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Blutplasma aus Mittelbaden wird wegen PFC-Verdachts gesperrt

Region Mittelbaden (dpa/cmk) Der PFC Skandal in der Region weitet sich aus – Nach dem Skandal um mit PFC verseuchte Ackerflächen in Rastatt und Baden-Baden hat der DRK-Blutspendedienst die direkte Verwendung von Blutplasma aus der Region Mittelbaden vorläufig gesperrt. Diese Maßnahme erfolge solange bis eine abschließende Bewertung des Risikos durch eine Expertenkommission erfolgt sei.

Aktualisierung 14.30 Uhr

Nach aktuellen Informationen wird das gespendete Blutplasma aus der Region Mittelbaden bereits seit März 2017 gesperrt, so heißt es von Seiten des DRK-Blutspendedienstes Baden-Württemberg-Hessen: “Der DRK-Blutspendedienst sperrt bereits seit März 2017 das Blutplasma bis zu einer abschließenden Einschätzung einer etwaigen Gefährdungslage für die direkte Anwendung als therapeutisches Quarantäneplasma am Menschen.” Hinweise auf ein Risiko für eine Anreicherung von PFC durch Bluttransfusionen würden derzeit nicht vorliegen, es sei lediglich eine vorsorgliche und eigenverantwortliche Maßnahme, informiert die Pressesprecherin der gemeinnützigen GmbH weiter.

Hintergrundinformation zur Spende:

“Um die Versorgung mit Blutpräparaten sicherzustellen brauchen wir auch die Blutspender aus der Region Mittelbaden. Aus jeder Vollblutspende werden drei Blutpräparate hergestellt: Erythrozyten (rote Blutkörperchen), Thrombozyten (Blutplättchen) und Plasma (flüssiger Bestandteil). So bekommt jeder Patient nur die Bestandteile, die er benötigt”, erklärt der DRK-Blutspendedienst. Daher helfe eine Blutspende mehrfach, außerdem sind die einzelnen Bestandteile unterschiedlich lange haltbar. “Die roten Blutkörperchen können bei vier Grad Celsius bis zu 35 Tage gelagert werden. Das Blutplasma wird bei -30 bis -40 Grad Celsius tiefgefroren und ist bis zu zwei Jahre haltbar, die Thrombozytenkonzentrate halten sich bei 20 bis 24 Grad Celsius jedoch nur vier Tage lang. Auch wenn das Plasma derzeit aus der Region Mittelbaden zur Anwendung gesperrt ist, können die beiden anderen Blutpräparate verwendet werden. Aus diesem Grund sind die Blutspendetermine und die Blutspenden der Bürger aus Mittelbaden weiterhin sinnvoll, notwendig und lebensrettend und wir danken ausdrücklich allen engagierten Lebensretter  aus dieser Region”, so heißt es weiter.

Ursprungsmeldung

Nach dem Skandal um mit PFC verseuchte Ackerflächen hat der DRK-Blutspendedienst die direkte Verwendung von Blutplasma aus der Region Mittelbaden am Patienten vorläufig gesperrt. Dies sagte eine Sprecherin des DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg – Hessen am Donnerstag in Frankfurt/Main und bestätigte einen SWR-Fernsehbericht. Diese Maßnahme erfolge solange bis eine abschließende Bewertung des Risikos in der Region durch eine Expertenkommission erfolgt sei. Das Gremium wurde von der Landesregierung Baden-Württemberg eingesetzt. 

Höhere PFC-Werte im Blut 

Eine Routineuntersuchung der Blutprodukte auf PFC erfolgt nicht. In Blutproben von Anwohnern waren höhere Werte der Chemikalie nachgewiesen worden, die über das Trinkwasser in das Blut kam. Personen, die Gemüse und Obst aus den betroffenen Gebieten verzehrten, wiesen hingegen kaum höhere Werte auf als Menschen außerhalb der belasteten Gebiete. Insgesamt liegen die Werte nicht über denen in anderen Bundesländern, wie das Gesundheitsministerium Anfang Oktober mitteilte. Die Langzeitfolgen sind noch unklar.

Keinen behördlich festgelegten Messwert

Die Sprecherin des Blutspendedienstes erklärte weiter, es gebe keinen wissenschaftlich belegbaren oder behördlich festgelegten Messwert, ab dem von einer besonderen Gesundheitsgefährdung ausgegangen werden könnte. Die Anreicherung im menschlichen Organismus erfolge über eine langfristige Zuführung wie etwa täglich über das Trinkwasser. “Eine Bluttransfusion erfolgt in der Regel aus einem akuten Anlass und nicht über einen langfristigen Zeitraum. Eine akute Gefahr für den Blutempfänger ist deshalb auszuschließen.”