Wilhelma Stuttgart: Familienzuwachs bei Schneeeulen

Wilhelma Stuttgart: Familienzuwachs bei Schneeeulen

Stuttgart (pm/mt) - Familienzuwachs bei den Schneeulen: In der Wilhelma Stuttgart sind nach 14 Jahren Pause drei Küken geschlüpft. Da in Stuttgart selten Schnee liegt, sind ihre Artgenoosen in der Voliere immer leicht zu entdecken – im Gegensatz zu den anderen meist braun gefärbten Greifvögeln, wie ihre Nachbarn: die Seeadler und Uhus.

Foto: Wilhelma Stuttgart/Kühl

Nachwuchs bisher unbemerkt geblieben

Der Mitte Juli geschlüpfte Nachwuchs ist von den Gästen bisher weitgehend unbemerkt. Erst mit vier Wochen sind die Küken jetzt so eigenständig unterwegs, dass sie einzeln gut auszumachen ist. Anfangs nahm die Eulenmutter "Snow" das Trio unter ihre Fittiche. Sie blieb ständig bei ihrer Brut, wärmte sie in der Nestmulde und schirmte sie vor Blicken ab. Zur Tarnung zieren dabei das weiße Gefieder der Bodenbrüterin viele schwarzbraune Bänder, damit sie zwischen Zweigen, Blättern und Erde weniger auffällt. Das Männchen "Olaf" trägt dagegen als Versorger, der in normalerweise arktischer Umgebung auf Beutefang geht, ein fast schneeweißes Kleid mit wenigen dunklen Einsprengseln. In ihren Brutgebieten, die nördlich der Baumgrenze größtenteils in Alaska, Kanada, Grönland, Skandinavien und Russland liegen, jagen sie vor allem Lemminge und Schneehasen.

Bisher aus Eiern nichts geworden

Wie viele Eier ein Gelege enthält, hängt von der Verfügbarkeit von Futter ab. In der Wilhelma mangelt es nicht an Nahrung, so dass Snow, die 2009 aus dem Erlebniszoo Hannover nach Stuttgart wechselte, auch in den Vorjahren schon öfter Eier gelegt hatte, aus denen aber nie etwas wurde. Daher stand Olaf, der 2015 aus dem Zoo Hoyerswerda hinzukam, im Verdacht, die Eier nicht befruchtet zu haben. Die Befürchtung, dass er dazu gar nicht fähig sein könnte, ist nun ausgeräumt, da nach rund einem Monat aus drei von fünf Eiern Küken schlüpften. Befördert hat dies möglicherweise, dass die Schneeeulen im Jahr 2020 in eine Voliere umziehen konnten, die größer und schattiger ist und speziell für sie aufgemöbelt wurde, zum Beispiel mit Baumstümpfen als Sitzgelegenheiten.

Daunenkleid ist aschgrau

Wer nach den Küken Ausschau hält, darf nicht nach weißen Schwingen gucken. Ihr kurzes Daunenkleid ist jetzt aschgrau. Zwar wagen sich die Nesthocker mittlerweile von ihrer Mutter fort, doch sind die drei noch flugunfähigen Küken dabei etwas unbeholfen zu Fuß unterwegs. Wenn sie sich von der Anstrengung ausruhen, sitzen sie wie kleine Flauschkegel scheinbar ohne Flügel bewegungslos da oder schlafen auf dem Bauch ein und legen dabei den Kopf flach auf dem Boden ab, in der Hoffnung nicht von Feinden entdeckt zu werden. Manche Wilhelma-Gäste, die sie so gesichtet hatten, befürchteten deshalb, die müden Küken seien bereits endgültig entschlafen. Doch dann verrät die Jungvögel meist der charakteristische Augenaufschlag der Schneeeulen: Den markant durchdringenden Blick ihrer bernsteinfarbenen Iris zeichnen die Kleinen schon aus wie ihre Eltern.


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