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Zwischen Einspruch und Rassismus-Vorwürfen: Das sagen der KSC und seine Fans

Karlsruhe (dpa/cmk) Nach der 2:4 Niederlage gegen den Hamburger SV hat der Karlsruher SC Einspruch gegen die Wertung des Spiels eingelegt. Hintergrund ist der erneute Einsatz des HSV-Profis Bakery Jatta, an dessen Identität es Zweifel geben soll. Auch wurde in sozialen Netzwerken wild über einen möglichen rassistischen Hintergrund der KSC-Fans nach Pfiffen gegen Jatta diskutiert. Nun meldet sich der Dachverband der Karlsruher Fans zu Wort.

Foto: GES / Alexander Scheuber

Update 14.18 Uhr

Der Karlsruher SC hat am Montag fristgerecht Einspruch gegen die Spielwertung der Partie gegen den Hamburger SV eingelegt. Der Einspruch erfolgt im Hinblick auf die nach wie vor ungeklärte Situation um die Spielberechtigung des HSV-Spielers Bakery Jatta, wie sie sich aus den bekannten Medienberichten darstellt. “KSC-Präsidium und Geschäftsführung sahen dies aus Verantwortung für den KSC als notwendig an, um fristwahrend gemäß der Rechts- und Verfahrensordnung des DFB zu handeln, sowie um die Interessen des Vereins und seiner Mitglieder zu wahren”, so heißt es in einer offiziellen Mitteilung am Montagmittag. 

Update 14.00 Uhr

Der Supporters Karlsruhe 1986 e.V. distanzierte sich in einer offiziellen Stellungnahme am Montag von einem rassistischen Verhalten am Spieltag. Demnach seien die Pfiffe die Reaktion auf ein unsportliches Verhalten (Schwalbe) Jattas gewesen. Als dann auch noch ein Elfmeter gepfiffen wurde, der nach Auffassung der Fans “durchaus fragwürdig” gewesen ist, sei der emotionale Bann gebrochen gewesen. 

Die Mitteilung im genauen Wortlaut:

“Im Laufe der Begegnung führte, aus Sicht vieler im Stadion, unsportliches Verhalten (Schwalbe) von Jatta zu Missmut seitens der Fans. Pfiffe waren seitdem zu hören. Pfiffe, die es so auch gegen andere Spieler gab und geben wird. Wenn man dann noch berücksichtigt, dass viele die Schiedsrichterleistung aus dem Relegationsspiel vor Augen haben und der Schiedsrichter in dieser Partie außerdem recht früh einen durchaus fragwürdigen Elfmeter gegen den KSC gepfiffen hat, war der Emotionen Bann gebrochen. Nun gehören Pfiffe gegen Spieler, Schiedsrichter und gegnerische Fans durchaus zu einem Fußballspiel. Sind sie auch Teil der Emotion in einem Stadion. Wobei man hier durchaus, ob Pfiffe fair oder unfair sind, geteilter Meinung sein. Fakt ist aber, dass Pfiffe in allen Stadien weltweit üblich und akzeptiert sind. Wer das begreift, dem wird schnell klar, dass hierbei die Hautfarbe, Herkunft oder Religion keinen wesentlichen Grund dafür ist, weshalb ein ganzes Stadion in ein Pfeifkonzert übergeht.”


Ursprüngliche Meldung Montag 7.45 Uhr

Zweifel an Identität von Bakery Jatta

“Wir setzen uns die Tage mal zusammen und überlegen, was wir tun”, sagte KSC-Sportdirektor Oliver Kreuzer nach dem Spiel am Sonntagnachmittag. Schon der 1. FC Nürnberg (0:4) und der VfL Bochum (0:1) hatten nach Niederlagen gegen den HSV Protest gegen die Spielwertung eingelegt. Kreuzer wünschte zwar dem HSV und dem Gambier, “dass das im Sand verläuft”. Der KSC wolle aber auch nicht der Dumme sein, falls sich die Zweifel an Jattas Identität bestätigen sollten. 

Hecking verteidigt seinen Spieler

Während des Spiels kam es von den Rängen der KSC-Fans zu Pfiffen gegen Jatta. In den sozialen Netzwerken wurden die Fans bereits vor Abpfiff des Spiels des Rassismus bezichtigt. HSV-Trainer Dieter Hecking verteidigte seinen Spieler nach der Partie erneut und forderte die Behörden auf, die Sache schnell zu klären. “Bakka hat alle Dokumente vorgelegt, und sie sind rechtsgültig. Wenn wir dem Staat und den deutschen Behörden nicht mehr vertrauen können, dann können wir nach Hause gehen”, sagte Hecking.

KSC unterliegt dem HSV im Wildpark mit 2:4