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Der Karlsruher SC zieht vor 1.085 Mitgliedern in der Schwarzwaldhalle Bilanz

Karlsruhe (cmk) Der Karlsruher Sport-Club veranstaltete am Samstag seine ordentliche Mitgliederversammlung in der Schwarzwaldhalle in Karlsruhe. 1.085 Mitglieder folgten der Einladung, schließlich standen mehrere wichtige Tagesordnungspunkte auf der Agenda.

Foto: GES / Helge Prang

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“Aufstieg war überlebenswichtig!”

Mehr oder weniger pünktlich um 11.30 Uhr eröffnete KSC-Präsident Ingo Wellenreuther die Mitgliederversammlung. Nach den obligatorischen Punkten wie der Feststellung der Anwesenheit und der Genehmigung der Tagesordnung. Stellvertretend für die Mannschaft waren auch Damian Roßbach, Marco Thiede und Benjamin Uphoff im Saal, sowie natürlich Alois Schwartz und sein Trainerteam. Insgesamt kamen 1.085 Mitglieder der Einladung des Vereins nach, davon waren 1.040 stimmberechtigt. Bei Top 8 angekommen lies Ingo Wellenreuther das vergangene Jahr Revue passieren. Neben der schweren Zeit in der Dritten Liga sei der glanzvolle Aufstieg in die Zweite Bundesliga “überlebenswichtig” gewesen. Um dies zu verdeutlichen, sprach Wellenreuther einzig die Fernsehgelder an: “Wir sind von 8 Millionen Euro auf 800.000 Euro gefallen. Ich bleibe nach wie vor bei meiner Meinung, dass das ein struktureller Fehler im Fußball ist, der dringend behoben werden muss!” Für diese Aussage bekam Wellenreuther den tobenden Applaus der Mitglieder.

Wellenreuther lässt Jahr Revue passieren

Weiter ging es mit dem Nachwuchsleistungszentrum, dem Stadionneubau und dem Abschiedsspiel vom alten Wildparkstadion. “Ich glaube bei diesem Moment hatte niemand mehr trockene Augen. Ich möchte mich daher nochmals bei den Supporters, den Ultras und allen Fans bedanken, die diesen Tag so besonders gestaltet haben”, resümierte Wellenreuther. In der laufenden Saison geht es im Gegensatz zur vergangenen Saison nicht um den Aufstieg, sondern um den Klassenerhalt. Diesen Weg möchte der Verein nach wie vor mit Cheftrainer Alois Schwartz gehen: “Alois, wir vertrauen dir! Wir werden hinter euch stehen, um den Klassenerhalt gemeinsam zu erreichen.”

KSC hält an der 50+1 Regel fest

Es ging direkt zum nächsten Punkt – der Ausgliederung. “Ein ganz wichtiger Gesichtspunkt ist hier, dass wir an der 50+1 Regelung festhalten”, erklärte der KSC-Präsident. So habe man diese Regelung auch in die Satzung übernommen. “Selbst wenn der Deutsche Fußball-Bund irgendwann nicht mehr an dieser Regel festhalten, werden wir es trotzdem weiterhin tun.” Mit den Anteilverkäufen sollen vor allem ausstehende Verbindlichkeiten abgelöst werden und die Infrastruktur verbessert werden. Im Zusammenhang damit nannte Wellenreuther auch die Besserungsscheine von Herrn Kölmel – diese könnten im Jahr 2020 für rund 8 Millionen Euro ausgelöst werden.

Wellenreuther äußert sich zu Streit mit der Stadt

Darauf haben wahrscheinlich einige Anwesende in der Schwarzwaldhalle gewartet. Der Präsident kam auf das Thema Stadionstreit zu sprechen. “Sie haben Anspruch, auch über Details informiert zu werden. Daher nutze ich jetzt die Chance um auf das Thema Streit mit der Stadt und Gerichtsverfahren einzugehen”, so Wellenreuther. “Leider, waren das Präsidium und die Geschäftsführung gezwungen, das Landgericht um Hilfe zu bitten, weil monatelang wichtige Unterlagen und Informationen nicht an den KSC herausgegeben worden sind. Wir hatten sogar Spitzengespräche mit dem Oberbürgermeister. Wir haben mündlich und schriftlich mehrfach versucht, an die Infos zu kommen. Wenn wir den Vertrag mit der Baufirma nicht kennen, können wir nicht wissen welche Zusatzleistungen – die der KSC finanziert – wir erwarten können.” Er nannte hierbei zum Beispiel die Klimaanlagen im Fanshop und sprach das Gastronomiekonzept für die Verpflegungsstände rund um das Stadion an. Dass man dabei Verwaltungsrat überrumpelt hat, bereue man im Nachhinein: “Es tut uns leid. Die Geschäftsführung hat sich inzwischen entschuldigt und Besserung gelobt”, sagte Wellenreuther. Dann wandte er sich wieder direkt an die Fans. Er verstehe jeden einzelnen, der diesen Vorgang verurteilt hat und nicht verstanden hat, warum man vor Gericht ziehen musste. Er hoffe allerdings nun, dass die Anhänger die Notwendigkeit erkannt haben und keinen Groll gegenüber dem Verein hegen. Zum Schluss seiner Rede bedankte er sich bei den Fans und Mitgliedern: “Ohne euch wäre der Karlsruher SC nichts. Ohne euch hätten wir in der Vergangenheit nicht so viel erreichen können. Danke!”

Kreuzer blickt positiv in die Zukunft

Gegen 12.30 Uhr stellte sich dann Sportdirektor Oliver Kreuzer vor die Mitglieder und gab seinen Eindruck von der aktuellen Situation zum Besten: “Der Saisonstart war mehr als zufriedenstellend.” Er lobte die Ausgangssituation, die die Mannschaft geschaffen hat und blickte in die Zukunft: “Wir wollen mit diesem Fundament auch in der Zweiten Bundesliga bestehen. Ich glaube mit der aktuellen Tabellensituation können wir mehr als zufrieden sein. Die Ergebnisse und Art und Wiese stimmen mich sehr zuversichtlich, dass wir den Klassenerhalt erreichen werden. Der KSC befindet sich auf einem richtig guten Weg.” Nach Oliver Kreuzer war dann der Geschäftsführer Michael Becker an der Reihe. Er klärte die Mitglieder über die Bilanz aus dem vergangenen Geschäftsjahr und die Änderungen durch die Ausgliederung auf. Zusammengefasst blieb hier der Verlust aus dem operativen Geschäft von – 3.579.000 Euro hervorzuheben. Das Eigenkapital der KSC GmbH & Co. KGaA beträgt dabei 15.502.000 Euro.

Wellenreuther erneut zum Präsidenten gewählt

Dieser Tagesordnungspunkt wurde mit Hochspannung erwartet: Die Präsidentschaftswahl. Und diese hat ergeben: Martin Müller hat es nicht geschafft, Ingo Wellenreuther nach neun Jahren abzulösen. Mit einer Mehrheit von insgesamt 51,9 Prozent der Stimmen (Martin Müller erhielt 48,1 Prozent der Stimmen) bleibt Wellenreuther weiterhin KSC-Präsident. Als Vizepräsidenten wurden ebenfalls erneut Günter Pilarsky und Holger Siegmund-Schultze gewählt. Pilarsky erhielt im 1. Wahlgang 800 bei 928 abgegeben Stimmen und Siegmund-Schultze 517 bei 897 abgegeben Stimmen im 2. Wahlgang.