Stadttheater Bruchsal: Die rote Zora und ihre Bande

Karlsruhe (dnw). Als die Fabrikarbeiterin Anka, die Mutter Branko Babics, stirbt, ist ihr Sohn bitterarm und ganz alleine. Der Wirt setzt Branko auf die Straße, er solle zu seiner Großmutter, der alten Kata gehen, doch auch die hat wenig Mitleid. Der Hunger treibt ihn auf den Markt. Dort hebt Branko einen Fisch vom Boden auf, […]

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Karlsruhe (dnw). Als die Fabrikarbeiterin Anka, die Mutter Branko Babics, stirbt, ist ihr Sohn bitterarm und ganz alleine. Der Wirt setzt Branko auf die Straße, er solle zu seiner Großmutter, der alten Kata gehen, doch auch die hat wenig Mitleid. Der Hunger treibt ihn auf den Markt. Dort hebt Branko einen Fisch vom Boden auf, woraufhin der Fischgroßhändler und Bürgermeister Karaman seine Festnahme verlangt und der Polizist Begovic ihn in die dunkelste Zelle steckt.

„Was für eine traurige Geschichte“, möchte man da seufzen, wenn nicht ein Mädchen mit roten Haaren am Zellenfenster auftauchte. Das Mädchen heißt Zora und hilft Branko, aus dem Gefängnis zu fliehen. Zora ist die Anführerin einer Bande, deren übrige Mitglieder Duro, Nicola und Pavle sind. Sie alle wohnen in einer Hotelruine. Mit Branko wären sie zu fünft. So viele Finger braucht man, um sie zu einer richtig starken Faust zu ballen. Und stark müssen die Kinder sein, denn sie sind ganz auf sich alleine gestellt. Ihre Eltern sind tot oder wollen nichts von ihnen wissen – und die übrigen Bewohner von Senj fühlen sich nicht verantwortlich für sie. Der alte Fischer Gorian allerdings gibt ihnen eine Chance. Sein Fangplatz ist einer der besten an der Adriaküste, bald schon beginnt die Thunfischsaison und er braucht dringend Hilfe. Zumal Karaman und die Fischereigesellschaft keine Gemeinheit scheuen, ihm das Leben schwer zu machen. Branko, Zora und die anderen helfen nicht nur Gorian beim Fischen, sondern spielen auch Karaman den einen oder anderen Streich.

Kurt Helds Die rote Zora und ihre Bande erschien 1941. Das Buch steht in der Tradition von Räuber- und Abenteuergeschichten, weist aber für einen Jugendroman gleich zwei Neuerungen auf: Held beschreibt das soziale Gefüge einer Kinderbande und stellt ein Mädchen an deren Spitze. Noch vor den emanzipatorischen Kinder- und Jugendbüchern der 70er Jahre hatte er damit eine Mädchenfigur geschaffen, die auf eine Überwindung geschlechtsspezifischen Rollenverhaltens hinweist und zu einer frühen Identifikationsfigur innerhalb der feministischen Diskussion wurde.

Die Inszenierung der Badischen Landesbühne ist eine Abkürzung durch den ereignisreichen Roman, der mit seinen über 400 Seiten nicht eben zu den schmalen Jugendbüchern zählt. Regisseur Joerg Bitterich lässt seine Schauspielerinnen und Schauspieler zwischen Erzählern und Rollenfiguren wechseln und treibt die Bühnenhandlung mit gefährlichen Mutproben, rasanten Verfolgungsjagden und viel Musik voran. Dabei werden Rivalität und Eifersucht zwischen den Bandenmitgliedern ebenso thematisiert wie die ungerechten Machtverhältnisse in der Kleinstadt; und auch die Frage des nachhaltigen Fischfangs spielt eine Rolle.

Der Bühne von Ines Unser liegt die Fotografie einer Bauruine an der Küste zu Grunde. Das Bild strahlt eine gewisse Melancholie aus und macht dennoch Lust auf Sommer und Urlaub. Die rote Zora und ihre Bande ist eine abenteuerliche Geschichte über Freundschaft, Freiheit und Solidarität und das Sommer- und Familienstück der Badischen Landesbühne für Kinder ab sechs Jahren.

Mit: Sandra Förster, Kerstin Schulte Tockhaus, Tülin Pektas; Frederik Kienle, Pascal Andrea Vogler, Markus Wilharm, Inszenierung: Joerg Bitterich, Bühnenbild: Ines Unser, Kostüme: Kerstin Oelker

 

Premiere

Fr, 29. April 2016, 15.00 Uhr

Stadttheater Bruchsal, Großes Haus

Weitere Vorstellungen während des 18. Theatersommers Bruchsal

vom 14. bis 24. Juli 2016

 

Kartenvorverkauf:

Badische Landesbühne, Telefon 07251.72723, ticket@dieblb.de

www.reservix.de

 

 


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