Abiturzeugnisse – die neue welle https://www.die-neue-welle.de Immer deine Lieblingsmusik. Mon, 27 Jul 2026 14:08:08 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9.4 Softwarefehler bei Abiturzeugnissen: Auch Schulen in Karlsruhe und Bretten betroffen https://www.die-neue-welle.de/softwarefehler-bei-abiturzeugnissen-auch-schulen-in-karlsruhe-und-bretten-betroffen-1942191/ Mon, 27 Jul 2026 14:10:19 +0000 https://www.die-neue-welle.de/?p=1942191 Karlsruhe/Bretten (pm/dk) – Ein Softwarefehler sorgt in Baden-Württemberg für Ärger bei Abiturientinnen und Abiturienten: Rund 100 Zeugnisse müssen korrigiert werden, bei etwa 70 davon ändert sich sogar der Abiturschnitt. Betroffen sind auch das Bismarck-Gymnasium und das Heisenberg-Gymnasium in Karlsruhe sowie das Edith-Stein-Gymnasium in Bretten.

Sechs Korrekturfälle in Karlsruhe und Bretten

In der Region sind drei Schulen von den fehlerhaften Berechnungen betroffen. Am Bismarck-Gymnasium in Karlsruhe müssen vier Abiturzeugnisse korrigiert werden. Am ebenfalls in Karlsruhe gelegenen Heisenberg-Gymnasium gibt es einen Korrekturfall.

Ein weiterer Fall betrifft das Edith-Stein-Gymnasium in Bretten. Damit müssen an den drei Schulen in Karlsruhe und Bretten insgesamt sechs Zeugnisse überarbeitet werden.

Rund 100 fehlerhafte Zeugnisse im Land

In ganz Baden-Württemberg wurden bei rund 100 Schülerinnen und Schülern fehlerhafte Abiturzeugnisse ausgestellt. An insgesamt 54 Schulen sind jeweils einzelne Zeugnisse betroffen.

Bei etwa 70 Fällen wirkt sich der Fehler auf den Abiturschnitt aus. Die Abweichungen liegen nach Angaben des Kultusministeriums in den meisten Fällen bei einem oder zwei Zehnteln. Nur in wenigen Fällen fällt die Abweichung größer aus.

In fast allen betroffenen Fällen wurde der Abiturschnitt durch den Fehler zu gut berechnet. Das Abitur haben jedoch alle betroffenen Schülerinnen und Schüler weiterhin bestanden.

Schulen korrigieren die Zeugnisse

Die betroffenen Schulen sind bereits dabei, die fehlerhaften Zeugnisse zu korrigieren. Für einige Absolventinnen und Absolventen verändert sich dadurch die Abiturdurchschnittsnote.

Das Kultusministerium steht nach eigenen Angaben mit dem Wissenschaftsministerium in engem Austausch. Dadurch sollen im laufenden Bewerbungsverfahren für Studienplätze pragmatische Anpassungen der Abiturnoten ermöglicht werden.

Für betroffene Bewerberinnen und Bewerber wurde außerdem eine direkte Anlaufstelle eingerichtet. Die Kontaktdaten sollen über die jeweiligen Schulen weitergegeben werden.

Programmierfehler in privater Software

Ursache der falschen Berechnungen ist ein Programmierfehler in der Software Winprosa des kommerziellen Anbieters „cmh“. Das Programm wird an Schulen zur Verwaltung und Planung der gymnasialen Oberstufe eingesetzt.

Die vom Land bereitgestellte Schulverwaltungssoftware ASV-BW ist nicht betroffen. An Schulen, die ihre Zeugnisse mit dieser Landes-Software erstellt haben, traten die Fehler nicht auf.

Zwar nutzte die überwiegende Zahl der Gymnasien in Baden-Württemberg Winprosa zur Berechnung der Abiturnoten, an den meisten dieser Schulen kam es laut Kultusministerium jedoch trotzdem zu keinen fehlerhaften Zeugnissen.

Fehler nach landesweiter Überprüfung entdeckt

Bekannt wurden die falschen Berechnungen zunächst durch einen Fall an einem Gymnasium. Daraufhin veranlasste das Kultusministerium eine Überprüfung.

Die Schulabteilungen der Regierungspräsidien forderten alle Gymnasien, die Winprosa im Bereich der Kursstufe nutzten, zu einer umfassenden Kontrolle auf. Dabei wurden die weiteren fehlerhaften Abiturzeugnisse festgestellt.

Der Softwareanbieter erklärte, seit Mitte Juni mit betroffenen Schulen in Kontakt gestanden und nach Lösungen gesucht zu haben. Eine Meldung an die Schulaufsicht sei allerdings nicht erfolgt.

Landes-Software soll künftig stärker genutzt werden

Im aktuellen Schuljahr haben rund 29.000 Schülerinnen und Schüler an allgemeinbildenden Schulen in Baden-Württemberg ihr Abitur gemacht. Im Land gibt es 457 öffentliche und private Gymnasien sowie 14 Gemeinschaftsschulen mit gymnasialer Oberstufe.

Für das kommende Schuljahr soll sichergestellt werden, dass alle öffentlichen Gymnasien und Gemeinschaftsschulen die Schulverwaltungssoftware des Landes auch für die Kursstufe und das Abitur vollständig nutzen.

Das Kultusministerium bedauert die entstandenen Unannehmlichkeiten. Gemeinsam mit den Schulen und den Regierungspräsidien soll die Korrektur der Zeugnisse möglichst schnell abgeschlossen werden.

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