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KSC vor richtungsweisender Entscheidung für die Zukunft

Karlsruhe (jl) Klappt die Ausgliederung der Profiabteilung des Karlsruher SC? Diese Frage steht seit Wochen ganz oben auf der Agenda der KSC-Verantwortlichen. Am Samstagnachmittag wird dann endlich Klarheit im Wildpark herrschen. Der KSC hat alle Mitglieder zur außerordentlichen Mitgliederversammlung am kommenden Samstag um 11 Uhr in den Wildpark eingeladen.

Symbolbild: GES / Helge Prang

Konkurrenzfähigkeit des Vereins steigern

An diesem Tag geht es dann nur um das eine Thema: Die Abstimmung über die Ausgliederung der Profiabteilung. Das soll im Falle einer positiven Abstimmung noch in diesem Jahr realisiert werden. Der KSC erhofft sich damit, mehr Geld und damit auch mehr Konkurrenzfähigkeit im Profifußball zu erlangen. Damit das aber klappen kann, müssen 75 Prozent der anwesenden Mitglieder für eine Ausgliederung stimmen. Sollte das nicht klappen, bleibt der Profifußball weiterhin im Verein integriert.

Welche Vorteile bringt die Ausgliederung?

Viele Fans fragen sich nun zu Recht: “Warum soll die Abteilung ausgegliedert werden und welche Vorteile bringt das?” Diese Fragen hat die neue welle dem KSC-Präsidenten Ingo Wellenreuther gestellt. Er sagte: „Wir wollen im Prinzip einen Zustand verändern, der nicht mehr passt im Deutschen Fußball. Ein eingetragener Verein (e.V.) ist eigentlich nicht darauf angelegt Geld zu verdienen. Im Profifußball steht natürlich das Geld verdienen an ganz oberer Stelle, damit man am Profifußball auch teilnehmen kann. Wir haben bei einem e.V. eben nicht die Möglichkeit, dass wir Kapital von außen zuführen, denn man kann sich an einem eingetragenen Verein nicht beteiligen. Diese Möglichkeit einer Beteiligung wollen wir dadurch schaffen, dass wir eine solche GmbH & Co. KG gründen und alles was den wirtschaftliche Bereich in einem jetzigen KSC e.V. betrifft, ausgliedern. Das ist praktisch der formale Akt und wichtig ist, dass dadurch trotzdem die Mitgliederrechte gewahrt bleiben – eher noch gestärkt werden. Das heißt, der Verein geht nicht unter. Im Gegenteil – der Verein wird weiterhin, in dieser neuen Rechtsform, das Sagen haben.“

Fremdbestimmung ist nicht das Ziel

Wie viele Aktien es später geben wird und wie hoch der Wert dieser GmbH & Co. KG sein wird, erfolgt im nächsten Schritt – wenn für eine Ausgliederung gestimmt wird. „Wir haben einen Ausgliederungsausschuss zu diesem Thema gegründet, dieser wird sich bei einem positiven Votum erneut treffen und das Thema Aktienverkauf genauer erarbeiten. Man kann jedoch sagen, dass eine Aktie definitiv unter 100 Euro liegen wird“, so Geschäftsführer Michael Becker. Jeder kann sich dann eine Aktie kaufen und so Teil des KSC werden. Eine weitere Frage, die vielen KSC-Fans auf der Seele brennt ist: “Kann ein Scheich den Club an sich reißen?” „Solche Konstellationen wie es bei anderen Vereinen mit Scheich der Fall ist, ist bei uns explizit ausgeschlossen. Wir haben da diverse Hürden eingebaut und die Mitglieder müssen bei solchen Fällen immer wieder zustimmen. Wenn jemand zum Beispiel Aktien im Wert von 25 Prozent der gesamten Gesellschaft erwerben möchte, muss die Mitgliederversammlung nochmal explizit zustimmen“, erklärt Michael Becker.

Mitglieder haben die Wahl

Nun liegt es in der Hand der Mitglieder – wird für eine Ausgliederung gestimmt, oder bleibt alles wie gehabt? Am Samstag ab 11 Uhr geht die außerordentliche Mitgliederversammlung im Wildparkstadion los. Bei so einer wichtigen Frage für den Verein sollten so viele Mitglieder wie möglich vorbeikommen, denn diese Abstimmung ist für den Karlsruher Sport-Club Mühlburg-Phönix e.V. richtungsweisend für die nächsten Jahrzehnte.