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Immer mehr obdachlose Familien in Karlsruhe

Karlsruhe (dpa/lsw/bo) Wohnraum in den begehrten Südwest-Städten ist knapp, der Bedarf riesig. Wer ohnehin am Existenzminimum lebt oder in Not gerät, kann die Mieten nicht bezahlen und landet schlimmstenfalls auf der Straße. Das trifft zunehmend auch auf Familien zu. Auch in Karlsruhe ist die Zahl der obdachlosen Familien seit 2012 gestiegen.

Foto: Marijan Murat/dpa

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Immer mehr wohnungslose Familien

Wegen der Wohnungsnot in begehrten Regionen Baden-Württembergs sind dort immer mehr Menschen obdachlos. In Stuttgart habe sich vor allem die Zahl der von Wohnungslosigkeit betroffenen Familien in den letzten zehn Jahren vervielfacht, sagte ein Stadtsprecher. Da "normaler" Wohnraum im Anschluss an die Notunterkunft nicht zu bekommen sei, habe sich die Zeit, die die Betroffenen in Unterkünften verbringen, verlängert. Eigentlich sind die Angebote nur für den Notfall gedacht. Aktuell sind in der Stadt derzeit rund 4200 obdachlose Menschen untergebracht.

60 Familien pro Monat suchen Obdach in Karlsruhe

Auch hier bei uns in Karlsruhe ist diese Situation präsent und hat sich in den letzten Jahren verschlimmert. Seit einiger Zeit melden sich um die 60 Familien pro Monat, die Obdach suchen und kurzfristig um Unterkunft bitten. Im Jahr 2012 waren es durchschnittlich nur 20 Familien pro Monat. Ihr Anteil an der Gesamtzahl Obdachloser - in Karlsruhe gibt es rund 600 Plätze in Notunterkünften - stieg in der Fächerstadt von 13 Prozent im Jahr 2017 auf 16 Prozent im Jahr 2018. Allerdings werde niemand abgewiesen, betont die Stadt.

"Mangel an bezahlbarem Wohnraum verursacht Wohnungslosigkeit"

"Das Thema "obdachlose Familien" treibt Stadt- und Landkreise deutlich um", sagte dazu David Schmückle, beim Kommunalverband für
Jugend und Soziales (KVJS) zuständig für den Bereich Sozialplanung. Im Rahmen eines landesweiten Fachkonzeptes des Landes zur Bekämpfung von Obdachlosigkeit sollten in den kommenden ein bis zwei Jahren Empfehlungen auch für diese Betroffenengruppe erarbeitet werden. "Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum verursacht und verfestigt Wohnungslosigkeit", stellte die Liga der freien Wohlfahrtspflege in Baden-Württemberg (LIGA) in ihrer letzten Stichtagserhebung 2018 fest. Eine vom Sozialministerium in Auftrag gegebene Studie aus dem Jahr 2014 bezifferte die Zahl wohnungsloser Menschen auf rund 22 800. Wie sich die Zahl seitdem entwickelte, sei nicht bekannt, so das Sozialministerium. Inzwischen habe der Bund beschlossen, eine bundeseinheitliche Wohnungsnotfallstatistik zu verfassen.