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Karlsruher Supporters wettern nach KSC-Urteil gegen DFB

Karlsruhe (pm/as) Es war eine Gänsehaut-Abschiedsfeier für das alte Wildpark-Stadion in Karlsruhe am Ende der letzten Saison mit genehmigter Pyrotechnik - dafür soll der Karlsruher Sport-Club jetzt die Quittung zahlen. Das DFB Sportgericht verurteilte den Verein wegen unsportlichen Verhaltens zu einer Geldstrafe von 3.000 Euro. Grund: der KSC hätte sich die - durch die Polizeibehörde der Stadt Karlsruhe genehmigte - unabhängige Veranstaltung der Supporters Karlsruhe beim Deutschen Fußball-Bund genehmigen lassen müssen. Dagegen laufen die Supporters Sturm.

Foto: dnw/ Corinna Müller-Kraus

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Supporters: DFB hat Kompetenzen überschritten

Die Supporters Karlsruhe 1986 e.V. als Veranstalter des „Wildparkabschieds“ teilen diese Rechtsauffassung des Gerichts ausdrücklich nicht. Als unabhängiger Fan-Dachverband sehen wir die Entscheidungshoheit über die Ausrichtung einer vom Fußballverband bzw. Spielbetrieb unabhängigen Veranstaltung als klare Kompetenzüberschreitung des DFB-Kontrollausschusses. Wurde gegen den Karlsruher Sport-Club wenige Wochen nach der Veranstaltung noch wegen des „Zündens von Pyrotechnik“ ermittelt, kommt der Verband heute zu der überraschenden Erkenntnis, dass es sich bei der gezeigten Pyroaktion durchaus um eine „ansehnliche und emotional ergreifende Veranstaltung“ gehandelt habe. Im Umkehrschluss sind wir uns aufgrund der heutigen Argumentation des Verbandes sicher, wäre der Wildpark ohne Pyrotechnik verabschiedet worden, hätte der DFB im Nachgang wegen einer fehlenden Genehmigung der Veranstaltung gar nicht erst ermittelt, was aus unserer Sicht tief in die Doppelmoral des Verbandes blicken lässt.

Supporters-Aussage wurde nicht berücksichtigt

Der 1. Vorsitzende der Supporters Karlsruhe 1986 e.V. wurde während der Verhandlung kurzfristig als Zeuge angehört, allerdings fanden seine Ausführungen bzgl. Vorbereitung, Genehmigung und Ablauf der Veranstaltung keinerlei Berücksichtigung im Urteil. Hier scheint es, als würden die Richter gezielt die Augen vor der Wahrheit verschließen. Aufgrund der Urteilsbegründung des Sportgerichts fragen wir uns, ob der Fußball-Verband als nicht staatliche Institution, die Entscheidungen einer Polizeibehörde und somit der Rechtsstaatlichkeit revidieren und dadurch in die Grundfreiheiten unabhängiger Dritter eingreifen kann und darf. Eine entsprechende juristische Bewertung gilt es für uns einzuholen.

Revision gegen das Urteil auch im Sinne der Supporters

Da sich der Karlsruher Sport-Club unserer Auffassung nach, nichts hat zu Schulden kommen lassen, bestärken wir den Verein, Revision gegen das Urteil einzulegen und den Weg durch die nachfolgenden Instanzen weiter zu beschreiten. Der Karlsruher Sport-Club kann sich hierbei auf unsere vollste Unterstützung verlassen. Abschließend bleibt aber auch positiv anzumerken, dass die Teilnahme und Anhörung von Fanvertretern an einer Verhandlung des DFB-Sportgerichts ermöglicht wurde, was bisher ein Novum im Deutschen Fußball darstellt.