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Endgültig – der KSC ist angezählt

Karlsruhe/Aue (jl) Am Ende des 30. Spieltages scheint das Schicksal des Karlsruher SC besiegelt zu sein. Aue siegte gegen die Blau-Weißen mit 1:0. Der KSC ließ den absoluten Siegeswillen über weite Strecken vermissen.

Foto: Marvin Ibo Güngör/GES

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Gegen den Angstgegner Erzgebirge Aue

Warum Aue ein Angstgegner ist, zeigt die Statistik der Badener bei den Sachsen. Nur einen Sieg bei zehn Spielen im Erzgebirgsstadion. Die bitterste Niederlage war die vor zwei Jahren im Relegationsrückspiel um den Aufstieg in Liga 2. Das alles sollte aus den Köpfen der Spieler weichen – denn im Tabellenkeller der zweiten Liga wird es sehr düster – wenn der Karlsruher SC keine Punkte mit ins Badische bringt. Nürnberg schaffte ein Unentschieden gegen den Tabellenführer Bielefeld. Damit stieg der Abstand zum KSC auf drei Punkte. Allerdings könnten die Karlsruher mit einem Sieg in Aue, an Nürnberg vorbeiziehen, da die Blau-Weißen das bessere Torverhältnis haben. Dresden meldete sich im Abstiegskampf zurück – die Mannschaft von Ex-KSC Trainer Markus Kauczinski schlug Wiesbaden mit 3:2 und schöpft damit neue Hoffnung im Abstiegskampf. Daher war ein Sieg für den Karlsruher SC heute enorm wichtig.

Christian Eichner musste, wie schon bei den letzten Begegnungen, umstellen. Aufgrund der fünften gelben Karten gegen die Leistungsträger Hofmann und Stiefler gegen St. Pauli, musste der Trainer diese beiden Positionen neu besetzten. Lange wurde spekuliert, wer den besten KSC-Torschützen im Sturm ersetzten wird. Eichner entschied sich für Marco Djuricin – er wechselte von der Außenbahn in die Mitte. Für Hofmann rückte Martin Röser in die Startelf. Marco Thiede ersetzte Manuel Stiefler und Änis Ben-Hatira machte eine Pause – für ihn startete Marc Lorenz.

KSC erwischte es eiskalt

Der KSC startete, wie schon in den anderen Begegnungen, sehr druckvoll nach vorne. Das machte Mut für die Begegnung in Aue. Doch nach neun Minuten erwischte es die Karlsruher eiskalt. Aue hatte einen schönen Angriff nach vorne und Hochscheidt setzte sich auf der rechten Seite durch, konnte den Ball flach in die Mitte spielen und da stand Florian Krüger mutterseelenalleine und zog einfach mal ab. Uphoff im KSC-Tor hatte keine Chance den Ball zu halten. So liefen die Karlsruher früh einem Rückstand hinterher.

KSC tat sich schwer

Nach 17 Minuten schloss Lukas Fröde mal aus der Ferne ab – Aue Kepper Männel nahm vorsichtshalber beide Fäuste zum klären.  Es war deutlich zu erkennen, dass dem KSC Philipp Hofmann fehlte – Marco Djuricin konnto bis dato keine Nadelstiche setzten. Auffällig waren die viele weiten Bälle aus der Defensive – ganz nach dem Motto: Hoch und weit bringt Sicherheit.

Ideenlos ging es weiter

Der Karlsruher SC hatte immer wieder Probleme bei schnellen Angriffen der Sachsen. Nach vorne kam nicht viel bei den Blau-Weißen rum. Nach 30 Minuten schien es nur eine Frage der Zeit bis Aue nachlegte. Es ging mit einem 1:0 für Aue in die Pause. In den ersten 45 Minuten war der KSC einfach viel zu harmlos im Angriff und in der Verteidigung gab es zu viele Fehler – Aue bestrafte bis dato zum Glück nur einen.

KSC wechselte nicht

Obwohl nach vorne nicht viel ging bei den Karlsruhern, wechselte Eichner nicht zur Pause und schickte die gleiche Elf wieder auf das Feld. Aue startete gleich mit der ersten Chance – Nazarov zog weit vor dem KSC-Tor ab – der Ball ging 30 Sekunden nach Wiederanpfiff zirka zwei Meter am Kasten vorbei. Damit zeigten die Veilchen gleich wieder – wer Herr im Erzgebirgsstadion war. Der KSC glänzte in den ersten Minuten nach Wiederanpfiff mit Fehlpässen aus der Defensive.

KSC stellte alle Offensivbemühungen ein

Ratlosigkeit wie die Auer-Abwehr geknackt werden kann, führte dazu, dass der KSC offensiv nicht mehr stattfand. Der Spielaufbau der Karlsruher war davon geprägt den Ball immer wieder zu Torhüter Uphoff zu spielen. Nach 62 Minuten reagierte Eichner und wechselte doppelt. Änis Ben-Hatira und Dominik Kother kamen auf das Feld – Lorenz und Röser gingen runter. In der 70. Minute brachte Eichner mit Fink noch einen weiteren Stürmer.

Wechsel bewirkten was

Mit neuen Kräften in der Offensive, ging es beim Karlsruher SC etwas besser. Allerdings fehlte immer der letzte Wille im Auer Strafraum das Ding reinzumachen. Im Gegenzug bekam Aue eine Chance und war mit diesem einen Schuss von Nazarov deutlich gefährlicher als alle Offensivaktionen des KSC zusammen. Doch zum Glück hielt die Latte die Karlsruher im Spiel.

Druckvolle Schlussphase wurde nicht belohnt

Der Karlsruher SC war zum Schluss alles nach vorne. Zwar traf Marco Djuricin zum 1:1, aber der Videoassistent hatte den KSC-Stürmer im Abseits gesehen. Daher wurde das Tor von Schiedsrichter Daniel Siebert wieder zurückgenommen. Auch die fünfminütige Nachspielzeit brachte kein Happy-End für den KSC. Am Ende waren die Blau-Weißen über weite Strecke des Spiels einfach zu harmlos. So wird das Ziel direkter Klassenerhalt schwer zu erreichen sein. Die Aufgaben werden nun deutlich schwerer. Neben dem VfB Stuttgart am kommenden Sonntag, wartet auf den Karlsruher SC auch noch Tabellenführer Bielefeld. Zwar sind Jahn Regensburg und Greuther Fürth auch noch nicht sicher durch, haben aber mit 39 und 38 Punkten die deutlich bessere Ausgangslage als die Blau-Weißen. Allerdings ist erst nach 34 Spieltagen Schluss und bis dahin sind noch 12 Pünktchen zu verteilen – höchste Zeit, dass sich der KSC welche greift.