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KABS-Hubschrauber ausgebrannt – Droht eine Schnakenplage?

Philippsburg (pm/cmk) Das war knapp! Ein Hubschrauber der KABS (Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage) geriet am Sonntag in Philippsburg in Brand. Menschen wurden wie durch ein Wunder nicht verletzt. Da derzeit kein zweiter Hubschrauber einsatzbereit ist, geht die KABS für die kommenden ein bis zwei Wochen von einer heftigen Schnakenplage aus.

Foto: FF Dettenheim/Einsatz-Report24

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Brennender Hubschrauber bei Philippsburg

Ein brennender Hubschrauber der KABS, der gerade erst gelandet war, beschäftigte die Einsatzkräfte am Sonntagnachmittag. Die Feuerwehren aus Dettenheim und Philippsburg wurden gegen 14.45 Uhr zu einem brennenden Hubschrauber in den Bereich der Gemarkung Elisabethenwörth am Rhein bei Philippsburg alarmiert. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur wollte die Besatzung gerade ein Mittel zur Insektenbekämpfung nachfüllen, als das Unglück geschah.

Keine Menschen verletzt

Dort war ein Hubschrauber der KABS kurz nach der Landung plötzlich in Brand geraten. Die KABS (Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage) versucht die “Schnakenplage” im Bereich der Oberrheinebene unter Schonung der Umwelt mit ökologisch vertretbaren Maßnahmen einzudämmen. Den anwesenden Mitarbeitern der KABS gelang es noch vor dem Eintreffen der Einsatzkräfte den Hubschrauber abzulöschen, sodass die Feuerwehr nur noch die Nachlöscharbeiten durchführen musste. Die Feuerwehren aus Philippsburg und Dettenheim waren mit mehreren Löschfahrzeugen im Einsatz. Der Hubschrauber brannte komplett aus. Die Höhe des Sachschadens beläuft sich auf 100.000 Euro. 

Schnakenplage droht

Durch diesen Vorfall hat der Kampf gegen Stechmücken am Rhein einen empfindlichen Dämpfer bekommen. Weil neben dem ausgebrannten Hubschrauber auch ein Zweiter derzeit defekt ist, könnten maximal 50 Prozent der Schnakenpopulation getötet werden, sagte KABS-Sprecher Norbert Becker gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Es werde mehrere Wochen dauern, bis wieder Einsätze aus der Luft möglich seien. Bis dahin könne nur zu Fuß bekämpft werden. Die KABS geht für die kommenden ein bis zwei Wochen von einer heftigen Schnakenplage aus. Die überfluteten Rheinauen bieten derzeit ideale Bedingungen für das massenhafte Schlüpfen von Schnakenlarven. “Das Ausfallen der Hubschrauber ist ein schwerer Rückschlag”, sagte Becker. Rund 80 Prozent der Gebiete mit den Stechmücken-Brutstätten seien nur aus der Luft zugänglich.

Beide Hubschrauber kaputt

Vor allem entlang des Rheins ab Landkreis Rastatt Richtung Philippsburg (Kreis Karlsruhe) sowie auf rheinland-pfälzischer Seite um Wörth und Germersheim sei mit starker Belästigung durch Mücken zu rechnen. Diese leben nach dem Schlüpfen etwa sechs Wochen – der Höhepunkt der Mückenbelästigung werde in etwa vier Wochen sein, sagte Becker. Eigentlich seien er und seine Mitarbeiter gut im Plan gewesen bei der Bekämpfung. “Jetzt sind wir am Boden zerstört.” Die KABS war wie geplant am Samstag in Südbaden zu Fuß und per Helikopter ausgerückt, um den biologischen Wirkstoff auf den Brutstätten auszubringen. Auf dem Rückflug ging dann der erste Hubschrauber kaputt. Der als Ersatz angeforderte zweite Hubschrauber fing am Sonntag auf der Insel Elisabethenwörth wegen eines Kabelbrandes Feuer und brannte aus.