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Corona geht auch am Karlsruher SC nicht spurlos vorbei

Karlsruhe (jl) - Der Karlsruher Sport Club e.V. hat am Mittwochabend zu seiner ordentlichen Mitgliederversammlung eingeladen. Hauptsächlich ging es um die Finanzen der zurückliegenden Saison, sowie den Ausblick ins Fußballjahr 2020/21. Zusätzlich startete der KSC mit dem Verkauf der Aktien um neues Kapital zu generieren.

Symbolbild: Pixabay

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KSC ist im Veränderungsprozess

Pünktlich um 18 Uhr hatte der neue Präsident Holger Siegmund-Schultze die ordentliche Mitgliederversammlung des Karlsruher Sport Club e.V. eröffnet. Zu Beginn gab es ein paar Abstimmungen über den Ablauf der Versammlung. Nach dem diese vorgenommen wurden, ging es unter TOP 8 weiter mit dem allgemeinen Jahresbericht des Präsidiums. Holger Siegmund-Schultze erläuterte die Geschehnisse des letzten Jahres: Der Stadionbau befindet sich in der Endphase und man wolle die Möglichkeiten des Standortes Wildpark nutzen. Zudem will man mit der Stadt einen gemeinsamen Weg im Stadionbau gehen, ohne weitere gerichtliche Streitigkeiten. Auch mit Lagaderé will man sich einigen. Da das Verfahren noch läuft und der endgültige Beschluss vom Oberlandesgericht noch nicht zugestellt wurde, konnte zu diesem Thema nichts weiter gesagt werden. Die Veränderungen laufen auf Hochtouren und der KSC wünscht sich, dass alle zusammen an einem Strang ziehen, um den Verein wieder auf die Erfolgsspur zurückzuführen. Ein großer Dank ging an Christian Eichner und sein Team, die mit dem Sieg am letzten Spieltag den Klassenerhalt geschafft hatten.

Lagadére - ein heikles Thema

Michael Becker stellte danach die Finanzen vor. Erstmal zum Verein und dann zur KSC GmbH & Co. KGAA. Bevor er das tat, griff er zunächst das Thema Lagadére auf. Der Vertrag wäre bis 2027 gelaufen. Am 1 Juli 2017 wurde der Vertrag mit Lagadére geschlossen. Die Vermarktungsfirma kümmert sich um alle Vermarktungsangelegenheiten des Vereins und kassiert pro Abschluss 16,5% Provision. Ende Dezember 2018 kündigte der KSC den Vertrag, Lagandére reichte eine Klage ein. Das Landgericht erklärte  die Kündigung daraufhin als unwirksam, worauf der KSC wiederum Berufung einreichte. Am Mittwochvormittag hat der Bundesgerichtshof nun das Urteil des Landgerichtes bestätigt und die Kündigungen als rechtswidrig erklärt. Der KSC wartet nun also auf das schriftliche Urteil und berät sich dann in den Gremien wie es weiter geht. Der KSC wird Ersatzzahlungen an Lagadére leisten müssen. Das wurde aber vor der Kündigung schon einkalkuliert. Der KSC hat 1,9 Millionen Euro zurückgestellt – falls Provisionen nachgezahlt werden müssten. Die Gerichts- und Anwaltskosten beliefen sich auf zirka 150.000 – 200.000 Euro. Der KSC hat durch die Eigenvermarktung 2019/2020 deutlich mehr Umsatz gemacht, als durch den Vermarkter Lagandére. Wie es nun weiter geht bleibt abzuwarten.

Verein macht zirka 150.000 Euro Verlust

Der Karlsruher Sport Club e.V. hat im vergangenen Geschäftsjahr ein Minus von zirka 150.000 Euro gemacht. Das Ziel war auf eine schwarze Null zu kommen. Das hat noch nicht ganz geklappt, aber Becker ist sich sicher, dass dies zum nächsten Jahr der Fall sein wird.

KSC GmbH & Co. KGaA mit 2,5 Millionen Euro Verlust

Die neugegründete KSC GmbH & Co.KGaA hatte im vergangenen Geschäftsjahr knapp 2,5 Millionen Euro Verlust gemacht – das weißt das Ergebnis aus operativer Tätigkeit aus. Der Veränderungsprozess ist im vollen Gange. Im ersten Schritt wurde die Insolvenz abgewendet. Die Schulden wurden von rund 20 Millionen Euro auf 12 Millionen Euro reduziert. Das gelang durch die sechs Millionen Euro des Bündnis KSC und durch die Vergleiche mit Herr Pilarsky und Herr Kölmel. Im zweiten Schritt sollen nun die 12 Millionen Euro weiter minimiert werden. Zudem soll neues Kapital gewonnen werden, was vor allem durch die Aktienverkäufe erzielt werden soll. Weiterhin will der KSC Kapitalrücklagen bilden um weiter Corona-Risiken entgegenzuwirken. Zudem soll der aktuelle Veränderungsprozess weiter fortgeführt werden. Das oberste Ziel bleibt aber weiterhin: Schulden abbauen und keine unnötigen Investitionen zu tätigen. Darunter fallen hohe Transfersummen für Fußballspieler.

Klassenerhalt war wichtig

Geschäftsführer Sport Oliver Kreuzer lobte nochmal die Arbeit von Christian Eichner. Das Ziel Klassenerhalt wurde erreicht, auch wenn es recht knapp und auf den letzten Drücker war. Der Start in die neue Saison 2020/21 verlief bis dato allerdings nicht wie gewünscht. Kreuzer lobte das Team dennoch und ist sicher, dass der Knoten noch platzen wird. Ziel ist es, auch in der nächsten Saison, in der zweithöchsten Spielklasse zu spielen.

Aktienverkauf gestartet

Was bis dato nur für Großinvestoren möglich war, kommt nun auch für alle Mitglieder, Fans und Gönner des KSC: Der Aktienverkauf wurde um 20:15 Uhr gestartet. Michael Becker gab bekannt, dass sich nun alle ein Teil des KSC sichern können. Eine Aktie kostet 24 Euro und kann ab sofort unter www.kscaktie.de erworben werden.

Entlastung des Präsidiums

Gegen 21:10 Uhr kam es zur Abstimmung über die Entlastung des Präsidiums. Dieses wurde von den Mitgliedern entlastet. Danach war der Verwaltungsrat dran, auch dieser wurde entlastet.

Nach ein paar Änderungen in der Satzung und der Nachwahl der zwei Ersatzmitglieder für den Aufsichtsrat war die ordentliche Mitgliederversammlung gegen 22:00 Uhr zu Ende.