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Foto: daniel-b-photos / pixabay

“BVB-Bomber” aus Freudenstadt muss 14 Jahre hinter Gitter

Freudenstadt/Dortmund (as) Er hat aus Geldgier skrupellos Tote und Verletzte in Kauf genommen – der als “BVB-Bomber” bekannt gewordenen Sergej W., der in Freudenstadt bei seinen Eltern lebte, hat deswegen keine lebenslange (15 Jahre), aber eine 14-jährige Haftstrafe bekommen. Das Landgericht Dortmund sah es als erwiesen an, dass der 29-Jährige  im April 2017 einen Bombenanschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund verübt hat, um von fallenden Kursen der BVB-Aktie zu profitieren.  

Verdächtige Optionsscheine 

Es war ein Horror-Szenario, das die Spieler und das Betreuer-Team des Bundesligisten Borussia Dortmund bei der Abfahrt des Mannschaftsbusses zum Champions-League-Heimspiel gegen AS Monaco am 11. April 2017 durchleben mussten. Drei Sprengsätze explodierten am Bus noch in der Nähe des Teamhotels. Innenverteidiger Marc Bartra wurde schwer am Unterarm verletzt. Ein Motorradpolizist erlitt ein Knalltrauma. Der Bus – total demoliert. Schnell war Sergej W. als Verdächtiger ermittelt worden. Der größere Kauf von Optionsscheinen war einem Dortmund-Fan verdächtig vorgekommen und er hatte die Polizei auf die richtige Spur geführt.  Die Staatsanwaltschaft hatte dem 29-Jährigen im Prozess vorgeworfen, Spieler töten und so den Kurs der BVB-Aktie zum Absturz bringen zu wollen. Sie hatte lebenslang wegen 28-fachen Mordversuchs gefordert. 

Bomben ja, töten nein

Der Verteidiger hingegen schloss in seinem Plädoyer eine Verurteilung wegen versuchten Mordes aus. Sein Mandant habe sich nur der Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion schuldig gemacht. Das sei mit Haft von deutlich unter zehn Jahren zu bestrafen. Der Angeklagte hatte gestanden, die Bomben neben dem voll besetzten Mannschaftsbus gezündet zu haben. Er bestritt aber jeden Tötungsvorsatz. Das Gericht sah das anders. 

Freudenstadt geschockt

Sergej W. hatte in Tübingen gearbeitet und wohnte wohl auch zur Untermiete in Rottenburg. Gemeldet war er dort nicht. Wie Nachbarn Medien erzählten, hatte der 29-Jährige bei den Eltern in Freudenstadt in der Nähe des Bahnhofes gewohnt. Nach dem Anschlag  zeigten sich die Einwohner geschockt. Sergej W. war als “ordentlicher” Zeitgenosse bekannt, unauffällig und freundlich.