Current track
Title Artist


Schwarzwald holt Unwetter-Rekorde

Karlsruhe / Mummelsee  (as) Im Schwarzwald heißt das Motto nach dem Unwetterchaos: Tief Axel geht, Hoch Ophelia kommt. Aber Axel hat für - eher zweifelhafte - Schwarzwaldrekorde gesorgt. An einer Stelle fiel der meiste Regen in Deutschland, an anderer Stelle schlug der Blitz am heftigsten ein.

Foto. Sturmjäger Tobi

Größte Regenmengen in Deutschland am Mummelsee und in Bad Tölz

Der Deutsche Wetterdienst berichtete am Dienstag von bis zu 70 Litern Regen auf dem Quadratmeter für einige Orte in Baden-Württemberg. Damit war aber noch lange nicht Schluss. Am Mummelsee stellte Meteorologe Karsten Schwanke weitaus höhere Mengen fest: Über 200 Liter in 48 Stunden. So viel wie unterhalb der Hornisgrinde regnete es sonst deutschlandweit nur noch in Bad Tölz.

Quelle: ZDF- Tagesthemen

Die Regenmassen konnten vom Boden allein nicht aufgenommen werden. Die Folge: Die Nebenflüsse unterhalb der Hornisgrinde wie Rench und Acher schwollen sprunghaft an. 

Das war das Ergebnis:

Acher und Rench bei Kappelrodeck und Achern liefen über, bei Gamshurst brach der Acherdamm. Foto: Benedikt Spether

Andere Niederschlags-Rekorde lagen allerdings noch höher:

    • Beim Elbhochwasser im August 2002 fielen innerhalb von 24 Stunden im Erzgebirge in Zinnwald-Georgenfeld (Sachsen) 312 Millimeter. Das passiert wohl nur alle rund 500 Jahre. 
    • Bis dahin galten 260 Millimeter innerhalb von 24 Stunden als deutscher Rekord: vom 6. bis 7. Juli 1906 in Zeithain, Kreis Riesa (Sachsen) und vom 7. bis 8. Juli 1954 in Stein, Kreis Rosenheim (Oberbayern)
    • In Baden-Württemberg gab es am 2. Juni 2008 im Killer- und Starzeltal Niederschlag von rund 240 Millimeter in einer Stunde.

Horb mit neuem Blitz-Rekord

Einen weiteren Rekord gab es bei Horb, und zwar einen ziemlich lauten; Dort schlug am Montagabend der stärkste Blitz seit Jahren ein, berichtet kachelmannwetter.de. Demnach hatte er Stärke von etwa 225 Kilo-Ampere und riss ein regelrechtes Loch in den Boden. Ab einer Stärke von 100 kA spricht Kachelmann von einem sehr starken Blitz, einem wilden Hausrüttler. Der Meteorologe kategorisiert die Blitze so:

0 bis 3 kA: schwacher Brummler
3 bis 7 kA: mittlerer Roller
7 kA bis 100 kA: starker Knaller
ab 100 kA: wilder Hausrüttler

Zum Vergleich: Ein Stromschlag aus der Steckdose hat etwa 16 Ampere. Horb wurde 2015 zur Blitz-Hauptstadt Deutschlands gekürt. Damals wurden bis November des Jahres 29 Blitze pro Quadratkilometer registriert. Am Sonntagabend noch sprach der Deutsche Wetterdienst (DWD) von einer „Blitzparade“ über Deutschland mit 3258 Blitzen bis zu dem Zeitpunkt.  

Landwirte im Südwesten freuen sich über Regen

Die Landwirte im Südwesten haben sich über den Regen der vergangenen Tage gefreut. Laut Landesbauernverband war das dringend notwendig. Konstanter Regen über einen längeren Zeitraum wäre noch besser, aber man sei froh, dass es nach dem trockenen Frühjahr überhaupt mal regne. Auch für den Weinbau sei der Regen wichtig gewesen.  Am Donnerstag soll es niederschlagsfrei bleiben.