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Tipps gegen Einsamkeit in Quarantäne und Isolation

Karlsruhe (cmk) Für viele Menschen, die alleine wohnen und beispielsweise keinen Partner haben, ist es nicht unbedingt ungewöhnlich, dass sie manchmal einfach zuhause bleiben und keine Menschenseele sehen. Das ist allerdings freiwillig, anders als in der aktuellen Lage.

Symbolbild: Pixabay

Angst vor Einsamkeit

Kontaktverbot, Quarantäne und Home Office sorgen derzeit für eine völlig andere Situation. Viele Menschen kennen es gar nicht, von heute auf morgen quasi alleine zu sein, dann macht sich unter Umständen die Einsamkeit bemerkbar. Zum Teil haben die Betroffenen sogar Angst davor. Sabine Holzhauser ist seit 26 Jahren psychologische Beraterin in Rastatt und weiß, worauf wir zu Zeiten der Corona-Pandemie achten müssen. „Zuerst muss man den Unterschied zwischen ‚allein‘ und ‚einsam‘ definieren. Einsamkeit ist kein Zustand, sondern eine Emotion. Man ist also allein aber fühlt sich einsam. Menschen, die sonst auch allein sind, tun sich jetzt speziell leichter. Menschen, die aber normalerweise terminstress haben, tun sich zu Beginn zwar leichter – manche sind sogar froh – aber fallen dann in ein Loch“, so Holzhauser.

Positive Gedanken

Um uns selbst die Situation zu erleichtern, können positive Gedanken schon ein wenig helfen. So erklärt die psychologische Beraterin: „Das ist eine Kopfsache. Also negative Gedanken wie ‚ich darf jetzt nicht‘ oder ‚ich muss jetzt zuhause bleiben‘ oder auch Begriffe wie ‚Ausgangssperre‘ und ‚Kontaktverbot‘ sind nicht wirklich förderlich. Besser wäre es zu sagen ‚Schutzverordnung‘, ‚Einschränkung zur Vorsorge‘ oder ‚Rahmenbedingungen‘. Da es eine Kopfsache ist sind natürlich Gedanken wie ‚ich mache das, damit ich gesund bleibe‘ oder ‚ich mache das, um andere zu schützen‘, ‚weil ich Verantwortung übernehme‘ […] viel besser.“

Routine als wichtiger Bestandteil

Ganz banale Dinge, die jeder ganz einfach tun kann, helfen in so einer Situation. „Uns fehlt jetzt die Routine. Und da gehören zum Beispiel Dinge dazu wie Aufstehen zu festen Zeiten, sich auch anzuziehen. Kleider machen Leute und das macht ein gutes Gefühl. Wenn ich den ganzen Tag im Jogginganzug auf dem Sofa liege kommt automatisch das Gefühl ‚ich habe ein Lotterleben‘“, so Holzhauser. Auch ein persönlicher Plan mit Highlights und Aufgaben könne hilfreich sein: „Das kann etwas sein, was ich schon immer einmal machen wollte zum Beispiel ein Buch lesen, Schränke ausräumen, vielleicht einen neuen Sport anfangen mit einer DVD oder auch eine Sprache lernen.“

Professionelle Hilfe

Wenn trotz der Beschäftigung und Tagespläne Ängste aufkommen, sollte man damit nicht alleine bleiben. Die psychologische Beraterin rät: „Was dann gut ist, ist die Ängste ganz unzensiert aufzuschreiben. Und dann aber auch zu hinterfragen ‚mache ich mir gerade Angst oder ist es die Situation?‘ also wie realistisch es ist. Die Ängste sollten wir auch miteinander kommunizieren, egal ob es der Partner ist, die Familie oder auch ein professioneller Berater. Ich denke da auch an die Telefonseelsorge. Manchmal muss der Mensch hören was er denkt. Und dann geht es ihm besser dabei.“

Allgemeine Telefonseelsorge-Nummern:

Telefonseelsorge:
https://www.telefonseelsorge-karlsruhe.de/
0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222
(Anonym, rund um die Uhr, kostenfrei)

Kinder- und Jugendtelefon:
https://kinderschutzbund-karlsruhe.de/kinder-und-jugendtelefon-2/
0800 111 0 333 oder 116 111
(Montag bis Samstag, 14.00 Uhr bis 20.00 Uhr, kostenfrei)

Silbernetz (für Menschen ab 60, die niemanden zum Reden haben):
https://www.silbernetz.org/
0800 4 70 80 90
(Anonym, bundesweit erreichbar, täglich erreichbar von 8.00 Uhr bis 22.00 Uhr, kostenfrei)

Elterntelefon:
https://www.nummergegenkummer.de/elterntelefon.html
0800 111 0 550
(Anonym, Montag bis Freitag 9.00 Uhr bis 11.00 Uhr, Dienstag und Donnerstag 17.00 bis 19.00 Uhr, kostenfrei)

Eltern-Stresstelefon

Aktuelle Sprechzeiten und Telefonnummern erhalten Sie ab 27.3. über die Homepage des Kinderschutzbundes Karlsruhe , den Anrufbeantworter in der Geschäftsstelle (0721/842208) und die Abwesenheitsnotiz der Mailadresse . Das ElternStresstelefon nimmt seine Arbeit am Montag den 30. März 2020 auf