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Problemkind Stadionneubau: Stadt Karlsruhe geht in Berufung, KSC appelliert an Vernunft

Karlsruhe (cmk) Die Stadt Karlsruhe ist nach dem jüngsten Gerichtsurteil im Streit mit dem Fußball-Zweitligisten Karlsruher SC um den Neubau des Wildparkstadions in Berufung gegangen. Das bestätigte Oberbürgermeister Frank Mentrup nach Angaben der "Badischen Neuesten Nachrichten" am Dienstagabend. Nun hat sich auch der Verein dazu geäußert und appelliert an die Vernunft der Verantwortlichen im Rathaus.

Stadt geht in Berufung

Das Landgericht Karlsruhe hatte dem KSC in einem Verfahren vor zwei Wochen in drei von vier Punkten Recht gegeben. Laut Urteil muss die Stadt dem Verein unter anderem einen Einblick in den Bauvertrag mit dem Totalunternehmer geben. “Das können wir so nicht akzeptieren. Im Entwicklungsvertrag stehen Informationspflichten, aber keine Herausgabepflichten”, sagte Mentrup. Ein weiterer Dorn im Auge der Stadt soll das Urteil, das die Stadt zur Übernahme von Umplanungskosten verpflichtet, sein. Die Entscheidung zur Berufung soll unter anderem deshalb gefallen sein, weil der Verein die Stadt nun ultimativ aufgefordert hat, die Verträge gemäß des Urteils vom Landgericht Karlsruhe herauszugeben. Dazu wird der Oberbürgermeister zitiert: “Das geht alles mit demselben Grundmisstrauen weiter”. Die Stadt habe den KSC inzwischen aufgefordert “auf eine Vollstreckung zu verzichten, bis der Punkt geklärt sei”, so heißt es in der Zeitung. 

Verein appelliert an die Vernunft

Am Mittwochnachmittag meldete sich dann auch der Verein zu Wort und appellierte an die Vernunft der Verantwortlichen im Rathaus. “Der KSC hat bereits mit dem Ersuchen um vorläufigen Rechtsschutz und der damit verbundenen Bitte um gerichtliche Hilfe betont, dass es sich dabei um eine Notwehrhandlung des Vereins handelt, wenn einstweilige Verfügungen beantragt werden müssen, um die Rechte des Vereins zu wahren. Nach dem Urteil des Landgerichts hat der KSC wesentliche Unterlagen und Informationen nach über zwei Wochen immer noch nicht erhalten”, so die Mitteilung des Karlsruher SC im Wortlaut. “Die Vereinsführung mit Präsidium, Geschäftsführung und Beirat hat kein Verständnis dafür, dass man auf Seiten der Stadt das Urteil des Landgerichts Karlsruhe nicht respektiert und nicht zu einer konstruktiven Zusammenarbeit mit dem KSC zurückkehrt. Ein Bauprojekt dieser Größenordnung und Bedeutung kann auf Dauer nicht vor Gericht geführt werden, sondern nur in gemeinsamer Arbeit an der Sache”, so Präsident Ingo Wellenreuther und die beiden Vizepräsidenten Günter Pilarsky und Holger Siegmund-Schultze stellvertretend für alle Gremien.”

Was die Berufung für den Zeitplan bedeutet, ist unklar. Im Dezember soll eigentlich mit dem Neubau des 123 Millionen Euro teuren Stadions begonnen werden.