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Nach Hundeattacke auf Frauchen in Pforzheim: So war es wirklich

Pforzheim / Karlsruhe (as) Die Meldung vom Ostersonntag klang dramatisch: Auf einem Pforzheimer Friedhof hatte ein Hund das eigene Frauchen angefallen. Die Seniorin kam nach Bissen in  Kopf, Schulter und Arm ins Krankenhaus. Wie es zu der Attacke kam, war zunächst nicht klar, ebenso, wie es mit dem Hund weitergeht. Nach Recherche der neuen welle stellt sich der Vorfall jetzt in einem anderen Licht dar.

Foto: Igor Myros

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Der Fall war ganz anders

War eine Überzüchtung schuld, hat das Tier etwas erschreckt oder wurde es schlecht behandelt – das alles waren Fragen, die sich Hundefreunde nach der Beißattacke am Ostersonntag auf einem Pforzheimer Friedhof stellten. Inzwischen ist klar: Der Berner-Sennen-Mix gehörte der Seniorin gar nicht. Es war also kein Angriff auf das eigene Frauchen.

Hund nur mit Maulkorb

Die Seniorin hatte das Tier nach Auskunft des Polizeipräsidiums Karlsruhe zum Spazierengehen und Kennenlernen aus einem Tierheim geholt. Dort habe man sie beauftragt, den Hund nur mit Maulkorb auszuführen. Das hatte die Frau aber offenbar nicht getan.

Abwehrbeißen führte zu Verletzungen

So kam es dann auf dem Friedhof wohl zu einer Situation, bei der die Seniorin dem Berner-Sennen-Mix versehentlich auf die Pfote trat. Als der Hund sie daraufhin anknurrte und sie ihn beruhigen wollte, reagierte der mit sog. “Abwehrbeißen”.  Das kann laut Experten erfolgen, wenn die Tiere zum Beispiel Angst haben, sich erschrecken oder beim Fressen gestört werden. Als die Polizei dazu kam, war der Hund an einer Parkbank angebunden und wurde noch mal mit der Hundeschlinge fixiert, damit der Maulkorb gefahrlos angelegt werden konnte. 

Hund wird gemeldet

Die Seniorin wurde an Hand, Oberarm und Stirn verletzt, konnte nach ambulanter Behandlung im Krankenhaus aber wieder heim. Laut Polizei ergeht eine Meldung an die Stadt Pforzheim mit der Empfehlung zur Verpflichtung von Leinenzwang und Maulkorb für den Berner-Sennen-Mix. Eingeschläfert werden muss er nicht, er ist wieder zurück im Tierheim.

Falscher Umgang häufig Ursache für Bisswunden

Hundeattacken werden im Normalfall als fahrlässige Körperverletzung eingestuft. Eine offizielle Meldepflicht für Bisswunden, zum Beispiel durch Ärzte, gibt es nicht. Geschätzt geht man von etwa 30.000 bis 50.000 Hundebissen jährlich in Deutschland aus. Experten meinen, dass überwiegend der falsche Umgang mit den Tieren Ursache für Beißattacken sind und nicht, weil sie besonders aggressiv sind. Sie empfehlen einen sog. “Hundeführerschein”.