Karlsruher Grundschüler veröffentlichen Buch über Corona-Erfahrungen

Karlsruhe (msch) - Seit über einem halben Jahr diskutieren Erwachsene darüber, wie Kinder die Corona-Einschränkungen wohl empfinden mögen. Doch was denken die Kinder eigentlich selbst über den Lockdown? 249 Grundschüler der Gartenschule Karlsruhe haben sich zusammengetan und ein Buch veröffentlicht, das Erwachsene die Pandemie-Einschränkungen durch die Augen der Kinder sehen lässt. Manche der Geschichten sind traurig, andere sind lustig, aber alle haben ganz viel Herz und Gefühl. 

Foto: Symbolbild/ Matton Images

249 Schüler erzählen

In dem Buch "Was ist hier denn los? – Kinder schreiben über Corona" kommen insgesamt 249 Schüler zu Wort. In Fantasiegeschichten, Gedichten und Fabeln verarbeiten sie ihre Erlebnisse rund um Corona. Sie beschreiben und reflektieren in den kurzen Texten ihre ganz persönliche Sicht auf das Leben mit der Pandemie. Der Tiefgang der Geschichten, die auf diesem Weg entstanden sind, hat Barbara Valentin, die Schulleiterin der Gartenschule, verblüfft. "Manchmal kann das schon auch bedrückend sein." erklärt sie. "Kinder haben vielleicht andere Sorgen als Erwachsene, aber sie drücken genauso." Es gebe aber auch lustige und leichtere Geschichten zum Schmunzeln in dem Buch.

Impuls von Außen

Die Idee zu einem Buch entwickelte sich durch einen Impuls von Außen. Während des ersten Lockdowns hatten die Lehrer für die Kinder Corona-Tagebücher vorbereitet, in denen sie ihre Erlebnisse, Gedanken und Gefühle festhalten konnten. "Es kamen relativ schnell Nachfragen: können wir noch ein zweites oder ein drittes haben?", erzählt die Schulleiterin. Als die Kinder nach dem Lockdown wieder in die Schule gehen durften, haben sie sich ihre Tagebücher gegenseitig vorgelesen. Eine Studentin, die sich im Studium mit expressivem Schreiben beschäftigt, hat davon mitbekommen und der Schulleitung von der therapeutischen Wirkung vom Schreiben erzählt. Die Idee für das Projekt "Buch" war geboren.

Kinder wählen Geschichten selbst aus

In dem Buch würden allerdings keine Tagebucheinträge der Kinder veröffentlicht, erklärt Barbara Valentin. Diese seien viel zu intim. Vielmehr hätten die Kinder, angeleitet durch Leitsätze und Impulsfragen, die eng an das expressive Schreiben angelegt sind, eigene kleine Geschichten für das Büchlein verfasst. Jeder Schüler durfte die Geschichte, die er im Buch sehen wollte, selbst auswählen. "Ich hätte manchmal lieber andere Geschichten im Buch gesehen, aber wir haben die Entscheidung komplett den Kindern überlassen", sagt Barbara Valentin im Interview mit der neuen welle. Die Erwachsenen hätten den kleinen Autoren nur bei der Rechtschreibung ein bisschen unter die Arme gegriffen.

Gewinn wird 100% gespendet

Entsprechend stolz sind die Schüler, die alle noch im Grundschulalter sind, auf ihre Arbeit. "Das ist für die Kinder ein wahnsinniges Erlebnis", versichert Valentin. In dem sogenannten Gartenschulen-Parlament, in dem sich alle Klassensprecher versammeln, haben die Schüler abgestimmt, was mit dem Gewinn aus dem Buchverkauf passieren soll. Die Entscheidung fiel darauf, alles an die "Beiertheimer Tafel" zu spenden. Von den knapp 15 Euro, die das Buch kosten soll, wandern etwa 5 Euro an das soziale Projekt. Das Buch können Sie ganz einfach hier bestellen.


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