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Olympische Spiele: Das denkt Weitspringer Julian Howard über die Absage

Karlsruhe (jl) Es war eine historische Entscheidung, die das Internationale Olympische Komitee (IOC) diese Woche bekannt gab - die Olympischen Spiele 2020 in Tokio werden um ein Jahr verschoben. Das betrifft auch Athleten aus der neue welle Region. Weitspringer Julian Howard hatte sich schon auf die Spiele im Sommer vorbereitet.

Symbolbild: IOC

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IOC hielt lange an Spielen fest

Nur alle vier Jahre finden die Olympischen Spiele statt. Durch die Coronakrise müssen nun – nach der Fußball EM  - auch die Olympischen Spiele verschoben werden. Der IOC hatte lange an den Spielen festgehalten, konnte aber dem öffentlichen Druck nicht mehr standhalten. Laut Experten war es die einzig richtige Entscheidung, die Spiele zu verschieben. Doch wie haben das die Athelten aufgenommen? Die Sportler waren wochenlang im Unklaren, ob die Spiele ausgetragen werden oder nicht. Julian Howard befand sich im Training und hat die Nachricht der Absage schon erwartet: „Ich habe die Entscheidung erwartet, das haben ganz andere Sportverbände schon früher getroffen. Von daher war der IOC da einfach in der Pflicht nachzuziehen und dementsprechend war es für mich nicht all zu überraschend."

Training für Olympia unmöglich

Wenn ein Sportler zu den Olympischen Spielen fährt, ist das richtige Training eines der wichtigsten Bestandteile in der Vorbereitung. Genau das ist im Moment aber unmöglich: "Es ist so, dass wir durch die Einschränkungen im Moment nicht normal trainieren können. Wir Athleten hier in Karlsruhe sind nun auch gezwungen alleine zu trainieren, das ist meistens dann auch auf nicht öffentliche Plätzen. Also heißt irgendwo im Wald, ich hab auch schon auf Parkplätzen trainiert, an der Straße und an Brücken – von daher weiß man, dass dieses Training einfach fit hält aber es nicht leistungs- oder zielorientiert ist. Im Zusammenhang mit der Absage kommt das Training jetzt eigentlich gelegen. Man hat wieder Zeit in eine längere Vorbereitung zu gehen und etwas allgemeineres zu machen. Das machen wir Athleten gerade, da wir eben nicht Sportart-spezifisch trainieren können, sondern uns eher fit halten und das passt auch in das Bild der Verschiebung der Wettkämpfe.

 

Sportkollegen sind gleicher Meinung

Im ständigen Austausch mit seinen Sportkameraden ist deutlich zu erkennen, dass die Mehrheit der Verschiebung zustimmt: "Ich weiß, dass eigentlich alle die Entscheidung so begrüßen bzw. der Meinung sind, dass dies die richtige Entscheidung ist. Mit den aktuellen Trainingsmöglichkeiten hätte man einfach nicht das Leistungsniveau erreicht, das man in einer normalen Vorbereitung erreicht hätte. Das ist etwas, das jeden Sportler dann extrem beschäftigt. Man weiß man hat ein Ziel aber man hat nicht die optimalen Bedingungen, um sich auf diese Spiele vorzubereiten. Das ist jetzt für die meisten Athleten doch eine Erleichterung. Sie sagen 'ok, im Moment kann man eh nicht trainieren man kann sich nicht auf die Spiele vorbereiten - von daher ist es nur richtig, dass die Olympischen Spiele nicht stattfinden'. Außerdem ist es auch die einzig richtige Entscheidung in der gesellschaftlichen Ansicht“, so Howard über die Meinungen seiner Kollegen.

Wie geht es nun weiter?

Zwar sind die Spiele verschoben worden, aber das Training muss weiter gehen. Nun ist wieder genug Zeit, um sich auf die Spiele im kommenden Jahr vorzubereiten. Not macht Erfinderisch, das weiß auch Julian und erklärt wie er gerade trainiert: "Ich kann trainieren, man kann ja alleine was machen solange man nicht in Gruppen unterwegs ist. Von daher bin ich jeden Tag in Karlsruhe unterwegs – mache alternative Programme – das heißt, ich suche mir irgendwelche schönen Orte aktuell geht das ja ganz gut mit dem Wetter. Ich suche mir dann meine Plätze und trainiere dort alternative Programme, die wir von unserem Trainer bekommen haben. Er hat da relativ früh reagiert und sich drauf eingestellt. Er hat den Trainingsplan darauf angepasst, das ist ein kreatives alternatives Programm was man da durchläuft."

Hofft auf sinkende Fallzahlen

Angesprochen auf seinen Wunsch für die Zunkunft sagte er: "Ich hoffe, dass die Fallzahlen nicht mehr ganz so schnell steigen und wir Schritt für Schritt in Richtung Normalität zurückkommen werden. Ich denke das Ganze wird sich hier noch eine Weile ziehen. Wir müssen uns noch auf weitere Einschränkungen einstellen und wir müssen damit lernen umzugehen. Ich denke die Lage ist für jeden schwierig und stellt jeden vor Herausforderungen. Ich kann nur hoffen, dass es schnell vorbeigehen wird  - befürchte aber, dass sich das Ganze noch um Wochen, vielleicht sogar Monate ziehen wird."