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Foto: GES / Oliver Hurst

KSC Mitgliederversammlung: Weniger Verlust als geplant

Karlsruhe (jl) Dass es nicht leicht wird ein weiteres Jahr in der dritten Liga zu überstehen war allen klar. Trotzdem überrascht der KSC auf der Bilanzpressekonferenz mit einem nur “kleinen” Verlust von 86.000 Euro (anstatt geplanten fünf Millionen) im laufenden Geschäftsjahr.

Weniger Verlust als geplant

Grund dafür ist das massive Kosteneinsparungsprogramm das auch aktuell noch läuft, sowie mehr Transfereinkünfte, zudem die Relegation in der vergangenen Saison und natürlich die Gönner und Sponsoren, die dem Verein unter die Arme greifen. Für das folgende Jahr wird mit einem Verlust von 2,2 Millionen Euro gerechnet. Durch die Teilnahme am DFB-Pokal in dieser Saison konnte aber beim DFB eine Korrektur von 300.000 Euro eingereicht werden – nun rechnet der KSC daher mit einem Verlust von 1,9 Millionen Euro im kommenden Geschäftsjahr – allerdings könne sich das durch den sportlichen Erfolg noch weiter verringern, so Geschäftsführer Michael Becker. Soweit der Blick auf die finanzielle Lage im Wildpark.

2019 könnte Kölmel-Vertrag aufgelöst werden

Die Mitgliederversammlung wurde kurz nach halb sieben von Präsident Ingo Wellenreuther eröffnet. Insgesamt waren 585 stimmberechtige Mitglieder in der Badnerlandhalle in Neureut anwesend. Präsident Ingo Wellenreuther stellte zu Beginn der Sitzung fest, dass die Gerüchte über eine angebliche Insolvenz vollkommen frei erfunden sind. Das Präsidium weist diese Behauptungen zurück. Dies könne auch jederzeit in der Bilanz des Vereins nachgeschaut werden. Die Besserungssscheine seien außerdem keine Bedrohnung für den KSC, sondern eine Hilfe. Diese werden nicht in der Bilanz vermerkt und sind keine Verbindlichkeiten. Ein weiteres Thema, das dem KSC immer noch am Bein hängt ist der Vertrag mit Herr Kölmel aus dem Jahr 2000. Dieser Vetrag läuft noch so lange, bis der KSC die 21 Millionen Euro bezahlt hat. Der KSC könnte nächstes Jahr mit einer einmaligen Zahlung von 7,6 Millionen Euro den Vertrag auflösen. Allerdings ist das keine Pflicht, der Vertrag könne ab 2019 jedes Jahr ausgelöst werden – muss aber nicht. Solange der Vertrag noch läuft, muss der KSC jährlich eine bestimmte Summe aus der Fernsehvermarktung an Herrn Kölmel zahlen.

Neubau des Wildparkstadions

Was noch viel wichtiger ist: der Neubau im Wildpark. Am morgigen Dienstagabend wird der Gemeinderat seine Entscheidung treffen, welches Unternehmen den Zuschlag zum Neubau bekommt. Es könnte aber noch passieren, dass der Gemeinderat sich nicht einig wird und es zu keiner Vergabe kommt – dann würde alles wieder von vorne beginnen. Das Präsidium hofft auf eine positive Abstimmung des Gemeinderates. Wenn am Dienstag der Weg geebnet wird werden nach dem Spiel gegen Würzburg schon die Bagger anrollen. Ein großes Thema war auch das neue Parkhaus auf dem jetzigen Birkenparkplatz. Das Stadion übernimmt die Stadt – dafür muss der KSC Pacht bezahlen. Allerdings zahlt die Stadt das Parkhaus nun doch nicht und der KSC soll dieses selbst übernehmen.

KSC muss Kosten für neues Parkhaus tragen

Die Mitglieder mussten entscheiden, ob der KSC die Kosten für das Parkhaus tragen soll – oder nicht. Falls die Mitglieder sich dagegen entscheiden, wäre das gesamte Projekt in Gefahr. Einige Mitglieder scheinen sich da vom Präsidium veräppelt zu fühlen, da es eine “Friss oder Stirb” Entscheidung ist. Entweder sieben Millionen Euro für das Parkhaus zahlen oder kein Stadion? Das hat bei den Mitgliedern sehr große Unruhe gebracht. So zog sich die Diskussion über das Parkhaus recht lange. Eine deutliche Mehrheit stimmte aber für den Bau – es gab lediglich eine Gegenstimme, nach einer langen Diskussion.

Kreuzers Résumé zur letzten Saison

Gegen 20 Uhr kam dann Sportdirektor Oliver Kreuzer ans Rednerpult um sein Fazit der vergangenen Saison abzugeben. Hart getroffen hat es den KSC mit dem Abgang in Liga 3. Eine große Verantwortung lag auf seinen Schultern und es gab nur ein Ziel: Der direkte Wiederaufstieg. Allerdings lief es nicht so gut wie geplant. Die Entlassung von Marc-Patrick Meister nach fünf Spieltagen war unabwendbar. Mit der Verpflichtung von Trainer Alois Schwartz wurde alles richtig gemacht – 21 Spiele ohne Niederlage, das war ein großartiger Lauf. Das war auch der verdiente Relegationsplatz – leider ohne Happy End.

Reaktion nach dem Spiel gegen Wehen erwartet

Die U23 abzumelden wurde auch entschieden, da die meisten Jugendspieler den Sprung direkt in Liga Drei schaffen und nicht mehr über eine U23 gehen müssen. Da der KSC einige Abgänge verzeichnet hat, wurde die Mannschaft im Rahmen des Möglichen verstärkt. Eine passende Reaktion erwartet sich der Sportdirektor allerdings nach der Niederlage vom Sonntag gegen Wehen – das war ein Spiel, wie sich der KSC eigentlich nicht zeigen sollte. In dieser Saison ist alles möglich in Liga Drei – denn alle sind recht eng beieinander. Dafür gabs von den Mitgliedern einen doch kräftigen Applaus.

Wellenreuther über Helmut Sandrock

Ingo Wellenreuther wurde zur Trennung von Ex-Geschäftsführer Helmut Sandrock gefragt. “Herr Sandrock war zu keinem einzigen Zeitpunkt durch das Präsidium gehindert oder eingeschränkt gewesen”, so Wellenreuther, “er hat sich von alleine entschieden den Verein zu verlassen.” Gegen 21:30 Uhr wurde das dreiköpfige Präsidium entlastet – mit 30 Enthaltungen und 33 Gegenstimmen. Gegen 21:40 Uhr wurde der Verwaltungsrat entlastet – es gab lediglich 2 Gegenstimmen.  Als Punkt 16 war dann die Nachwahl eines Mitglieds des Vereinsrates fällig. Grund dafür ist die neue Abteilung “Darts” beim KSC. Frau Petra Schalm wurde von den Mitgliedern mit 170 Stimmen in den Vereinsrat gewählt. Gegen 22:30 Uhr wurde entschieden das der Geschäftsführer ab sofort auch Klopapier kaufen darf – die Satzungsänderung wurde bewilligt. Je später die Stunde – desto dümmer die Kommentare. Im Endeffekt lief die Mitgliederversammlung des KSC ruhig und sachlich ab. Spannend wird es dann im nächsten Jahr wenn das Präsidium neu gewählt wird.