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Rückenschmerzen und müde Augen - Wie schädlich ist Home-Office?

Berlin/ Region (dpa/bo) Home-Office - das bedeutet für viele Arbeitnehmer derzeit: Arbeiten im provisorischen Büro, zwischen Kind und Haushalt. Rückenschmerzen und müde Augen können oftmals die Folge sein. Doch nun geben Experten Entwarnung. Mit dauerhaften Schäden sei trotz der derzeitigen Ausnahmesituation nicht zu rechnen.

Symbolfoto: Sebastian Gollnow/dpa

Keine dauerhaften Schäden für die Wirbelsäule

Ganze Belegschaften arbeiten derzeit von Zuhause aus. Statt wie gewohnt an einem ergonomischen Arbeitsplatz zu sitzen, muss so mancher Arbeitnehmer nun also mit dem Küchentisch, Kinderschreibtisch oder anderen Provisorien als Schreibtisch vorliebnehmen. An solchen ergonomisch fragwürdigen Arbeitsplätzen kommt es oftmals zu Rückenschmerzen. Wie schädlich ist das auf Dauer für die Wirbelsäule?
Experten geben dazu nun Entwarnung: „Man braucht keine Angst haben, sich dauerhaft einen organischen Schaden an der Wirbelsäule zuzuziehen, nur weil man aktuell in einer absolut einmaligen Ausnahmesituation keinen idealen Arbeitsplatz im Home-Office hat“, sagt Bernd Kladny, stellvertretender Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU).

Wie schädlich sind heimische Bildschirme?

„Wenn man sehr angestrengt schaut, hat man einen selteneren Lidschlag. Dadurch sind die Augen trockener“, berichtet Horst Helbig, Direktor der Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Regensburg. Trockene, ermüdete und gerötete Augen seien ohnehin ein Problem bei Bildschirmarbeit. Unter ungünstigen Bedingungen könne es sich noch verstärken. Die Belastung für die Augen dürfte, laut Helbig, zwar durch ungünstige Lichtverhältnisse und Abstände zu den Bildschirmen bei vielen Menschen im Home-Office zunehmen, man gehe jedoch davon aus, dass die Augen hierdurch keinen dauerhaften Schaden nehmen.

Stress, Sorgen und Anspannung sorgen für verstärkte Schmerzen

Doch nicht nur der unangepasste Arbeitsplatz sei ein Problem. Gerade jetzt in der unsicheren Zeit könnten auch Stress, Sorgen und Anspannung für verstärkten Schmerz sorgen, so Kladny. „Schmerzwahrnehmung ist ein komplexes Geschehen. Auch das soziale Umfeld und die Psyche haben einen wesentlichen Einfluss darauf“, betont der Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie.

Experten empfehlen: Achten Sie auf einen Bewegungsausgleich

Experten empfehlen als Prätentionen gegen Schmerzen einen Bewegungsausgleich, sowie einen regelmäßigen Positionswechsel beim Sitzen: „Da gibt es viele Möglichkeiten, die jeder umsetzen kann. Sei es zum Beispiel das Telefonieren im Stehen oder Gehen oder der bewusste Spaziergang nach Feierabend,“ so Wiebke Arps vom Gesundheitsmanagement der Techniker Krankenkasse.