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Mord an Jäger aus Birkenfeld – Verteidiger stellt Befangenheitsantrag

Birkenfeld/Pforzheim (dpa/cmk) Dieser mysteriöse Mord beschäftigte seit dem vergangenen Jahr die ganze Region. Ein Hobby-Jäger aus Birkenfeld verschwand Ende August 2018 mitsamt seinen vielen Waffen spurlos, seine Nachbarn hörten kurz zuvor einen Streit. Wochen später wurde seine Leiche in einem Waldstück bei Pforzheim gefunden. Angeklagt wurden ein 30-jähriger Italiener und drei mutmaßliche Komplizen, die seit April 2019 vor Gericht stehen. Hintergrund des Mordes sei ein Streit um Waffengeschäfte gewesen, die gestohlenen Waffen sind bis heute nicht wieder aufgetaucht. Am Dienstag stellte der Verteidiger nun einen Befangenheitsantrag gegen den Vorsitzenden Richter.

Das Landgericht Karlsruhe.

Aktualisierung 13.50 Uhr

Der Verteidiger des Hauptangeklagten hat einen Befangenheitsantrag gegen den Vorsitzenden Richter gestellt. Als Begründung gab er vor dem Schwurgericht am Dienstag an, der Richter habe sich vor der Verhandlung mit der Staatsanwaltschaft über einen Datenträger abgesprochen, ohne das in den Akten zu vermerken. Die Verhandlung soll am Mittwoch fortgesetzt werden.

Staatsanwaltschaft von Schuld des 30-Jährigen überzeugt

Der monatelange Prozess um den Mord an einem 50-jährigen Jäger aus Birkenfeld im Enzkreis nähert sich dem Abschluss. Am Dienstag könnten vor dem Landgericht Karlsruhe die Plädoyers beginnen. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft hat ein 30 Jahre alter Italiener zusammen mit drei mitangeklagten Männern den Büchsenmacher aus Birkenfeld ermordet. Erst habe er sein Opfer gewürgt, dann auf den Mann eingestochen und ihn schließlich mit einem Fußtritt gegen den Kopf getötet, hatte die Staatsanwältin bei der Verlesung der Anklageschrift gesagt.

Gestohlene Waffen des Jägers bis heute verschwunden

Hintergrund sei ein Streit um Waffengeschäfte gewesen. Mit einem Komplizen habe der 30-Jährige mehr als 20 Gewehre, andere Waffen und Munition aus dem Haus des Jägers geraubt. Die Waffen sind bis heute nicht wieder aufgetaucht. Der Hauptangeklagte beschuldigte einen Mitangeklagten der Tat vom 29. August 2018. Bei der Anklage geht es außerdem um weitere schwere Straftaten, darunter ein geplanter, aber nicht ausgeführter Mord und Vergewaltigung. Ein Waldarbeiter hatte die Leiche des Jägers Anfang Oktober 2018 zwischen Pforzheim und Tiefenbronn gefunden.