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Jetzt Reiseplanung 2020 trotz Thomas Cook-Pleite? Ein Experte empfiehlt:

Karlsruhe (as) Im Oktober planen viele Deutsche schon ihren nächsten Haupturlaub - in diesem Jahr unter dem Eindruck der Thomas Cook-Pleite. Immer noch extrem beliebt dabei: Reisekataloge. Die kommen jetzt ins Reisebüro oder sind zum Teil sogar schon da. Die Exemplare der insolventen Veranstalter sind zwar wohl für die Tonne. Aber es bleiben ja noch andere Anbieter übrig. Für Sparfüchse sind besonders die Frühbucher-Rabatte interessant. Aber viele Kunden sind verunsichert bei Neubuchungen. Das empfiehlt jetzt ein Karlsruher Experte:

Foto: pexels / pixabay

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Frühbucherrabatt meist beste Sparmöglichkeit

Besonders Familien mit schulpflichtigen Kindern planen ihren Urlaub häufig weit im Voraus. Sie wollen zum einen die Wunsch-Unterkunft zum festen Termin und durch Frühbucherrabatte auch noch ordentlich sparen – und das bedeutet: schnell sein. Sonst sind

  • die Flugplätze und
  • die schönsten Zimmer
  • im Traumhotel
  • zum Wunsch-Zeitpunkt 
  • vom günstigsten Flughafen

ausgebucht. Angesichts der Thomas Cook-Insolvenz fühlen sich Urlauber aber im Moment unsicher, ob sie bedenkenlos ihre nächste Pauschalreise buchen können – oder lieber warten sollen.

Kaum Voraussagen zu Preisentwicklung möglich

Jürgen Reiss ist seit über 20 Jahren im Reisemarkt tätig und hat schon viele Veränderungen miterlebt. Er betreibt das Reisebüro “Travel and Style” in Karlsruhe und empfiehlt ganz klar:  Worauf warten? Wie sich der Reisemarkt durch die wegfallenden Kapazitäten von Thomas Cook und Co verändert, lasse sich nur schwer voraussagen. Aber die Pauschalreisen anderer Reiseveranstalter seien ja fest gesetzt. Und durch den Sicherungsschein sei die Anzahlung auf die Buchung (in der Regel) definitiv abgesichert.  Damit wären beispielsweise Familien mehr auf der sicheren Seite mit dem nächsten Urlaub, als wenn sie eine ungewisse Entwicklung abwarten. 

Reisekatalog immer noch up to date

Viele Reisende bevorzugen für die ersten Infos immer noch häufig den Urlaubskatalog. Darin ist alles Wichtige nach wie vor aufgeführt – wie Lage des Hotels, Bilder, Zimmervarianten, Zielgruppen-Empfehlungen, Einrichtungen, Besonderheiten etc. Das Ganze gibt es meist auch noch mal online. Das Einzige, was inzwischen nicht mehr allein mit dem Katalog bedient wird, ist der Preisteil. Bei tagesaktuellem An- und Zukauf von Zimmerkontingten und Flügen variieren die Kosten, so dass nur die “Ab”-Preise im Katalog ersten Aufschluss geben. Den genauen Endpreis und zusätzliche Sparmöglichkeiten erfährt der Kunde dann zum Beispiel im Reisebüro.

Pauschalreise contra Baukasten-Prinzip

Am ehesten bleibt auf der Strecke, wer im Baukastenprinzip alles einzeln selbst über das Netz bucht, meint der Experte. Am Ende habe er im Bedarfsfall möglicherweise nicht mal einen direkten Ansprechpartner, wenn etwas schief geht. Reiss kann sich halbwegs entspannt zurücklehnen: Wegen immer schlechterer Vertriebskonditionen habe er schon seit Jahren so gut wie kein Neckermann oder Thomas Cook mehr im Angebot. 

Langjährig etablierte Anbieter sind sicherer

Der Experte empfiehlt Anbieter, die schon seit Jahren am Markt gut platziert sind wie TUI, Alltours, Schauinsland, FTI und Co. Jüngere Noname-Veranstalter, insbesondere im Netz, müssten zwar nicht schlecht sein. Aber die Gefahr einer weiteren Pleite im hart umkämpften Reisemarkt schätzt Reiss größer ein. Zwar war auch Thomas Cook gut im Markt platziert, das Unternehmen kämpfte aber schon seit Jahren mit einem riesigen Schuldenberg. Unerwartet war die Hiobsbotschaft der Insolvenz auch für den Experten.

Thomas Cook-Pleite macht Flugkapazitäten frei

Wer darauf hofft, dass frei werdende Thomas Cook-Kapazitäten die Reisepreise billiger machen, könnte schnell enttäuscht werden. “Die sind schon im Keller”, sagt Reiss. Viel eher entspannten sich wohl die sonst schnell ausgebuchten Flug-Kapazitäten. Und inwieweit sich zum Beispiel die Thomas Cook-eigene Hotelketten (Sentido, Cook Casa etc) und andere Häuser, die überwiegend Thomas Cook-Gäste hatten, generell über Wasser halten könnten, sei noch nicht abzusehen. Zuletzt sollte das Hotel-Portfolio des Reiseanbieters noch mit Millionenkrediten und neuen Investitionen erweitert werden.