KSC-Cheftrainer Christian Eichner genau ein Jahr im Amt

Karlsruhe (dpa/lk) - Trainer Christian Eichner ist heute genau ein Jahr Cheftrainer beim Karlsruher SC. Der 38-Jährige hat in seinem ersten Jahr für einen Umschwung gesorgt.

Foto: dnw

Erfolg ist begründet durch "Misserfolg"

Eichner erklärt den derzeitigen Aufschwung des Karlsruher SC mit den vergangenen Krisen. Auf die Frage, was die Gründe für den Erfolg seien, antwortete der 38-Jährige im Interview der dpa: "Der Misserfolg. Die Mannschaft hat extrem gelitten." Von den sechs Spielen in diesem Jahr in der 2. Fußball-Bundesliga haben die Badener fünf gewonnen und 16 von 18 möglichen Punkten geholt. Ziemlich genau hat er aber noch im Kopf, wie seine Mannschaft am vorletzten Spieltag der vergangenen Saison so gut wie in die 3. Liga abgestiegen war. Er weiß auch noch, wie missglückt der Start in diese Spielzeit mit vier Niederlagen war. "Ich glaube, dass man aus diesen Situationen sehr viel Stärke mitnehmen kann. Wenn du dieses Tal überwindest, dann willst du da nicht mehr hin", sagt er. Stattdessen soll lieber der nächste Sieg her, am besten schon Sonntag gegen den Tabellenelften Jahn Regensburg.

KSC derzeit auf Platz 5

Derzeit liegt der KSC auf Tabellenrang fünf mit vier Punkten Rückstand auf den Aufstiegsrelegationsrang. Von einem anderen Saisonziel als dem Klassenerhalt will Eichner aber noch nichts wissen. "Es macht einfach keinen Sinn. Wir haben Spaß, wir fühlen uns wohl, aber wir wissen einfach viel zu gut, wo wir herkommen", sagte der Nachfolger von Alois Schwartz. Eichner ist an diesem Mittwoch ein Jahr im Amt.

Eichner ein Jahr im Amt

Am 3. Februar 2020 wurde der frühere Jugend-, Zweitliga- und Bundesliga-Spieler der Badener Nachfolger von Alois Schwartz. Er stieg vom Co- zum Cheftrainer auf, arbeitete aber zunächst als Interimscoach. Und auch mit ihm wurde sportlich nicht gleich alles besser. Erst am letzten Spieltag gelang es, sich doch noch ohne Relegation in der Liga zu halten. Als Belohnung erhielt Eichner den Vertrag als Cheftrainer bis zum Sommer 2022. "Sie schaffen es, jeden Einzelnen so zu nehmen, wie er ist und gleichzeitig auch ihre taktische Marschrichtung in uns einzupflanzen. Den Ertrag sieht man ja", lobte Gondorf nun nach dem Vorrücken auf Platz fünf.

Umschwung kam mit Eichner

Wenn Eichner über sich selbst spricht, spielt er seine Rolle beim KSC herunter. Er beschreibt sich als "ein Beteiligter, der versucht anzuschieben und ab und an mal einen Reiz zu setzen". Wenn andere über ihn reden, klingt das ganz anders. "Er ist ein sehr wichtiger Faktor. Ich glaube, man hat an ihm und Zlatan (Assistent Bajramovic, Anm. d. Red.) den Umschwung festmachen können", schwärmte Kapitän Jerôme Gondorf bei Sky: "Ich glaube, dass eine neue Stimmung herrscht im Wildpark und drumherum." Und das liege an Eichner: "Ich glaube, da hat der KSC nicht den schlechtesten Fang mit gemacht."

Fußball auch zu Hause Thema

An der Seitenlinie lebt Eichner vor, Teil des Teams zu sein. Er leidet mit, er fiebert mit, er wirkt stets energiegeladen. Privat sei er ganz anders, erzählt er. "Ich bin sehr entspannt und mag es gar nicht, jede Aktion zu kommentieren". Abstand findet Eichner Zuhause bei seiner Tochter und seiner Frau, auch wenn Fußball Thema bleibt. "Meine Frau kennt sich sehr gut aus", erzählt er: "Manchmal hilft das auch, um eine andere Sicht auf die Dinge zu bekommen." Seine Frau kommt aus einer fußballverrückten Familie und ist Lehrerin. Auch Eichner hat Mathe, Geografie und Ethik auf Lehramt studiert. Er hätte kein Problem, an die Schule zu wechseln, sollte es als Trainer nicht mehr passen. Bundesliga-Trainer würde er natürlich trotzdem gerne werden. Mit dem KSC aber will sich Eichner dieses Ziel noch nicht setzen.


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