschaubaren Saisonstart habe es nur kleinere, lokale Einsätze gegeben. Ursache dafür sei vor allem der trockene Frühling.

Für die Stechmückenjäger bedeutet das ein selten ruhiges Pfingstwochenende. Nach Daten der Messstation Maxau blieb seit dem Jahr 2000 weniger als jeder dritte Pfingstsonntag unterhalb des mittleren Wasserstands. Zuletzt war das 2022 der Fall.

Sommer lässt sich noch nicht abschätzen

Wie sich die Lage im Sommer entwickelt, ist laut Kabs noch offen. Sollten stärkere Niederschläge zu Hochwasser führen, können Einsätze gegen Auwaldstechmücken weiterhin nötig werden.

Möglich seien solche Einsätze bis Mitte September.

Asiatische Tigermücke bleibt ein Thema

Parallel läuft in vielen Kommunen bereits seit Mitte April die Bekämpfung der Asiatischen Tigermücke. Dabei setzt die Kabs verstärkt auf Beratung der Anwohnerinnen und Anwohner.

Sie sollen dabei helfen, mögliche Brutstätten selbst zu beseitigen. Denn Tigermücken nutzen oft kleine Wasserstellen zur Vermehrung.

Bekämpfung am Boden und aus der Luft

Die Kabs ist ein gemeinnütziger Verein. In ihr sind Kommunen aus Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Hessen zusammengeschlossen.

Die Arbeit der Stechmückenjäger ist aufwendig: Am Boden müssen sich die Expertinnen und Experten durch dichtes Unterholz kämpfen. Viele Brutstätten werden aber auch aus der Luft behandelt. Dafür verteilt die Kabs von einem Hubschrauber aus den Wirkstoff Bti gegen Larven.

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Asiatische Tigermücken in Rastatt nachgewiesen: KABS ruft zur Mithilfe auf https://www.die-neue-welle.de/asiatische-tigermuecken-in-rastatt-nachgewiesen-kabs-ruft-zur-mithilfe-auf-1881993/ Sat, 11 Apr 2026 07:49:15 +0000 https://www.die-neue-welle.de/?p=1881993 Rastatt (pm/dk) – In Rastatt sind im vergangenen Jahr vereinzelt Asiatische Tigermücken nachgewiesen worden. Jetzt ruft die KABS gemeinsam mit der Stadt dazu auf, verdächtige Stechmücken zu melden und auf dem eigenen Grundstück Brutmöglichkeiten konsequent zu beseitigen.

Tigermücken in Rastatt festgestellt

Die Asiatische Tigermücke ist in Rastatt angekommen. Nach Angaben der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage, kurz KABS, wurden im vergangenen Jahr vereinzelt Exemplare nachgewiesen.

Wie stark die Besiedelung inzwischen ist, bleibt offen. Klar ist aber: Bürgerinnen und Bürger sollen schon jetzt selbst Maßnahmen ergreifen, damit sich die Tigermücke nicht weiter vermehrt. Denn die Tiere gelten als sehr aggressiv, können schnell zur Plage werden und möglicherweise auch Krankheiten übertragen.

KABS und Stadt setzen auf Aufklärung und Prävention

In Absprache mit der Stadtverwaltung bittet die KABS die Menschen in Rastatt darum, verdächtige Stechmücken zu melden und mögliche Brutstätten auf Balkonen, in Gärten und auf Grundstücken zu beseitigen.

Die wirksamste Maßnahme ist laut KABS, stehendes Wasser zu vermeiden. Denn Tigermücken entwickeln sich innerhalb einer Woche in wassergefüllten Behältern.

Wo sich Tigermücken vermehren

Als mögliche Brutstätten nennt die KABS unter anderem Regentonnen, Übertöpfe, Untersetzer, Gießkannen, Tiertränken, Hofgullys, verstopfte oder durchhängende Dachrinnen und hohle Zaunpfähle.

Weil Tigermücken nur wenige hundert Meter weit fliegen, stammen die stechenden Tiere oft vom eigenen Grundstück oder aus direkter Nachbarschaft.

Die empfohlenen Maßnahmen sollten von Anfang April bis Anfang Oktober konsequent umgesetzt werden. Außerhalb dieses Zeitraums vermehren sich die Tigermücken laut KABS nicht. Ein Großteil der im Herbst abgelegten Eier übersteht aber den Winter.

So können Anwohner die Vermehrung verhindern

Gefäße sollten so gelagert werden, dass sich kein Wasser darin sammeln kann. Alternativ können Behälter lückenlos abgedeckt werden, etwa Regentonnen mit einem engmaschigen Moskitonetz mit Gummizug.

Außerdem empfiehlt die KABS, wassergefüllte Behältnisse wie Tiertränken einmal pro Woche vollständig zu entleeren. Wo das nicht möglich ist, können verbliebene Brutstätten alle 14 Tage mit Bti-Tabletten behandelt werden.

Diese Tabletten enthalten nach Angaben der KABS einen Eiweißstoff, der nur für die Larven weniger Mückenarten tödlich ist. Für andere Tiere und für Menschen sei der biologische Wirkstoff unbedenklich. Die Bti-Tabletten können Bürgerinnen und Bürger kostenfrei über die Stadtverwaltung erhalten.

Auch Eier lassen sich gezielt beseitigen

Schon bevor Larven schlüpfen, können Tigermückeneier entfernt werden. Die Weibchen kleben ihre Eier an die Innenwand wassergefüllter Gefäße.

Mit heißem Wasser von mindestens 60 Grad können die Eier in Blumentöpfen, Untersetzern, Gießkannen, Gullys oder Regenrinnen abgetötet werden. Alternativ können sie mit einer Bürste entfernt werden. Dazu soll der Innenrand kräftig abgeschrubbt und das Wasser anschließend auf die Erde gegossen werden.

So lässt sich die Tigermücke erkennen

Die Asiatische Tigermücke kann laut KABS an drei Merkmalen eindeutig erkannt werden:
Ein weißer Streifen verläuft mittig über Kopf und Rücken. Dazu kommt eine weiße Spitze an den Tastern. Auch das hinterste Beinpaar endet mit einer weißen Spitze.

Außerdem ist die Art vergleichsweise klein und passt auf den Globus einer 1-Cent-Münze. Anders als viele andere Stechmücken ist die Asiatische Tigermücke tagaktiv. Sie gilt zudem als hartnäckig und aggressiv.

Verdächtige Mücken sollen gemeldet werden

Weil Tigermücken leicht mit anderen Arten verwechselt werden können, bittet die KABS um eindeutige Fotos oder eingeschickte Exemplare.

Verdächtige Stechmücken sollen möglichst sanft erschlagen oder mit einem Glas eingefangen und dann für etwa 20 Minuten in ein Gefrierfach gelegt werden. Danach sollen Fotos von vorne, von oben und von den Beinen gemacht und über das Meldeportal unter www.kabsev.de/stichts eingereicht werden.

Bis zur Rückmeldung der KABS soll das Exemplar an einem kühlen und trockenen Ort aufbewahrt werden. Alternativ kann die Mücke in einem kleinen stabilen Behältnis auch per Post an die KABS geschickt werden.

Warum die Bekämpfung wichtig ist

Die ursprünglich aus Südostasien stammende Asiatische Tigermücke hat sich durch den globalen Reise- und Handelsverkehr weltweit verbreitet. Durch mildere Temperaturen findet sie inzwischen auch in Deutschland geeignete Lebensräume.

Gerade in klimatisch begünstigten Regionen wie der Oberrheinebene kann sie sich in den Sommermonaten stark vermehren. Nach Angaben der KABS besteht außerdem ein Gesundheitsrisiko, weil die Tigermücke verschiedene Krankheitserreger wie Dengue-, Zika-, Chikungunya- oder West-Nil-Viren übertragen kann.

Diese Viren seien in Süddeutschland aktuell zwar nicht verbreitet, würden aber regelmäßig durch Reiserückkehrende eingetragen. Auch Hunde können betroffen sein, weil die Asiatische Tigermücke Fadenwürmer übertragen kann, die die Herzwurmerkrankung auslösen.

Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite der KABS unter www.kabsev.de.

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Tropenvirus angekommen: Wie gefährlich ist Chikungunya? https://www.die-neue-welle.de/tropenvirus-angekommen-wie-gefaehrlich-ist-chikungunya-1578772/ Wed, 09 Jul 2025 12:26:15 +0000 https://www.die-neue-welle.de/?p=1578772

Wie gefährlich ist Chikungunya-Fieber?

Wenige Kilometer von der baden-württembergischen Grenze entfernt, südlich von Straßburg, hat sich ein Mensch mit diesem Virus angesteckt. Dieser Chikungunya-Fall zeigt: Die Tropenviren und mit ihnen das Erkrankungsrisiko rücken näher. Müsst Ihr auch jetzt Sorgen machen? Wie könnt Ihr euch schützen? Und was tun bei Symptomen? Die wichtigsten Antworten:

Das Virus, das vor allem in Asien, Afrika und Amerika auftritt, löst das gleichnamige Fieber aus, das mit grippetypischen Symptomen wie hohem Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen einhergeht. Daher auch der Name, der ursprünglich aus der Sprache der Makonde stammt, einem Bantuvolk im Südosten von Tansania. Übersetzt heißt es so viel wie «der gekrümmt Gehende» – in Anlehnung an die Symptome. Es wurde erstmals 1952 bei einem Ausbruch in Tansania beschrieben.

Wie steckt man sich mit Chikungunya an?

Das Virus wird von infizierten weiblichen Stechmücken bestimmter Arten wie der Asiatischen Tigermücke und der Gelbfiebermücke übertragen. Von Mensch zu Mensch steckt man sich üblicherweise nicht an. Die inzwischen auch hierzulande heimische Tigermücke kann das Virus weitergeben, wenn ein Tier zuerst einen infizierten Menschen sticht, das Virus aufnimmt und bei einem anschließenden Stich überträgt, sagte Florian Hölzl, der Leiter der Abteilung Infektionsschutz und Umwelthygiene des Stuttgarter Gesundheitsamts.

Die Mücken stechen vor allem am Tag zu. Über die Speichelsekrete der Stechmücke gelangt das Virus in den menschlichen Blutkreislauf.

Wie sind die Heilungschancen?

Spezifische Medikamente gegen Chikungunya gibt es noch nicht. Es werden Arzneimittel verabreicht, die die Symptome lindern sollen. Die meisten Infizierten erholen sich vollständig, oft schon nach einer Woche. Starke Gelenkschmerzen können aber auch monatelang andauern. Gefährlicher ist das Virus für chronisch Kranke, Ältere sowie für Schwangere und Säuglinge, die sich im Mutterleib infizieren. Ist Chikungunya ausgeheilt, besteht eine lebenslange Immunität gegen die Krankheit.

Kann man sich dagegen impfen lassen?

Ja. Lange Zeit gab es zwar keinen Impfstoff gegen Chikungunya. Im vergangenen Jahr aber wurde in Deutschland der Impfstoff Ixchiq zugelassen, im Februar 2025 folgte der Impfstoff Vimkunya. Wegen vereinzelter Berichte über schwere Nebenwirkungen bei älteren Menschen wird Ixchiq allerdings derzeit von der Europäischen Arzneimittel-Agentur (Ema) überprüft.

In welchen Regionen gibt es schon Tigermücken?

Die ersten Populationen der Asiatischen Tigermücke wurden 2015 in Freiburg im Breisgau und Heidelberg nachgewiesen. Seitdem hat sich die Art immer weiter in den wärmeren Regionen des Landes ausgebreitet, vor allem entlang des Oberrheins, der Rhein-Neckar-Region und des mittleren Neckars. In den vergangenen Jahren wurden aber auch Populationen am Bodensee nachgewiesen. Manche Kommunen wie etwa Kehl haben die Hoffnung aufgegeben, die ausgeuferte Tigermücken-Population komplett loszuwerden.

Wer genau wissen will, ob er in einem Mücken-Hotspot lebt, kann auf Karten des «Mückenatlas» oder des RKI nachschauen.

Und wie wahrscheinlich ist es, dass sich das Virus in meiner Region ausbreitet?

Zurzeit ist das Risiko noch gering, sagt Hölzl. Eine Weiterverbreitung der Asiatischen Tigermücke als sogenannter Vektor mache Übertragungen auch bei uns aber immer wahrscheinlicher. Deshalb warnt Hölzl: «Wir müssen diesen Fall als Mahnung dafür nehmen, uns gegen die wachsende Gefährdung durch diese invasive Tierart zu wappnen.»

Wie kann ich mich schützen?

Wer in die betroffenen Regionen reist, sollte sich konsequent vor Mücken schützen. Von Duftkerzen und Lavendelsäckchen lassen sich Tigermücken aber nicht beeindrucken – DEET- oder Icaridin-haltige Sprays helfen dagegen zuverlässig, Moskitonetze vor allem über dem Kinderbett und Schutzgitter vor den Fenstern auch. Langärmelige weite und helle Kleidung wird empfohlen. Und nachts eventuell einen Ventilator aufstellen – das mögen die Biester gar nicht.

Was kann ich im Garten oder auf dem Balkon gegen Tigermücken tun?

«Das Wichtigste ist, mögliche Brutstätten rigoros zu beseitigen», empfiehlt Hölzl. Mücken lieben stehendes Wasser – wichtig also: Gießkannen, Vogeltränken, Untersetzer und Balkonpflanzen regelmäßig auf stehendes Wasser kontrollieren. Auch Dachrinnen, Regenfässer und Planschbecken können zur Brutstätte werden. Sand im Blumentopf-Untersetzer hilft gegen Mücken, ohne der Pflanze zu schaden. Außerdem ist es wichtig, Gießkannen und Eimer umzudrehen und Regentonnen mit einem festen und vor allem dicht verschlossenen Deckel zu verschließen, zum Beispiel mit einem feinen Netz. «Die Tigermücke zwängt sich auch durch kleine Spalten und Lücken und findet ohne Schutzmaßnahmen sonst hinein», erklärt Hölzl.

Was kann ich tun, wenn ich Symptome habe?

Wer sich krank fühlt, wer Fieber oder Gliederschmerzen bekommt nach der Urlaubsrückkehr aus Risikogebieten wie Mauritius oder La Réunion, der sollte rasch zum Hausarzt. Auch bei Symptomen nach einem Mückenstich in Grenznähe gilt: lieber einmal zu viel zum Arzt. Erste Anlaufstellen in Baden-Württemberg sind Gesundheitsämter und Tropeninstitute wie etwa in Heidelberg 

Gibt es schon viele Fälle in Deutschland?

Ja, aber sie unterscheiden sich von dem jüngsten aus dem Elsass. Denn bundesweit wurden laut RKI von April bis Juni bislang zwar 75 Chikungunya-Fälle registriert. Diese seien aber offensichtlich ausnahmslos mit einer Reise verbunden und betrafen demnach vor allem Rückkehrer aus Mauritius, La Réunion und Sri Lanka. Der elsässische Fall hingegen wurde nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) bei einem Menschen im Elsass nachgewiesen, der sich ausschließlich südlich von Straßburg in den Gemeinden Lipsheim und Fegersheim aufgehalten habe – etwa sechs bis sieben Kilometer von der deutschen Grenze entfernt und auf Rheinhöhe von Offenburg.

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Bühl ruft zum Kampf gegen die Asiatische Tigermücke auf https://www.die-neue-welle.de/buehl-ruft-zum-kampf-gegen-die-asiatische-tigermuecke-auf-1459333/ Wed, 14 May 2025 02:12:27 +0000 https://www.die-neue-welle.de/?p=1459333 Bühl (pm/tk) – Seit Jahren macht sich die aggressive Asiatische Tigermücke am Oberrhein breit. Die Stadt Bühl ruft auch ihre Bürger zum Kampf gegen den Eindringling auf.

Eigenverantwortliches Handeln erforderlich

Auch im Bühler Ortskern sowie im Stadtteil Weitenung haben sich die Asiatische Tigermücken angesiedelt. Da diese sehr aggressiv sind, schnell zu einer Plage werden und gegebenenfalls auch Krankheiten übertragen können, hat die Stadtverwaltung die Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (KABS e.V.) beauftragt, die exotischen Stechmücken zu bekämpfen.

Alle Anwohner, deren Grundstück sich im bekannten Verbreitungsgebiet der Asiatischen Tigermücke befindet, wurden in einem gesonderten Schreiben über die anstehenden Maßnahmen und das weitere Vorgehen informiert. Alle anderen Anwohner, die kein Schreiben erhalten haben, sollten eigenständig Präventiv-Maßnahmen ergreifen, um eine Ansiedelung der Asiatischen Tigermücke auf dem eigenen Grundstück zu unterbinden und damit eine mögliche Plage bereits im Vorfeld zu verhindern.

Brutmöglichkeiten vermeiden

Die wirksamste Maßnahme besteht in der Vermeidung beziehungsweise Beseitigung von Brutmöglichkeiten. Tigermücken entwickeln sich innerhalb einer Woche in wassergefüllten Behältnissen, die sich in Gärten oder auf Balkonen befinden, wie Regentonnen, Übertöpfe, Untersetzer, Gießkannen, Tiertränken, aber auch Hofgullys oder verstopfte beziehungsweise durchhängende Dachrinnen. Da Tigermücken nur wenige hundert Meter weit fliegen, stammen die attackierenden Exemplare entweder vom eigenen Grundstück oder aus der Nachbarschaft.

Grundstücksbesitzer können von April bis Oktober sehr effektiv die Vermehrung von Tigermücken verhindern, indem Gefäße entweder so gelagert werden, dass sich kein Wasser darin sammeln kann oder Behältnisse lückenlos abgedichtet werden (Regentonnen etwa mit einem engmaschigen Moskitonetz mit Gummizug). Auch das wöchentliche Entleeren von zum Beispiel Tiertränken ist eine sinnvolle Maßnahme.

Keine Tabletten mehr gegen Mückenlarven

Wer präventiv der Asiatischen Tigermücke vorbeugen möchte, kann hierfür vorerst nicht mehr auf die Bti-Tabletten zurückgreifen, die durch die Stadtverwaltung bislang kostenfrei ausgegeben worden waren. Hintergrund ist eine EU-Verordnung, wonach die Tabletten als Insektizide eingeordnet werden. Die Tablettenausgabe an Bürger darf deshalb nur noch erfolgen, wenn die Ausgabe durch Personen vorgenommen wird, die über einen entsprechenden Sachkundeausweis verfügen und den Erwerbenden hierüber aufklären können.

Die Stadt Bühl arbeitet mit der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage KABS bereits an Möglichkeiten, wie zukünftig die Ausgabe der Bti-Tabletten erfolgen kann.

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Zu teuer – Kehl steigt bei Bekämpfung von Tigermücke aus https://www.die-neue-welle.de/zu-teuer-kehl-steigt-bei-bekaempfung-von-tigermuecke-aus-1383928/ Mon, 31 Mar 2025 04:35:50 +0000 https://www.die-neue-welle.de/?p=1383928 Kehl/Speyer (dpa/svs) -Das Vorgehen gegen die gefährliche Asiatische Tigermücke ist für Kommunen am Oberrhein mit hohen Kosten verbunden. Mancherorts werden bereits Konsequenzen gezogen. Die badische Grenzstadt Kehl sieht sich wegen hoher Kosten außerstande, die Asiatische Tigermücke weiter aufwendig zu bekämpfen

Kosten von 250.000 Euro

Die badische Grenzstadt Kehl sieht sich wegen hoher Kosten außerstande, die Asiatische Tigermücke weiter aufwendig zu bekämpfen. «Wir müssten eine Viertelmillion Euro nur für Kehl ausgeben, wenn wir das System so weitermachen würden», sagt der parteilose Oberbürgermeister Wolfram Britz. Stattdessen werden Bewohnerinnen und Bewohner in die Pflicht genommen: «Wir müssen auf die Verantwortung der Bevölkerung setzen.»

Die Stadt hatte bisher die Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage, kurz Kabs, in Speyer beauftragt, gegen die aggressiven Insekten vorzugehen. Dafür flossen zuletzt 100.000 Euro. Wie die Aktionsgemeinschaft der Deutschen Presse-Agentur mitteilte, sehen auch andere Kommunen am Oberrhein inzwischen davon ab, die nur etwa sechs Millimeter große Tigermücke auf Privatgrundstücken intensiv zu bekämpfen.

Die immensen Kosten, die hierbei langfristig auftreten, seien der Hauptgrund, dass man einen Strategiewechsel hin zu mehr Bürgeraufklärung und Bürgermotivation einleite, wie die Stechmückenjäger aus Speyer berichteten. Namen einzelner Kommunen über Kehl hinaus wurden nicht genannt.

Tigermücke kann Krankheiten übertragen

Die ursprünglich aus Asien stammende Tigermücke gilt als potenzieller Krankheitsüberträger. Sie kann das Dengue-, Zika- und Chikungunya-Virus übertragen. Das Insekt ist – anders als dämmerungsaktive Stechmücken – tagaktiv und gilt in seinem Stechverhalten als sehr aggressiv.

Erste Populationen der Asiatischen Tigermücke (Aedes albopictus) wurden in Baden-Württemberg vor zehn Jahren nachgewiesen. Seitdem hat sich die Mücke vor allem entlang des Oberrheingrabens, aber auch anderorts ausgebreitet.

In der Kabs – einem eingetragenen und als gemeinnützig anerkannten Verein – sind Kommunen in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Hessen zusammengeschlossen. Die Arbeit der Experten ist aufwendig: Am Boden kämpfen sie sich oft durchs Dickicht, aber viele Brutstätten können nur aus der Luft bekämpft werden. Vom Helikopter aus verteilt die Kabs dann den biologischen Wirkstoff Bti, der Larven tötet.

Stadt: Insekt ist nicht mehr vollständig zu eliminieren

«Die vollständige Eliminierung der Tigermücken-Population in Kehl ist nicht mehr realistisch», resümierte die Stadt. Die Nachbar-Kommune von Straßburg ist damit nicht alleine. «Da die Tigermücken-Populationen wachsen, bedeutet das eine größere Fläche für Maßnahmen sowie mehr Personal und höhere Kosten für Kommunen», berichtete die Kabs. Das Ziel einer Ausrottung am Oberrhein könne deshalb nicht mehr verfolgt werden.

Nach Einschätzung der Kabs hat sich die Tigermücke massiv in der Großregion ausgebreitet. Es sei dennoch wichtig, einzelne Populationen zu reduzieren – etwa, um das Gesundheitsrisiko zu reduzieren.

«Trotz der Tatsache, dass die Kabs ein gemeinnütziger Verein ist und keine Gewinne erzielt, sind die Kosten für Kommunen mit sehr ausgedehnten Tigermücken-Populationen wie etwa in Kehl schwer zu finanzieren», teilte der Verein mit. Zu Kehl hieß es: «Den Abbruch der Bekämpfung auf mangelndes Personal zu schieben, ist falsch.» Einsätze beginnen üblicherweise im April.

Bürger können etwas tun

In Kehl und woanders werden Menschen gebeten, gegen das Insekt etwas zu tun. Dazu gehört etwa, kein Wasser in der Gießkanne zu lassen und die Regenwassertonne mit einer Bti-Tablette zu behandeln. Die Tigermücke hat fünf weiße Streifen an den Hinterbeinen. Sie vermehrt sich in Wasseransammlungen – von der verstopften Regenrinne bis zum alten Autoreifen.

Die Mückenart breitet sich auch im benachbarten Frankreich aus. In der Straßburger Region wurde sie vor gut zehn Jahren zum ersten Mal gesichtet. Inzwischen sind 33 Gemeinden des Großraums Straßburg betroffen, wie die Stadt berichtete.

 

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Stechmückenjäger vor neuer Saison – Kälte hemmt noch Larven https://www.die-neue-welle.de/stechmueckenjaeger-vor-neuer-saison-kaelte-hemmt-noch-larven-1343276/ Tue, 04 Mar 2025 07:06:32 +0000 https://www.die-neue-welle.de/?p=1343276

Speyer (dpa/tk) – Heiße Monate waren 2024 vor allem für die Asiatische Tigermücke ideal. Die Bekämpfung des Insekts soll 2025 weitergehen. Die Experten rüsten sich.

Kabs bereitet sich vor

Die Stechmückenjäger am Oberrhein bereiten sich intensiv auf die neue Saison in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Hessen vor. «Wir aktualisieren die App auf unseren Smartphones, mit der wir die bekämpfungsrelevanten Daten im Gelände erfassen», teilte die Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (Kabs) mit.

«Zudem wurde unsere Brutstättenkartierung über die Wintermonate aktualisiert. Sie gehört zu den Geodaten, die wir auf dem Smartphone im Gelände mit uns führen», hieß es. Auch bei den Experten im Kampf gegen die Asiatische Tigermücke laufen die Planungen.

Schlüpfen nicht vor Mitte März

Anders als 2024 sei momentan nicht mit einem vorgezogenen Saisonstart zu rechnen. «Witterungsbedingt bot der Februar kalte Phasen, die eine schnelle Entwicklung der Sumpfwaldstechmückenlarven verhindern.» Der Start werde wohl wie gewohnt zur Märzmitte hin mit Einsätzen gegen Bruch- und Sumpfwaldstechmücken anlaufen. Bei der Tigermücke rechnet man mit April.

In der Kabs – einem eingetragenen und als gemeinnützig anerkannten Verein – sind Kommunen in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Hessen zusammengeschlossen. Die Arbeit der Experten ist aufwendig: Am Boden kämpfen sie sich oft durchs Dickicht, aber viele Brutstätten können nur aus der Luft bekämpft werden. Vom Helikopter aus verteilt die Kabs dann den biologischen Wirkstoff Bti, der Larven tötet.
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Tigermückenbekämpfung im Winter: Was ihr jetzt beachten müsst! https://www.die-neue-welle.de/tigermueckenbekaempfung-im-winter-was-ihr-jetzt-beachten-muesst-1222607/ Tue, 26 Nov 2024 12:42:22 +0000 https://www.die-neue-welle.de/?p=1222607 Region (pm/dk) – Die Asiatische Tigermücke breitet sich in der Region zunehmend aus. Um ihre Verbreitung zu stoppen, sind präventive Maßnahmen erforderlich – auch im Winter. Besonders die Eier der Tigermücke stellen eine Gefahr dar, da sie den Winter problemlos überstehen können.

Was ihr gegen Tigermücken tun können

Im Winter sind die ausgewachsenen Tigermücken längst gestorben, aber ihre Eier überdauern die kalte Jahreszeit. Diese Eier werden in wassergefüllten Behältern abgelegt und haften dort fest. Um im kommenden Frühjahr keine unangenehmen Überraschungen zu erleben, sollten Sie potenzielle Brutstätten behandeln. Dabei stehen vor allem die Wasseransammlungen im Fokus.

Brutstätten im Winter behandeln

Um die Eier der Tigermücke zu zerstören, gibt es zwei einfache Methoden:

  • Heißes Wasser: Spült alle Behälter, die potenzielle Brutstätten darstellen, mit heißem Wasser (mindestens 60 bis 70 Grad Celsius aus. Dies tötet die Eier ab.
  • Bürsten: Alternativ könnt ihrdie Innenränder der Behälter kräftig mit einer Bürste abschrubben. Achtet darauf, dass auch die Bürste nach der Behandlung gründlich abgespült wird. Gießt das Wasser anschließend auf eine Wiese, damit es versickern kann.

Wichtige Brutstätten erkennen

Die Tigermücke ist auf der Suche nach stehenden Gewässern. Sie bevorzugt nicht nur Gärten, sondern auch Balkone und Terrassen. Mögliche Brutstätten sind:

  • Regentonnen
  • Blumentopfuntersetzer
  • Gießkannen
  • Zisternen
  • Hof- und Straßengullys
  • verstopfte Dachrinnen
  • Sonnenschirmfußständer
  • Planschbecken oder aufgelassene Pools
  • Kinderspielzeug im Freien
  • Autoreifen
  • Vogeltränken

Besonders gefährlich sind die Stellen, die häufig unbemerkt bleiben. Achtet darauf, alle Behälter, die sich mit Wasser füllen können, regelmäßig zu überprüfen und zu behandeln.

Was nicht als Brutstätte gilt

Nicht alle Wasseransammlungen sind geeignete Brutstätten für die Tigermücke. Zum Beispiel sind Gartenteiche mit Fischen oder Molchen keine typischen Brutstätten. Auch gechlorte Pools sind keine Gefährdung, da das Chlor die Mückenlarven abtötet.

Was ihr noch tun könnt

  • Lagert alle behandelten Behälter, die im Winter leer sind, im Keller oder Schuppen, um sie vor weiteren Befüllungen zu schützen.
  • Eine Behandlung mit BTI-Tabletten ist in dieser Jahreszeit nicht nötig, da die Mückenlarven im Winter nicht aktiv sind.
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Kabs: 2024 war für Stechmückenentwicklung außergewöhnlich https://www.die-neue-welle.de/kabs-2024-war-fuer-stechmueckenentwicklung-aussergewoehnlich-1069476/ Mon, 16 Sep 2024 02:18:25 +0000 https://www.die-neue-welle.de/?p=1069476

Speyer (dpa) – Die heißen Monate waren ideal für die Asiatische Tigermücke. Die Bekämpfung des Insekts läuft auf Hochtouren. Für das hohe Aufkommen der Stechmücken in diesem Jahr haben Fachleute eine Erklärung.

Mitarbeiter im Dauereinsatz

Im Kampf gegen die Asiatische Tigermücke laufen die Maßnahmen am Oberrhein auf Hochtouren. Das aggressive Insekt habe sich insbesondere in den heißen Monaten Juli und August weiter ausgebreitet, teilte die Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (Kabs) in Speyer mit. «Wir sind mehr als beschäftigt, angefangen von Beratungen und Monitoring bis zur Bekämpfung», sagte der wissenschaftliche Kabs-Direktor Dirk Reichle der Deutschen Presse-Agentur.

Nass-warmer Winter

Das Jahr 2024 und bereits der Winter 2023/2024 seien im Vergleich zu früheren Jahren in Bezug auf die Stechmückenentwicklung außergewöhnlich gewesen. «Der Winter war einer der nassesten seit der Klimaaufzeichnung 1881, und der Mai war der drittnasseste Mai seit 1881», sagte Reichle. «Februar und März waren jeweils die wärmsten Monate seit der Klimaaufzeichnung, und der Mai war der drittwärmste Mai seit 1881. Diese Extrema hatten Auswirkungen auf die Brutstätten und die Stechmückenentwicklung.» Das Klima habe zu größeren Bekämpfungsflächen und zur fortgeschrittenen Larvenentwicklung geführt.

«Bekämpfungserfolg im Extremjahr sehr gut»

«Unsere Mitarbeiter waren ab Mitte Mai bis in den Juli hinein in den Rheinauen im Dauereinsatz», sagte Reichle. Stellenweise habe die Fläche der Rheinschnaken nicht lokalisiert werden können. «Eine Bekämpfung in stark durchströmten Bereichen verbietet sich aus ökologischen und ökonomischen Aspekten.» Bekämpft worden seien aber alle kontrollierbaren Brutareale mit relevanten Larvendichten zwischen Weisweil im Süden und Bingen im Norden. «Der gesamte Oberrhein und landseits gelegene Druckwassergebiete.»

Er persönlich sehe die Bekämpfung als Erfolg, sagte Reichle. «Mir ist bewusst, dass vielleicht nicht jeder dieser Ansicht ist. Die Stechmücken waren deutlich spürbar.» In unbehandelten Gebieten außerhalb des Oberrheins seien sogenannte Anflugraten von mehr als 300 Stechmücken pro zwei Minuten aufgetreten. «Eine solche Quote wurde am Oberrhein, wo wir tätig waren, bei weitem nicht erreicht. Wenn man objektiv behandelte und unbehandelte Gebiete vergleicht, war der Bekämpfungserfolg in diesem Extremjahr sehr gut.»

Mit Hubschrauber unterwegs

In der Kabs – einem eingetragenen und als gemeinnützig anerkannten Verein – sind mehr als 90 Kommunen in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Hessen zusammengeschlossen. Die Arbeit der Experten ist aufwendig: Am Boden kämpfen sie sich oft durchs Dickicht, aber viele Brutstätten können nur aus der Luft bekämpft werden. Vom Helikopter aus verteilt die Kabs dann den biologischen Wirkstoff Bti, der die Larven der Stechmücken tötet.

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Stadt Karlsruhe bekämpft asiatische Tigermücke – aber nicht überall https://www.die-neue-welle.de/bekaempfungsmassnahmen-gegen-die-asiatische-tigermuecke-in-karlsruhe-830379/ Mon, 27 May 2024 11:11:51 +0000 https://www.die-neue-welle.de/?p=830379
Karlsruhe (pm/dk) – Schon seit einigen Jahren breitet sich die Mücke aus – jetzt müsst ihr bei der Bekämpfung aber selbst ran. In Karlsruhe bekämpft die Stadt nur noch die „kritische Infrastruktur“.

Ursprünglich aus Südostasien

Bereits seit ein paar Jahren konnte eine stetig anwachsende Population der ursprünglich aus Südostasien stammenden asiatischen Tigermücke (Aedes albopictus) im Stadtgebiet nachgewiesen werden. Diese verbreitet sich durch den globalen Reise- und Handelsverkehr bereits seit Jahrzehnten weltweit und trifft mittlerweile auch bei uns durch mildere Temperaturen auf einen geeigneten Lebensraum. Die im Vergleich zu heimischen Stechmücken relativ kleine Tigermücke ist tagaktiv, stechfreudig und an ihrem charakteristischen schwarz-weißen Muster sowie an einer markanten, weiß-silbrigen Linie, die vom Kopf zum Rücken verläuft, erkennbar.

Erhebliches Gesundheitsrisiko

Die Tigermücke stellt ein erhebliches potenzielles Gesundheitsrisiko dar, denn sie ist in der Lage, eine Vielzahl von Krankheitserregern wie beispielsweise das Dengue-, Zika-, Chikungunya- und das Westnil-Virus auf den Menschen zu übertragen. Dabei trägt die Tigermücke die Krankheitserreger nicht von Natur aus in sich, sondern muss zunächst einen infizierten Menschen stechen, bei dem die entsprechenden Viren im Blut vorhanden sind. Diese Viren sind in Baden-Württemberg zwar aktuell nicht verbreitet, werden jedoch immer wieder zum Beispiel durch Reiserückkehrende eingetragen. Dann besteht bei längeren Wärmeperioden die Gefahr einer Übertragung von einer infizierten Person über die Tigermücke auf eine weitere Person. Die Gefahr, sich durch den Stich einer Tigermücke mit einem der genannten Krankheitserreger zu infizieren, ist durch die geringe Verbreitung der Erreger zum jetzigen Zeitpunkt jedoch gering.

Verbreitung der Tigermücke verhindern

Um eine Verbreitung der Tigermücke zu verhindern, sind Bekämpfungs- und Präventionsmaßnahmen notwendig. Im Fokus der Bekämpfung stehen die Brutstätten der Tigermücke. Diese sind zum Beispiel Wasseransammlungen in Blumentopfuntersetzern, Vogeltränken, Dachrinnen oder offene Regentonnen. Bürgerinnen und Bürger können hier bereits präventiv einer Ansiedlung entgegenwirken, indem sie zu Beginn des Frühjahrs ihren Garten, Balkon oder Fensterbretter auf mögliche Brutstätten überprüfen und über den Sommer Wasseransammlungen möglichst vermeiden.

Können Brutstätten jedoch nicht beseitigt werden, wie etwa Hofgullys, oder werden Wasseransammlungen im Sommer benötigt, zum Beispiel zum Gießen der Pflanzen im Garten, ist eine regelmäßige biologische Behandlung der Brutstätten notwendig. Hierzu wird auf einen Wirkstoff zurückgegriffen, der aus dem Bakterium „Bacillus thuringiensis israelensis“ (B.t.i.) gewonnen wird und gezielt Stechmückenlarven abtötet. Der Wirkstoff tötet lediglich Mückenlarven ab, ist jedoch für andere Insektengruppen wie zum Beispiel Bienen als auch für Haustiere, Igel, Vögel und den Menschen völlig unbedenklich.

Kann nicht mehr überall bekämpft werden

Zur Bekämpfung der Tigermückenpopulation hat die Stadt Karlsruhe die „Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage“ (KABS) beauftragt. Die KABS führt die Bekämpfung 2024 in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt und der Stadtverwaltung im Zeitraum von Mitte/Ende April bis Ende September durch. Die Tigermücke hat sich inzwischen allerdings derart großflächig ausgebreitet, dass das gesamte Verbreitungsgebiet schon alleine aus personellen Gründen nicht mehr durch die KABS bekämpft werden kann.

Aufgrund der aktuellen klimatischen Verhältnisse ist zu erwarten, dass sich die Asiatische Tigermücke in den kommenden Jahren weiter ausbreiten und neue, bislang unbesiedelte Gebiete erobern wird. Die KABS arbeitet derzeit an alternativen Konzepten zur Eindämmung der Asiatischen Tigermücke, die weniger personal- und kostenintensiv, jedoch für die betroffenen Kommunen nachhaltig und langfristig umsetzbar sind.

Bekämpfung nur um „kritische Infrastruktur“

In dieser Saison können organisierte Bekämpfungsmaßnahmen nur in einem ausgewählten Bereich (um „kritische Infrastruktur“ wie Krankenhäuser, Schulen, KiTas, Senioren- und Pflegeheime etc.) durchgeführt werden. Innerhalb dieser Zone sollen alle potenziellen Brutstätten behandelt werden, auch wenn sie sich auf Privatgrundstücken befinden. Für den Einsatz in dieser Zone entstehen den Betroffenen keine Kosten. Eine Begehung vor Ort durch Mitarbeitende der KABS dauert in der Regel nicht länger als 10 bis 15 Minuten.

Eigene Bekämpfung nötig

Geht im Mai oder Juni kein Hauseinwurf der KABS ein, so muss eine Behandlung der Brutstätten auf dem Grundstück eigenverantwortlich erfolgen. Bti-Tabletten können kostenlos an folgenden Ausgabestellen abgeholt werden:

Brutstätten nicht leicht zu finden

Die Brutstätten sind nicht leicht zu identifizieren, da die Tigermücke auch kleinste wassergefüllte Hohlräume nutzt, die Stadt Karlsruhe bittet daher um Sorgfalt und Aufmerksamkeit. Sollte eine Hilfestellung beim Auffinden aller Brutstätten benötigt werden, so kann die KABS kontaktiert werden. Ziel ist es, alle vorhandenen Brutstätten zu erkennen und zu bekämpfen. Hier ist das Engagement aller gefragt.

Die Stadt Karlsruhe bittet deshalb alle Anwohnerinnen und Anwohner um Mithilfe, denn nur so kann die Größe der Tigermückenpopulation reduziert werden. Um weitere mögliche Verbreitungsgebiete der Tigermücke frühzeitig zu erkennen, sind Tigermücken-Verdachtsmeldungen aus der Bevölkerung sehr hilfreich. Vor allem Fotos der Stechmücke, gerne aus verschiedenen Perspektiven, helfen bei der Einschätzung, ob es sich um eine Asiatische Tigermücke handelt. Für Fragen oder die Meldung einer Sichtung wenden man sich gerne an .

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Tigermücken in der Region breiten sich aus – das könnt ihr tun https://www.die-neue-welle.de/tigermuecken-in-der-region-breiten-sich-aus-das-koennt-ihr-tun-389817/ Wed, 17 May 2023 01:21:16 +0000 https://dieneuewelle.prod.welocal.cloud/tigermuecken-in-der-region-breiten-sich-aus-das-koennt-ihr-tun-389817/ Region (lea) – „Achtung Tigermücke!“, schreibt das Umweltbundesamt auf seiner Internetseite. Denn die Gefahr durch Tropenkrankheiten, übertragen durch die gefleckten Tiere, wächst. Ausgelöst durch die klimatischen Veränderungen breitet sich die Aedes albopictus in der Oberrheinebene immer rasanter aus. In Deutschland gibt es noch keine bestätigten Fälle, bei denen eine Tigermücke eine Tropenkrankheit wie Gelbfieber oder das West Nil-Virus übertragen hat. In Frankreich hingegen sind allein im vergangenen Jahr 60 Fälle gemeldet worden. Was ihr selbst gegen die Tigermücke vor der Haustür machen könnt und wie ihr euch am besten schützt, das weiß Xenia Augusten, die Pressesprecherin der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage.

Mückenhotspot in Baden-Württemberg

Seit 12 Jahren ist die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) in Deutschland anzutreffen. Vor allem in Bayern und Baden-Württemberg, aber auch in Berlin sind bereits Populationen nachgewiesen. „Aber auch an der relativ guten Südanbindung über die A5 findet man Tigermücken“, betont Xenia Augusten. Die Pressesprecherin der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (KABS) erklärt: „Dass die Mücken sich gerade jetzt so massiv bei uns ausbreiten, das liegt aber auch an dem großen Einschleppungsdruck von Italien aus.“ Denn dort habe die Tigermückenpopulation durch die Hitze massiv zugenommen.

Blinder Passagier im Auto

Tigermücken kommen als „blinde Passagiere“ nach Deutschland. „Über LKW-Fahrer oder durch Reiserückkehrer werden sie mitgeschleppt“, so Augusten weiter. In Deutschland finden die Tiere durch den Klimawandel oft optimale Bedingungen, um sich auszubreiten. „Seit 2014 hatten wir hier eigentlich nur gute Bedingungen für die Tigermücken im Sommer.“ Denn die mögen es warm – am liebsten ohne starke Kälteperioden. Und auch das Überwintern scheint für die lästigen Stecher kein Problem darzustellen: „Da die Art im Herbst kälteresistente Wintereier produziert, ist ein Überdauern der kalten Jahreszeit prinzipiell möglich“, so das Umweltbundesamt.

Gefahr durch Tropenkrankheiten nimmt zu

„Die warmen Temperaturen spielen der Tigermücke zu“, führt die Pressesprecherin aus: „So kann sie eine sehr stabile Population mit einer hohen Individuendichte aufbauen.“ Und je mehr Tigermücken es gibt, desto wahrscheinlicher wird die Übertragung tropischer Krankheiten durch die Tiere: „Erst mal braucht man einen an einer Tropenkrankheit erkrankten Reiserückkehrer, der aus dem Urlaub kommt und bei dem die Viren noch frisch im Blut zirkulieren“, so Augusten. Die lokale Tigermücke muss diesen Erkrankten stechen und die Viren in sich aufnehmen. Bei warmen Temperaturen vermehren sich die Viren dann im Wirt. Sticht die Tigermücke daraufhin eine andere Person, gibt sie den Erreger über ihren Speichel weiter.

Die Pressesprecherin relativiert: „Diese Wahrscheinlichkeit ist momentan noch relativ gering.“ Aber schon jetzt müsse man die Mücken ernsthaft bekämpfen. Denn die Asiatische Tigermücke gilt als aggressiver als die heimischen Mückenarten. „Das ist dann schon eine Beeinträchtigung der Lebensqualität“, fügt Augusten an. Und je weniger Mücken es von vorne herein gibt, desto geringer fällt das Risiko überhaupt aus, dass Tropenkrankheiten übertragen werden können.

Tigermücke verbreitet sich am liebsten in städtischen Gärten

„Dass die Tigermücke sich am Oberrhein so stark verbreitet, weil dort viel Wasser ist, ist ein Irrglauben“, stellt Augusten fest. Denn die Tigermücke ist eine urbane Stechmücke. Sie legt ihre Eier in Gießkannen, Regentonnen oder andere Container. Um das Auftreten der aggressiven Art zu verhindern, sollten Brutstätten vermieden werden: „Regentonne abdichten und Eimer umgedreht hinstellen, das hilft schon, um die Ausbreitung einzudämmen.“ Auch ein Fliegengitter oder Mückennetz an Fenster könne helfen, erklärt die Expertin. Zwar nicht gegen die Ausbreitung der Tiere, aber gegen lästige Stiche. Genauso wie handelsübliche Insektensprays.

 

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