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Karlsruhe ist bunt: So verlief der virtuelle Christopher Street Day

Karlsruhe (pm/ass) Der Christopher Street Day (CSD) findet jedes Jahr am ersten Junisamstag statt. Normalerweise mit einer Demonstration durch die Innenstadt und einem ganztägigen Familienfest. Doch aufgrund der Corona-Pandemie fand der Karlsruher CSD heute nur virtuell statt. Etwa 30 Gruppen, Initiativen und Parteien haben Videobeiträge eingereicht und sich so an der virtuellen Parade beteiligt. Sie stehen für kulturelle Vielfalt, Toleranz und Akzeptanz.

Foto: Badisches Landesmuseum / ARTIS - Uli Deck

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"Wir müssen alle zusammenstehen"

Die CSDs werden auf der ganzen Welt begangen und mahnen Akzeptanz und Gleichstellung queerer Minderheiten an. Ihren Ursprung haben sie in den "Stonewall Riots", bei denen im Jahr 1969 in New York Transsexuelle gegen Polizeiwillkür aufbegehrten. "Wir reden im Moment alle davon, dass wir Abstand halten sollen, und heute geht's mal darum, dass wir alle zusammenstehen müssen", so Karlsruhes Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup live beim Online-CSD am Samstag. Er sehe besorgt etwa auf die Entwicklungen in Polen, wo sich etwa einhundert Kommunen zu "lsbttiq-freien Zonen" erklärt haben, "das rührt ganz stark am Selbstverständnis der Europäischen Menschenrechte und der Europäischen Charta". Als Zeichen der Verbundenheit wehte heute auf dem Karlsruher Schlossturm die Regenbogenfahne, so Frau Dr. Katarina Horst vom Badischen Landesmuseum.

Spenden für die Bahnhofsmission

Der CSD sammelt wie jedes Jahr Spenden, diesmal allerdings nicht zur Deckung der eigenen Auslagen, sondern zur Unterstützung der Bahnhofsmission, "dem einzigen Ort in Karlsruhe, wo man zur Hochphase der Corona-Pandemie noch kostenlos ein warmes Essen erhalten konnte", wie Karsten Kremer vom CSD-Orgateam betont.