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Pandemieplan bei Müller Fleisch zeigt Erfolge

Enzkreis (pm/bo) Im Unternehmen Müller Fleisch in Birkenfeld bei Pforzheim scheint der Pandemieplan zu funktionieren. Behörden verschafften sich jetzt selbst einen Eindruck von der Lage vor Ort.

Symbolbild: Pixabay

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Beteiligte Behörden vor Ort

Nachdem Müller Fleisch immer wieder in der Kritik stand, haben sich Dezernent Dr. Daniel Sailer und die Leitungen des Enzkreis-Gesundheits- und des Verbraucherschutz- und Veterinäramts zusammen mit Experten des Landesgesundheitsamts (LGA) und des Regierungspräsidiums Karlsruhe im Rahmen einer Begehung selbst ein Bild der Lage vor Ort gemacht. "Wir haben uns vor allem darauf konzentriert, wie sich der von der Firma vorgelegte Pandemieplan realistisch umsetzen lässt", sagt Sailer.

"Reicht nicht aus um Betrieb zuzumachen"

„Nicht schlecht“, fasst auch Dr. Stefan Brockmann vom Kompetenzteam des LGA seinen Gesamt-Eindruck zusammen. In einigen Bereichen gehe es zwar noch relativ eng zu, insgesamt habe er jedoch den Eindruck eines geordneten und aufgeräumten Betriebs. Auch Tim Kleinecke von der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN) ist sicher: „Das, was wir gesehen haben, würde nicht reichen, um den Betrieb zuzumachen.“ Auch Landrat Bastian Rosenau schätzt die Strategie des Gesundheitsamtes und des Landesgesundheitsamts auf ganzer Linie bestätigt. Er betonte zusätzlich es sei die richtige Entscheidung gewesen, den Betrieb nicht zu schließen.

Weitere Sammelunterkunft geschlossen

Unterdessen hat die Kreisverwaltung die Schließung einer weiteren Sammelunterkunft in einer Kreis-Gemeinde angeordnet. Dort leben 19 Menschen rumänischer Herkunft in einem Einfamilienhaus. „Wir haben die Nutzung aufgrund der Baurechtswidrigkeit insbesondere beim Brandschutz untersagt und den Sofortvollzug verfügt,“ sagt Wolfgang Herz. Auch hier müssen die Subunternehmer nun bis spätestens kommenden Montag eine neue Bleibe gefunden haben. Bereits vor einer Woche hatte der Kreis in einer anderen Gemeinde eine Unterkunft geschlossen; dort waren 30 Menschen betroffen. Im Sinne der Pandemiestrategie möchte man sich bei Müller Fleisch jetzt auf das Raumklima und die Lüftungssysteme, auf die Abstände bei der Arbeit und in den Pausen sowie auf das Tragen der richtigen Masken konzentrieren. Noch diese Woche will Erster Landesbeamter Wolfgang Herz den Pandemieplan als verbindlich erklären – und damit die Maßnahmen der dauerhaften Kontrolle der Behörden unterwerfen. 

Seit einer Woche keine Neuinfektionen registriert

Unter den Angestellten von Müller Fleisch wurden bereits 399 Personen positiv auf das Coronavirus getestet. In der kommenden Woche soll es nun eine dritte Reihentestung der Beschäftigten geben. „Dann werden wir sehen, wie erfolgreich die Maßnahmen gewirkt haben“, sagt Daniel Sailer. Ein gutes Zeichen sei aber, dass seit mehr als einer Woche – seit dem 12. Mai – kein neuer Fall bei Müller Fleisch registriert worden ist. Ehe die Ergebnisse dieser dritten Testung nicht vorliegen, wird das Landratsamt die Quarantäne-Verfügung für den Betrieb nicht aufheben, wie Wolfgang Herz betont. Der Werksverkauf für Privat-Abnehmer bleibt vorläufig ebenfalls weiterhin geschlossen.