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Schwarzbuch des Steuerzahlerbundes: Hier wird in unserer Region Geld versenkt

Ruhestein / Schwarzwaldhochstraße / Seebach (bdst/as) Man hatte es ja schon geahnt und es kam auch genauso: Das Lieblingsprojekt der baden-württembergischen Grünen, der Nationalpark Schwarzwald, wurde in kürzester Zeit durchgeboxt und das neue Besucherzentrum dafür am Ruhestein wird ein Millionengrab. Die Kosten haben sich in wenigen Jahren verdoppelt. Damit hat es die Aufnahme ins neue Schwarzbuch des Steuerzahlerbundes geschafft - schon wieder.

Die Fertigstellung des neuen Besucherzentrums Nationalpark Schwarzwald dauert noch. Foto: Sturm + Wartzeck gmbh, Architekten, Dipperz

Kosten stiegen von 25 Millionen auf 50 Millionen

2014 war der Bau des neuen Besucherzentrums im Nationalpark Schwarzwald auf dem Ruhestein insgesamt mit rund 25 Millionen  Euro veranschlagt – zwei Jahre später ging die Kalkulation von 32 Millionen Euro aus – inklusive Erschließung, Parkplätzen und eine Dauerausstellung. Schon 2017 war das Großprojekt damit ins Visier des Steuerzahlerbundes geraten. Der hoffte damals, dass es keine weiteren Kostensteigerungen gibt. Inzwischen geht das  baden-württembergische Finanzministerium von 50 Millionen Euro aus.  Grund: gestiegene Baupreise, Planungsänderungen durch rechtlich höhere Anforderugen und – der Bau soll fast komplett aus heimischer Weißtanne sein. 

Bauboom verteuert Projekt

Was sonst bei Großprojekten als “Risikovorsorge” für Preissteigerungen der Baukosten eingesetzt wurde, reicht nicht aus: Geplant wurde jährlich mit 2,5 Prozent – die Baupreise seien dank des Baubooms aber wesentlich stärker gestiegen, als vorausgesehen werden konnte, hieß es vom Finanzministerium.  Ach ja – was ursprünglich für 2019 eröffnet werden sollte, dauert jetzt wohl noch (mindestens) ein Jahr. Mit der “Optimierung des Hochbaus” sollen Kosten eingespart werden.

Besucherzahlen gehen zurück

Unterdessen kamen letztes Jahr auch noch viel weniger Besucher als erwartet. Jährlich sollen es 100.000 sein. In den Anfangsjahren war das Interesse naturgemäß so viel größer, dass sich die Macher im Glanz ihres Prestigeprojektes sonnten. Inzwischen vergällen Baustellen an der Schwarzwaldhochstraße  den Naturliebhabern den Weg zum Nationalpark, meinen die Macher.  

Der Bund der Steuerzahler meint: 

Es ist eingetreten, was zu befürchten war: Das Besucherzentrum im Nationalpark Schwarzwald wird immer teurer. Zu hoffen bleibt, dass die beabsichtigte optimierte Kostensteuerung in Baden-Württemberg künftig wirkt. Dann hätte sich die Kritik des Bundes der Steuerzahler gelohnt.