Mehr als 100 Abhängige nutzen Karlsruher Drogenkonsumraum

Knapp ein Jahr nach der Eröffnung des ersten baden-württembergischen Drogenkonsumraums in Karlsruhe haben die Verantwortlichen eine positive Bilanz gezogen. Die Mitarbeiter konnten in den ersten zwölf Monaten vier potenzielle Todesfälle durch eine Überdosis verhindern, wie die Arbeiterwohlfahrt (AWO) Karlsruhe am Donnerstag mitteilte. Das Angebot werde bislang von mehr als 100 schwerst abhängigen Menschen genutzt.

Foto: Symbolbild/Fotolia

Mitgebrachte Drogen sicher konsumieren

In der Einrichtung in Karlsruhe können sie mitgebrachte Drogen wie Kokain oder Heroin unter hygienischen Bedingungen und Aufsicht konsumieren. Der Betrieb läuft den Angaben nach unauffällig und unspektakulär. Auch Befürchtungen, im Umfeld der Einrichtung könnte ein offener Treffpunkt für Drogenabhängige entstehen, haben sich laut Polizei und Staatsanwaltschaft nicht bestätigt. Beschwerden von Anwohnern seien ebenfalls nicht bekannt.

Bundesweit über 27 vergleichsweise Einrichtungen

Bundesweit gibt es nach Angaben der Deutschen Aidshilfe 27 solcher Einrichtungen in sieben Bundesländern. Das Betäubungsmittelgesetz ermöglicht dies den Ländern bereits seit mehr als 20 Jahren. Der Drogenkonsumraum in Karlsruhe wurde im vergangenen Dezember eröffnet. In der grün-schwarzen Landesregierung war die Einrichtung zuvor heftig umstritten.


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